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Himmelsreise
Mein Streit mit den Wächtern des Islam
- Einband: Gebunden
- Gebundenes Buch
Produktinformation
- Verlag: Kiepenheuer & Witsch
- 2010
- Ausstattung/Bilder: 2010. 266 S.
- Seitenzahl: 266
- Deutsch
- Abmessung: 220mm x 145mm x 28mm
- Gewicht: 438g
- ISBN-13: 9783462041972
- ISBN-10: 3462041975
- Best.Nr.: 27883529
Leseprobe zu "Himmelsreise"
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Leseprobe
Produktbeschreibung zu "Himmelsreise"
Beschreibung
Über vier Millionen Muslime leben in Deutschland. Viele von ihnen sind gut integriert; Religion ist Teil ihrer kulturellen Identität. Sie wollen in dieser Gesellschaft ankommen, ohne von ihrem Glauben zu lassen. Aber es ist eine schweigende Mehrheit. Lauter sind jene, die demonstrativ Zeichen der Abgrenzung gegen die "Ungläubigen" setzen und behaupten, dabei den Gesetzen ihrer Religion zu folgen. Mit diesen islamischen Traditionalisten, die Glauben zu Politik machen und sich zugleich als Opfer der hiesigen Gesellschaft stilisieren, setzt sich Necla Kelek auseinander.
Ihnen stellt sie in einer "kleinen Koranschule" eine aufgeklärte Lesart des Heiligen Buches entgegen, die über Entstehung und Hintergründe des Islam informiert: Auf den Koran kann sich nicht berufen, wer für Kopftuch und fünf Pflichtgebete am Tag plädiert. Sie erkundet Vorzeige- wie Hinterhof-Moscheen, spricht mit Imamen und Vorbeterinnen und nimmt den Streit mit Predigern wie Tariq Ramadan und Fethullah Gülen auf. In der Rubrik "Islam-Deutsch/Deutsch-Islam" diskutiert sie, wie unterschiedlich grundlegende Begriffe wie Anstand, Respekt und Freiheit verstanden werden. Sie durchstreift die Geschichte des Islam in Deutschland und entdeckt Überraschendes wie den weißen Elefanten Karls des Großen und Goethes Kritik an dem letzten Propheten, der das Himmlische seinen irdischen Absichten geopfert habe.
Detailinfo
01.04.2010
Aufklärung heißt das Programm
Sachkundig, streitbar und leidenschaftlich: Necla Kelek plädiert
für einen Islam in Deutschland, der sich ohne Vorbehalte zum
säkularen Rechtsstaat bekennt.
Den Islam" gibt es nicht - das ist fast eine stehende
Redewendung, wenn sich der Streit um diese Religion und vor allem
um ihre Kritiker wieder einmal entzündet. Gemeint ist damit meist
der Verweis auf die Vielfalt islamischer Glaubensrichtungen, und
wer die also nicht sofort aufzählt, hat sich selbst entlarvt. Als
Ungläubiger, als Zweifler, als Störenfried mit Bildungslücken.
Necla Kelek besteht trotzdem darauf, dass es "den Islam"
gibt, in Deutschland, mit all seinen Strömungen - als soziale
Realität, als kulturelle Institution, die Verhalten definiere,
einfordere und reproduziere: "Er ist das, was im Namen der
Religion gelebt wird."
In ihrem neuen Buch untersucht die Soziologin in drei großen
Kapiteln islamische Wirkungsmacht: als Glaube, als politische
Religion und Ideologie sowie als Lebenspflicht für vierundzwanzig
Tagesstunden. Weil der Islam bis heute mit seiner strengen
Regulierung des Alltagsverhaltens eine strikte Unterwerfung
verlangt und …
19.04.2010
Hier der gute Westen – dort die bösen Muslime
Die Islamkritikerinnen Necla Kelek und Ayaan Hirsi Ali machen es sich ein bisschen zu einfach
Religiöse Riten sind für Ungläubige oft schwer zu begreifen. Das enthebt niemanden der Pflicht, Toleranz zu üben. Man kann sich wundern über bestimmte Gebote einer Religion, man kann sich auch abgestoßen fühlen. Aber nicht jede religiöse Vorschrift ist gleich ein Angriff auf die allgemeinen Menschenrechte. Warum nur weigern sich Islamkritikerinnen wie Necla Kelek und Ayaan Hirsi Ali beharrlich, solche einfachen Unterscheidungen zu beherzigen?
Beide werden nicht müde, einen Kampf der Kulturen zu beklagen, zu dem sie selbst mit vollen Backen blasen. Sie attackieren den Islam für seine Ignoranz und ignorieren dabei selbst die große Vielfalt an Strömungen und Auslegungen dieser Religion. Sie machen sich unangreifbar gegen Kritik, weil sie ihren Status als Opfer einer frauenfeindlichen Religion in immer neuen biographischen Erzählungen befestigen und Widerspruch sich nun immer erst des Verdachts erwehren muss, man nehme das Schicksal dieser Autorinnen nicht ernst.
Also zunächst die unvermeidliche …
01.04.2010
Für Regina Mönch zeigt sich Necla Kelek mit ihrem jüngsten Buch
"Himmelsreise" einmal mehr als streitbare und kompetente
Kritikerin des Islam in Deutschland. Die Soziologin widmet die drei
großen Abschnitte ihres Buches dem Islam als Glaubensrichtung, als
"politischer Religion und Ideologie" sowie als Regelwerk
des Alltagsverhaltens, erklärt die Rezensentin, die insbesondere
das letzte Kapitel ausgesprochen erhellend hinsichtlich der
"Parallelwelt" der Muslime in Deutschland findet. Auch
Keleks Ausführungen zur Scharia und ihre Überlegungen, wie ein
Islam ohne sie aussehen könnte, erscheinen der eingenommenen
Rezensentin klug und wegweisend. Die Autorin setzt sich für einen
aufgeklärten Islam ein, der weit über die übliche Forderung nach
Anerkennung des Grundgesetzes hinausgeht, so Mönch sehr
einverstanden. Auch Kelek nimmt nicht für sich in Anspruch,
"Letztgültiges" zum Islam in Deutschland vorzutragen,
aber sie wagt sich in Konfliktzonen, stellt Mönch anerkennend fest.
Dabei werde ihr von ihren Kritikern häufig
"Einseitigkeit" vorgeworfen, weiß die Rezensentin, die
dagegen dieses Buch als fesselnd, durchaus "provokativ"
und kenntnisreich preist. "Sachkundige Unruhestifter" wie
Necla Kelek, so Mönch anerkennend, sind rar, die Auseinandersetzung
mit ihnen aber "kann befreiend sein".
© Perlentaucher Medien GmbH
Autorenporträt zu "Necla Kelek"
Necla Kelek wurde in Istanbul geboren und lebt in Berlin. Sie hat Volkswirtschaftslehre und Soziologie studiert und wurde in Greifswald zum Dr. phil. promoviert. Ihre Bücher "Die fremde Braut", "Die verlorenen Söhne" und "Bittersüße Heimat" sind Best- und Longseller und haben in den letzten Jahren die Diskussion um Integration und den Islam in Deutschland nachhaltig geprägt. Necla Kelek wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, u.a. mit dem Geschwister-Scholl-Preis 2005 und zuletzt mit dem Hildegard-von-Bingen-Preis 2009. Sie ist Mitglied der Deutschen Islam Konferenz.
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