Schweres Beben - Franzen, Jonathan

Jonathan Franzen 

Schweres Beben

Roman

Aus d. Amerikan. v. Thomas Piltz
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Schweres Beben

Eine gefährdete Liebe, eine Familie im Konflikt, ein Roman voller Geschichten - vom Erfolgsautor der "Korrekturen"

Kaum ist Louis Holland nach Boston gezogen, passiert Merkwürdiges: Erdbeben erschüttern die Stadt, und gleich das erste tötet seine Großmutter. Sofort strömt die Familie zusammen: die Mutter, eine auf ihren Vorteil bedachte Aufsteigerin, der Vater, ein linker Geschichtsprofessor, und die verwöhnte Schwester Eileen.
Während eines erbitterten Streits um das Vermögen, das die Großmutter hinterlässt, verliebt sich Louis in die junge Renée Seitchek, eine engagierte Seismologin, die die Ursachen der rätselhaften Erdstöße ergründen will. Je näher sie diesem Ziel kommt, desto heftiger gerät das moralische Fundament der Familie Holland ins Wanken - und desto mehr entgleitet ihr Louis.

Jonathan Franzen zieht in diesem fesselnden Liebes- und Familienroman nicht nur als Sprach- und Beschreibungskünstler sondern auch als wachsamer Beobachter der amerikanischen 80er-Jahre-Gesellschaft alle Register. Ein vielschichtiger, zuweilen tragikomischer Roman über persönliche Verantwortung in Zeiten allgegenwärtiger Gefährdung.



Louis Holland, ein Rundfunktechniker, zieht nach Boston, wo seine Familie lebt: seine Mutter, eine frustrierte Aufsteigerin, sein Vater, ein linker Geschichtsprofessor, und seine Schwester, eine ganz und gar verwöhnte, ichsüchtige Frau. Kaum ist er eingetroffen, passiert Merkwürdiges - ungewöhnliche Erdbeben erschüttern die Stadt, und gleich das erste tötet seine Großmutter. Während eines erbitterten Streits um das große Vermögen, das sie hinterlässt, verliebt sich Louis in Renée Seitchek, eine leidenschaftliche, kluge Seismologin, deren Enthüllungen über die Gründe der rätselhaften Erdstöße alles, wirklich alles durcheinander bringen.


Produktinformation

  • Verlag: ROWOHLT, REINBEK
  • 2005
  • Ausstattung/Bilder: 2005. 684 S.
  • Seitenzahl: 688
  • Deutsch
  • Abmessung: 222mm x 156mm x 53mm
  • Gewicht: 941g
  • ISBN-13: 9783498020903
  • ISBN-10: 3498020900
  • Best.Nr.: 13202075
kulturnews - RezensionBesprechung
Bereitgestellt von kulturnews.de
(c) bunkverlag
Vorsicht! Auch dieser Roman ist nicht der Nachfolger für "Die Korrekturen". Weil Jonathan Franzen mit seinem grandiosen Gesellschaftsroman einen Weltbestseller landete, veröffentlicht sein deutscher Verlag den kompletten Backkatalog. Das bescherte uns vor zwei Jahren Franzens Debüt, das flaue Verschwörungsszenario "Die 27ste Stadt", jetzt folgt der "Korrekturen"-Vorgänger aus dem Jahr 1992. Schon "Schweres Beben" stellt mit den Hollands eine zerrüttete Familie in den Mittelpunkt. Der 23-jährige Rundfunktechniker Louis kehrt zurück nach Boston, wo seine Familie lebt: die desillusionierte, gefühlskalte Mutter, sein Vater, ein entrückter Geschichtsprofessor und die egoistische Schwester Eileen. Als Louis' Stiefgroßmutter bei einem Erdbeben stirbt, erbt seine Mutter das millionenschwere Aktienpaket eines Chemiekonzerns. Wie in seinem Erfolgsroman brilliert Franzen mit der scharfsichtigen Beschreibung der einzelnen Familienmitglieder und ihrem Zusammenspiel. Schnelle Dialoge im Wechsel mit detailversessenen Beobachtungen und wunderschönen Metaphern offenbaren Generationskonflikte, die Verlogenheit und tiefe Verzweiflung seiner Hauptfiguren. Leider hat Franzen noch viel mehr …

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Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 06.08.2005

Es rappelt in der Kiste
Ausschlag auf der Weltenrichterskala: In seinem Roman aus dem Jahr 1992 erzählt Jonathan Franzen eine moderne Heiligenlegende

Mancher wird schöner, wenn er älter wird. Das gilt auch für Romane. Die unübersehbaren Spuren ihres Alters, die aus der Mode gekommenen Wendungen, die einst aktuellen und nun unverständlich gewordenen Anspielungen, die merkwürdigen Geräte, mit denen hantiert, und die altmodischen Werte, die hochgehalten werden - all das Zeitgebundene und Kommentarbedürftige können dem großen Roman gar nichts anhaben, dank seines "Wahrheitsgehalts", wie Walter Benjamin das in seinem Aufsatz über Goethes "Wahlverwandtschaften" genannt hat.

"Schweres Beben" ist der zweite Roman des auch in Deutschland mit "Korrekturen" berühmt gewordenen amerikanischen Schriftstellers Jonathan Franzen. Er erschien im Original bereits 1992, vier Jahre nach dem Debüt "Die siebenundzwanzigste Stadt". Dreizehn Jahre mag man auch in unserer turbokapitalistisch beschleunigten Gegenwart für keine lange Zeitspanne halten - und doch haftet dem Buch etwas Anachronistisches an, ein strenger Geruch der Achtziger, als man sich noch …

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Perlentaucher-Notiz zur ZEIT-Rezension

Am besten findet Bernadette Conrad Jonathan Franzens Roman "Schweres Beben", das im Original bereits 1992 erschien, dann, wenn Franzen sein "manisches Interesse am perfekten Plot" verliert und einfach nur "zweckfrei" erzählt. In diesen wenigen Passagen lasse sich bereits der Autor der "Korrekturen" erkennen, der seinen klaren und ungeschönten Blick auf die Normalität familiären Lebens in wunderbare Literatur verwandeln kann, gesteht Conrad, die in ihre Besprechung auch ein Gespräch mit Franzen einfließen lässt. Doch zum großen Teil erscheint ihr der Roman bleischwer, in seiner Detailversessenheit geradezu erschlagend und ein wenig überkomplex: Denn erzählt wird nicht nur die Geschichte von Renee und Louis, sondern die des gesamten dunklen Amerikas: Renne vermutet hinter einer Serie von unerklärlichen Erdbeben rund um Boston Erdreaktion auf die Einleitung verseuchter Abwässer und macht sich daran, diese Verschwörung skrupelloser Mächte aufzudecken. Und auf 685 Seiten wird alles ans Tageslicht gezogen, was das amerikanische Establishment so alles auf dem Gewissen hat, von der Ausrottung der Ureinwohner bis zu den Machenschaften der Chemiekonzerne, wie die Rezensentin ächzt. Großes Lob geht an die kongeniale Übersetzung durch Thomas Piltz, doch abschließend urteilt Conrad über den Roman: "Zu perfekt, um richtig gut zu sein."

© Perlentaucher Medien GmbH

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 27.07.2005

Anleitung zum Glücklichsein
In seinem großen Roman „Schweres Beben” erzählt Jonathan Franzen, wie man den Halt verliert
Das Schicksal wählt nicht, und so wiederfährt ausgerechnet dem selbstgerechten Looser Louis Holland eine der schönsten Liebesgeschichten dieser Zeit. Er ist dreiundzwanzig Jahre alt, weitgehend kahlköpfig, stammt aus gutem Hause, trägt eine Art Fliegerbrille und hat früh beschlossen, dem amerikanischen Traum von Reichtum und Erfolg abzuschwören. Louis gehört zu jener Sorte junger Männer, die sich treiben lassen, mit allem abgeschlossen haben, um nicht enttäuscht zu werden, die entweder zu viel oder zu wenig reden und selten das rechte Wort treffen. Ein unausgegorener Charakter, der für sich einnimmt, weil er die Lebenslügen seiner Umwelt durchschaut, die Nichtigkeit des Mittelschichtlebens erkannt hat, und der in seiner unglenken Art, in seiner Neigung zur Überreaktion doch abstößt.
Ein Zufall führt ihn an die Seite der dreißigjährigen Seismologin Renée Seitchek, die sich durch Ehrgeiz und Ordnung das Leben vom Leib hält. Ihre Küche gleicht der eines Menschen, „der alle Sorgfalt darauf verwendet, das Geschirr vom …

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"Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung Jonathan Franzen zeigt ungemein unterhaltsam und humorvoll, was die Stärken des amerikanischen Romans ausmacht." -- Literaturen

"Ein sprachgewaltiges Panorama." -- Die Welt

"Moralisch und zynisch, heftig und sanft, komisch und traurig zugleich. Als hätten Bob Dylan und The Clash zusammen einen Song geschrieben." -- die tageszeitung

"Ein großer Roman. Eine der schönsten Liebesgeschichten dieser Zeit." -- Süddeutsche Zeitung
Jonathan Franzen, geb. 1959 in der Nähe von Chicago, wuchs in Webster Groves/Missouri auf, einem Vorort von St. Louis. Er lebt in New York.

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