Im Mittelpunkt dieses Buches steht der Betrachter zeitgenössischer
Kunst im Rahmen von Großausstellungen, dem oftmals im Vergleich zu
Künstlern, Kunstwerken oder Ausstellungsmachern in den
Pressemitteilungen oder wissenschaftlichen Ausarbeitungen wenig
Raum gewidmet wird. Die internationale Kunstausstellung
Documenta11 in Kassel zählte über 650.000 Besucher, deren
soziodemografische (z.B. Alter, Geschlecht, Beruf usw.) Struktur
sowie Einstellungen und Interessen mithilfe einer repräsentativen
Besucherbefragung aufgedeckt werden. Wer schaut wie und besonders
gerne auf welche Kunstwerke und warum? Diesen Fragen wird
facettenreich nachgegangen. Eingebettet in den
rezeptionsästhetischen Ansatz der Kunstwissenschaft werden die
äußeren Zugangsbedingungen der Kunstbetrachtung im Rahmen der
Documenta11 rekonstruiert und analysiert, bevor exemplarisch
werkimmanente Kommunikationsstrukturen und der daraus folgenden
Kontaktaufnahme mit dem Betrachter dargestellt werden.
Christian Gösel, Studium der Kunstwissenschaft, Psychologie und Arbeitswissenschaft (M.A.) sowie der Wirtschaftswissenschaften (Dipl.-Oec.) an der Technischen Universität Dresden und der Universität Kassel. Wissenschaftlicher Mitarbeiter und Doktorand.