Erhard Oeser veranschaulicht anhand vieler Beispiele, dass die
Evolution als eine Abfolge von Katastrophen begreifbar ist. Dies
geht mit der Erkenntnis einher, dass im Vergleich zu den
erdgeschichtlichen Vernichtungsakten, die zur Entstehung neuer
Welten führten, jene Ereignisse, die in der Menschheitsgeschichte
die Erde verwüsteten, nichts Ungewöhnliches sind. Das Entsetzen,
das uns beim Anblick von Massentod und Zerstörung ergreift, muss
der Einsicht weichen, dass jede Katastrophe der Beginn einer
Erneuerung ist. Diese Tendenz setzt sich in gesellschaftlichen
Extremereignissen wie beispielsweise Wirtschafts-Crashs oder
Kriegen fort, deren Mechanismen viel mit evolutionären Vorgängen
gemein haben.
Der Schauer der uns überläuft, wenn wir über das Aussterben der
Dinosaurier spekulieren, scheint nach der Lektüre von Erhard Oesers
neuem Buch näher zu rücken. Denn in Anbetracht von Klima-, Seuchen-
und Zivilisationskatastrophen stellt sich die Frage, ob die
Menschheit bereits an ihrer eigenen Ausrottung arbeitet . Wer wird
uns dann evolutionär nachfolgen, die Erde bevölkern und unsere
Nische besetzen?
Erhard Oeser, geb. 1938, ist emeritierter Professor für Philosophie und Wissenschaftstheorie der Naturwissenschaften an der Universität Wien und Vorstand des Institutes für Wissenschaftstheorie. Er erhielt 2006 den Eugen Wüster Sonderpreis für Terminologie-Forschung.
2 Marktplatz-Angebote für "Katastrophen" ab EUR 18,60