Von Saint-Jean-Pied-de-Port nach Santiago de Compostela, der Camino
Francés in traumhaft schönen Aufnahmen. Informativ und lebendig. Er
ist 1200 Jahre alt und populär wie lange nicht mehr: Im Zuge der
Renaissance des Pilgerns wurde der Jakobsweg in Spanien neuerdings
zum beliebtesten Pilgerweg in Europa. Der Hauptweg, der Camino
Francés ("französischer Weg"), führt vom beschaulichen
französischen Pyrenäenstädtchen Saint-Jean-Pied-de-Port nach
Santiago de Compostela. Fast 800 km hat der Pilger auf diesem Weg
zurückzulegen. Volker Wischnowski hat den Camino in traumhaft
schönen Aufnahmen eingefangen und zeigt einen informativen und
lebendigen Film über den Weg heute. Interviews mit Pilgern sowie
persönliche Eindrücke und Erfahrungen des Autors runden den von ihm
selbst kommentierten Bericht ab.
Jeder atmet. Aber für Roman ist das Selbstverständliche, Überlebenswichtige manchmal eine Qual: Wenn er eine Schweißermaske vor dem Gesicht hat; wenn er einen Pulli nicht über den Kopf bekommt; beim Schwimmtraining, wenn ihm der Trainer erklärt, dass die Luft beim Kraulen ganz nach unten in den Bauch muss. Da hat Roman fast einen kleinen Nervenzusammenbruch. Roman ist Freigänger aus der Jugendvollzugsanstalt. Dort sitzt er nachts wegen Totschlags. Tagsüber arbeitet er als Leichenbestatter. Was es mit der Tat und mit Romans Seelenpein auf sich hat, wird man während des Films genauer zu verstehen lernen. Mit geduldiger, souveräner Hand, voller Sympathie für seine Hauptfigur erzählt der Schauspieler Karl Markovics in seinem ersten Film Romans Geschichte. Sie handelt von der Begegnung eines Unschuldigen mit dem alltäglichen Bösen - nüchterner Existentialismus, erfüllt von der Boshaftigkeit, die den österreichischen Blick auf die Welt erhellend vom deutschen abhebt. Ein schönes, aufregendes Debüt.