Genomisches Imprinting (Elterliche Prägung) beschreibt eine
komplexe Form der epigenetischen Genregulation. Imprintete Gene
sind in Abhängigkeit des elterlichen Ursprungs eines Chromosoms
aktiv bzw. inaktiv. Diese allelspezifische Genexpression wird durch
sog. Imprinting-Kontroll-Regionen (ICR) reguliert. Dies sind
regulative Bereiche (z.B. Promotoren, Enhancer oder Insulatoren),
welche in cis die Expression benachbarter Gene beeinflussen. Im
Bereich der ICRs tragen die beiden elterlichen Chromosomen
differentielle epigenetische Signaturen. Diese der DNA aufgesetzten
Modifikationen (DNA- Methylierung/Hydroxymethylierung, Histon-
Modifikationen) führen zur Aktivierung bzw. zur Stilllegung des
regulativen Potenzials der ICRs. Das vorliegende Werk stellt
bereits untersuchte Imprinting-Regionen und die jeweils etablierten
Regulationsmodelle vor. Anschließend werden am Beispiel der
Dlk1/Gtl2 Imprinting-Region mittels Zellkultur basierten
Reporter-Assays funktionelle Analysen an bereits bekannten, aber
unzureichend untersuchten regulativen Elementen durchgeführt.
Anhand der gewonnenen Daten wird anschaulich ein Regulationsmodell
für die Dlk1/Gtl2 Region erarbeitet.
Der Autor (geb. 1976) absolvierte sein Biologie-Studium 1997-2005 an der Universität des Saarlandes. Es folgte 2005-2009 eine Promotion im Bereich der Epigenetik/RNAi (magna cum laude). Seit 2009 ist er wissenschaftl. Angestellter der Universitätskliniken des Saarlandes und erforscht die epigenetischen Grundlagen der Alzheimer-Krankheit.