Warten auf Godot\En attendant Godot\Waiting for Godot - Beckett, Samuel

Samuel Beckett 

Warten auf Godot\En attendant Godot\Waiting for Godot

Französisch-Englisch-Deutsch

Übertr. v. Elmar Tophoven
Broschiertes Buch
 
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Warten auf Godot\En attendant Godot\Waiting for Godot

Über dieses Jahrhundertstück des irischen Nobelpreisträgers Samuel Beckett schrieb der Philosoph Günther Anders: "Der Clown ist von einer Traurigkeit, die, da sie das traurige Los der Menschen überhaupt abspiegelt, die Herzen all Menschen solidarisiert und durch diese ihre Solidarisierung erleichtert... Die Farce scheint zum Refugium der Menschenliebe geworden zu sein: die Komplizenhaftigkeit der Traurigen zum letzten Trost. Und weiß auch die Tröstung nicht, warum sie tröstet und auf welchen Godot sie vertröstet - sie beweist, daß Wärme wichtiger ist als Sinn; und daß es nicht der Metaphysiker ist, der das letzte Wort behalten darf, sondern nur der Menschenfreund."


Produktinformation

  • Verlag: Suhrkamp
  • 2008
  • 33. Aufl.
  • Ausstattung/Bilder: 237 S.
  • Seitenzahl: 242
  • Suhrkamp Taschenbücher Nr.1
  • Best.Nr. des Verlages: 36501
  • Deutsch
  • Abmessung: 179mm x 111mm x 18mm
  • Gewicht: 167g
  • ISBN-13: 9783518365014
  • ISBN-10: 3518365010
  • Best.Nr.: 00529871
Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 13.04.2006

Der Witz des ernsten Mannes
Wladimir: So ist die Zeit vergangen.
Estragon: Sie wäre sowieso vergangen.
Wladimir: Ja. Aber langsamer!Pause.
Der Witz, den die beiden Protagonisten in Becketts „Warten auf Godot” so beiläufig machen, ist ein Abgrund - ein Abgrund, geräumig genug, das ganze Stück in sich zu schließen. „So ist die Zeit vergangen” - das ist nichts weiter als die halb aus Gedankenlosigkeit, halb aus flüchtiger Wehmut geborene Allerweltsfloskel. Estragon aber erwidert nicht, wie es wohl im Smalltalk zu erwarten wäre, „Ja, ja”, sondern fasst den Seufzer unvermittelt als einen Aussagesatz: So und nicht anders ist sie vergangen - darf man daraus schließen, dass sie anders nicht vergangen wäre, also in ihrem Vergehen gestockt hätte? Das wäre doch Unsinn! Wladimir - die beiden verstehen sich wirklich gut! - ist sofort bereit, das Problem anzuerkennen. Er akzeptiert Estragons Einwand; aber nicht vorbehaltlos: „Langsamer” wäre sie vergangen, hätte sich nicht gerade die amüsante Episode mit Pozzo und Lucky zugetragen.
Es ist eine höchst aufschlussreiche Fehlleistung. Sie fördert zutage, dass im normalen Sprachgebrauch …

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Samuel Beckett, geb. am 13. April 1906 in Foxrock, Dublin, wuchs in einem bürgerlich protestantischen Elternhaus auf. Zwischen 1923 und 1927 studierte er Romanistik am Trinity College in Dublin. Nach Abschluss seines Studiums ging er nach Paris und lernte dort James Joyce kennen. Erste Gedichte und Essays entstanden. Er kehrte 1930 kurzzeitig nach Dublin zurück, um am Trinity College zu unterrichten. In den folgenden Jahren wechselte er immer ohne Geld und unter Depressionen leidend zwischen Dublin, London und Paris. Beckett reiste durch Europa, er besuchte Deutschland mehrere Male, bevor er sich 1937 auf Dauer in Paris niederließ. In diesem Jahr lernte er seine spätere Frau, die Pianistin Suzanne Dechevaux-Dumesnil kennen. Beide schlossen sich der Résistance an und konnten sich nur durch Flucht in unbesetztes Gebiet vor der Gestapo retten. Im Roussillon kamen sie bei Bauern unter. Nach Kriegsende begann Beckett auf französich zu schreiben, er wendete sich dem Theater zu. Die Uraufführung von "En attendant Godot" fand am 3. Januar 1953 unter der Regie von Roger Blin im Theâtre de Babylone statt, Beckett wurde über Nacht berühmt, zum ersten Mal hatte er auch finanziell Erfolg. 1969 erhielt Beckett den Literaturnobelpreis. Er starb am 22. Dezember 1989 in Paris.

Kundenbewertungen zu "Warten auf Godot\En attendant Godot\Waiting for Godot"

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Bewertung von Polar aus Aachen am 17.11.2007 ***** ausgezeichnet
Die Verzweiflung läßt sich nur ertragen, indem man sie auslacht. Es gibt viele tiefsinnige Analysen dieses Stücks. Sie reichen vom großen politischen Welttheater bis in die Niederungen tiefster philosophischer Erkenntnisse. Allen berühmten Stücken geht es so. Wir können sie nicht in Ruhe lassen, sie müssen gedeutet werden. Je länger sie auf dem Spielplan stehen, desto länger die Fußnoten, die Regisseure, Humanisten, Lehrer, Kritiker, Zuschauer, Leser ihnen anhängen. Das Spielerische geht dabei oft verloren und die Last der Verantwortung erdrückt die Figuren. Warum sollen wir nicht warten? Wenn das Leben sowieso ein einziges Warten ist. Und dann noch auf einen gewissen Godot. Den niemand kennt, niemand getroffen hat. Beim Widerlesen glaubt man das Stück zu kennen, doch taucht immer wieder dieses leichte Schmunzeln auf, das sich über die Jahre gehalten hat. Und dieses Lächeln über uns selbst, ist vielleicht das, was Beckett, wo er auch sei, schallend über sein Endzeitdrama lachen läßt. Eines der größten Stücke überhaupt, weil es so bescheiden ist. Wer kam vor Beckett schon mit so wenig Bühnenbild aus? Ich wage die Prognose, daß sich in hundert Jahren alles noch um diesen Baum dreht. Nicht wahr, Godot?

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