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Jakob reitet als Theaterregisseur auf der Erfolgswelle, als er nach einem Autounfall erblindet. Verzweifelt, perspektiv- und hoffnungslos, lehnt er jegliche Hilfe ab, auch die der von Geburt an blinden Therapeutin Lilli. Jakob hat nur ein Ziel: seine todkranke Mutter in Russland noch einmal z besuchen. Kein Problem für Lilli, die sich dem widerborstigen Jakob gegen dessen Willen anschließt. Es beginnt eine Odyssee durch Europa, bei der der junge Mann die Gültigkeit einer abgedroschenen Weisheit erkennt: "Man sieht nur mit dem Herzen gut". Das Schicksal trifft Jakob (Hilmir Snaer Gudnason…mehr

Produktbeschreibung

Jakob reitet als Theaterregisseur auf der Erfolgswelle, als er nach einem Autounfall erblindet. Verzweifelt, perspektiv- und hoffnungslos, lehnt er jegliche Hilfe ab, auch die der von Geburt an blinden Therapeutin Lilli. Jakob hat nur ein Ziel: seine todkranke Mutter in Russland noch einmal zu besuchen. Kein Problem für Lilli, die sich dem widerborstigen Jakob gegen dessen Willen anschließt. Es beginnt eine Odyssee durch Europa, bei der der junge Mann die Gültigkeit einer abgedroschenen Weisheit erkennt: "Man sieht nur mit dem Herzen gut".

Das Schicksal trifft Jakob (Hilmir Snaer Gudnason) wie ein Paukenschlag: der junge Theaterregisseur erblindet nach einem Autounfall. Er kann damit nicht umgehen, ist verstört und hilflos.

Lilly (Fritzi Haberlandt), von Geburt an blind, ist an seiner Seite, als seine Lehrerin. Die beiden wagen etwas, was sich Sehende kaum trauen würden: sie begeben sich auf eine Reise quer durch Europa.

Unterwegs mit Schiffen, Bussen und zu Fuß, erleben Lilly und Jakob auf ihrem Weg zum Meer die schrägsten Abenteuer. Langsam entsteht sie, die Liebe. Die Liebe zwischen zwei Menschen, die einander die Welt beschreiben und begreifbar machen.

Sie lernen voneinander, was jeder lernen muss, um erwachsen zu werden - Respekt, Vertrauen und Zuversicht, und das hat mit ihrer Blindheit wenig zu tun.

Nach seinem erfolgreichen Kinodebüt "Jetzt oder nie - Zeit ist Geld" gelingt Lars Büchel ein romantisch-bewegendes Roadmovie, das uns Zuschauern die Augen öffnet für das, was die Helden am Ende erkennen: dass der Liebende das Herz des andern immer sehen kann.
Quelle/Copyright: Entertainment Media Verlag

Bonusmaterial

Making of, Nicht verwendete Szenen, Musikvideo "Blind" von Wolfsheim, Kinotrailer, Teaser, Audiokommentar
  • Produktdetails
  • EAN: 4009750222812
  • Best.Nr.: 13200030
  • Artikeltyp: Film
  • Datenträger: DVD
  • Erscheinungstermin: 2. Dezember 2004
  • Hersteller: EuroVideo
  • Sprachen: Deutsch
  • FSK: Freigegeben ab 6 Jahren gemäß §14 JuSchG
  • Untertitel: Deutsch, Englisch
  • Regionalcode: 2
  • Bildformat: 1:2, 35/16:9
  • Tonformat: Dolby Digital 5.1
  • Gesamtlaufzeit: 107 Min.

Autorenporträt

Fritzi Haberlandt, 1975 geboren, machte ihre Schauspielausbildung an der Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch in Berlin. Seit der Spielzeit 2000/2001 gehört sie zum Ensemble des Hamburger Thalia Theaters und erhielt 2001 - neben anderen Auszeichungen - den "Boy-Gobert-Preis" als beste Nachwuchsschauspielerin auf Hamburger Bühnen. Fritzi Haberlandt ist aber nicht nur auf den Brettern, die die Welt bedeuten zu Hause sondern auch am Film- und Fernseh-Set. So war sie u. a. 2000 in 'Kalt ist der Abendhauch' von Ingrid Noll, 2001 im Fernsehspiel 'Nachtreise' und 2002 in 'Liegen lernen' zu sehen.

Rezensionen

Besprechung von 04.03.2004
Blinde macht lieb
Viel talentiertes Gefuchtel und eine Könnerin: Lars Büchels Film "Erbsen auf halb 6"

Einmal laufen in diesem Film die beiden Liebenden durch ein Rapsfeld. Es ist Sommer, der Raps leuchtet gelb, das Feld dehnt sich bis zum Horizont. Und die Liebenden sind blind. Sie rufen nacheinander, oder besser: Lilly ruft nach Jakob, während Jakob schweigend vor ihr zu fliehen versucht, mit ausgestreckten Armen blindlings durch den Raps. Er geht in die Irre, so wie auch Lilly sich verirrt, wenn sie dem Geräusch seines Atems folgt, seinem Gemurmel, einem Rascheln im Feld. So umkreisen und verfehlen sie sich, bis sie sich endlich in die Arme laufen, der Mann widerstrebend, die Frau zornig; und doch sind sie ein Liebespaar. Das sieht man. Das weiß man.

Das könnte eine große Szene sein: die blinde Liebe, die Liebe unter Blinden. Sie wäre groß, wenn sie mit denen, die sie zeigt, auf Augenhöhe bliebe - oder doch in Höhe des Gehörs und des Tastsinns. Aber der Blick, den der Regisseur Lars Büchel auf diese Szene richtet, ist seinen Figuren immer weit voraus. Er betrachtet sie von ganz oben oder tief unten, in extremen Totalen oder Nahaufnahmen, er interessiert sich mehr für das Muster ihrer Schritte im Raps als für die Schritte selbst. Büchel, so scheint es, hat eine doppelte Optik: Ein Auge ist auf die Geschichte gerichtet, ein anderes auf die Virtuosität, mit der er sie erzählen will. Der Film eines Könners, das sollte "Erbsen auf halb 6 werden. Es ist ein angestrengter Könnerfilm geworden, eine jener knalligen Talentproben, an denen im deutschen Kino derzeit kein Mangel herrscht.

Talentiert ist auch der Theaterregisseur Jakob (Hilmir Snær Gudnason), bevor er bei einem Autounfall sein Augenlicht verliert. Lilly (Fritzi Haberlandt), seine gute, von Geburt an blinde Fee vom Rehabilitationszentrum, will ihm helfen, sich wieder in der Welt zurechtzufinden. Er stößt sie zurück, sie heftet sich an seine Fersen. Er fährt zu seiner todkranken Mutter nach Rußland, sie folgt ihm, wiederum verfolgt von ihrem Verlobten (Harald Schrott) und ihrer Mutter (Tina Engel), die beide gute Augen haben und wenig Intuition.

Wenn man weiß, daß die Autorin Ruth Toma auch die Drehbücher zu "Gloomy Sunday" und zu "Solino" geschrieben hat, kann man sich ungefähr vorstellen, wie die Sache weitergeht. Es gibt ein paar Metaphern, die die Handlung strukturieren, Regentropfen, Fahnen im Wind; und viel talentiertes Gefuchtel mit Plot und Subplot, das der Story weder auf die Sprünge hilft noch ihr ganz den Garaus macht. Es ist eher so, als sähe man die Liebesgeschichte durch einen Schleier filmischer Ideen, die wenig oder gar nichts mit ihr zu tun haben. In einem normalen Melodram ist das in Ordnung, in einem Film über Blinde ist es unverzeihlich. Gerade weil es ums Nichtsehenkönnen geht, muß jeder Blick stimmen.

"Erbsen auf halb 6" ist nicht der Film eines Könners, aber der einer Könnerin. Sie heißt Fritzi Haberlandt, und die Selbstverständlichkeit, mit der sie Lillys Blindheit spielt, verschlägt einem die Sprache. Wenn sie in die Kamera sieht, ist es, als hätte sie ihren Blick nach innen gedreht. Sie schaut nicht, sie lauscht; ihr ganzer Körper ist ein einziges Lauschen und Tasten, ein Horchen und Fühlen in die Dunkelheit hinein.

Der Titel übrigens verdankt sich einer Technik, mit der sich Blinde über ihr Essen verständigen. Auf dem Menüteller des deutschen Films liegt "Erbsen auf halb 6" auf zehn vor zwei - im oberen Drittel, aber mit fallender Tendenz.

ANDREAS KILB

Alle Rechte vorbehalten. © F.A.Z. GmbH, Frankfurt am Main
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Ein Theaterregisseur verliert bei einem Unfall sein Augenlicht. Er entführt seine blinde Betreuerin auf eine Odyssee nach Russland, um seine todkranke Mutter zu besuchen. Lars Büchels Kunstmärchen ist eine sinnliche Erfahrung mit sympathischen Darstellern, sehr plastischem 2.35-Bild und komplexer 5.1-Tonspur. Der Audiokommentar mit Haberlandt und Büchel hat einigen Leerlauf, entschädigt aber mit freimütigen Anekdoten und selbstkritischen Bemerkungen. Was im Film der Fantasie überlassen bleibt, erklären die gelöschten Szenen. Auch wegen der oft amateurhaften Tonqualität entwickelt das Making-of viel Charme. Der leidet, wenn im offiziellen Musikvideo die Wolfsheimer tatsächlich Fritzi Haberlandt mit einem VW über den Haufen fahren; zur selben Musik gibt's aber noch einen Super-8-Teamfilm. Die zuschaltbare Bildbeschreibung für Sehbehinderte ist natürlich Ehrensache. (rk)
Bereitgestellt von kulturnews.de
(c) bunkverlag
Jungschauspielerin Fritzi Haberlandt ("Liegen lernen") und der sympathische Hilmir Snaer Gudnason ("Blueprint") begeben sich in Lars Büchels ("Jetzt oder nie - Zeit ist Geld") Roadmovie auf eine wunderbare Entdeckungsreise in ihre eigene Seele. Schnörkellos von "engel + joe"-Kameraufrau Judith Kaufmann gefilmt, ziehen öde Landschaften an dem sich zaghaft annähernden Paar vorbei, das den wahren Reichtum in seinem Inneren entdeckt. Ein fröhliches, unkonventionelles Werk für Anhänger anspruchsvolleren Filmvergnügens.
Quelle/Copyright: Entertainment Media Verlag
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