Die Rede von Gott steht seit geraumer Zeit unter einem
Sinnlosigkeitsverdacht. Die Berufung auf eine göttliche Offenbarung
gerät immer wieder in Fundamentalismusnähe und der Anspruch des
Christentums als Weg zu Erlösung und Heil gilt vielfach als
Ausdruck der Intoleranz gegenüber anderen Religionen.
Wie man differenziert auf diese Vorhaltungen eingehen und die Sache
des Glaubens mit den Mitteln der Vernunft gegenüber seinen
Kritikern verständlich machen kann, ist die Grundfrage des
vorliegenden Studienbuches.
Darin entwickelt Hans-Joachim Höhn ein neues Format der klassischen
Traktate der Fundamentaltheologie. In der Auseinandersetzung mit
aktuellen philosophischen Bestreitungen zentraler Gehalte des
christlichen Glaubens wählt er die Diskursform des Plädoyers. Vor
der Instanz der kritischen Vernunft tritt er für die Sache des
Glaubens ein und gegenüber den Glaubenden vertritt er die Sache der
Vernunft. Dies läuft auf wechselseitige Provokationen hinaus. Aber
worüber lohnt es sonst zu streiten als über gemeinsame Streitsachen
von Glaube und Vernunft?
Hans-Joachim Höhn, geboren 1957, lehrt als Professor für Systematische Theologie an der Philosophischen Fakultät der Universität zu Köln. Zahlreiche Publikationen besonders zur Stellung und Funktion der Religion in der Moderne sowie zu Grundfragen der Christlichen Sozialethik liegen vor.