Day - Kennedy, A. L.

Day

Roman. Ausgezeichnet mit dem Costa Book Award 2007

A. L. Kennedy 

Aus d. Engl. v. Ingo Herzke
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Day

>Day< ist ein großer Roman über die Brutalität des Kriegs und seine Schrecken, über Freundschaft, die im Angesicht ständiger Todesgefahr entsteht, und nicht zuletzt eine bewegende Erforschung der Unwägbarkeiten und Verwicklungen der Liebe. Erstaunlich leicht und ungezwungen erzählt A. L. Kennedy von dieser Last der Geschichte und von denen, die sie überlebten. »Und wieder hat sie uns ein Buch von ungeheurer Intensität geschenkt, ein Buch, das einem den Hals zuschnürt, Literatur so nah an tatsächliche Erfahrung herantreibt wie nur irgend möglich.« Radio Bremen


Produktinformation

  • Verlag: Fischer Taschenbuch
  • 2009
  • Ausstattung/Bilder: 2009. 348 S.
  • Seitenzahl: 348
  • Fischer Taschenbücher Bd.17545
  • Deutsch
  • Abmessung: 190mm x 123mm x 23mm
  • Gewicht: 260g
  • ISBN-13: 9783596175451
  • ISBN-10: 3596175453
  • Best.Nr.: 25575977
Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 08.10.2007

Risse, Küsse, Bisse
Bringt das Leid der Dichter das Glück der Buchmesse?

Wem auf Erden nicht zu helfen ist, der wird auch auf der Buchmesse nicht glücklich. Wenn wir uns Heinrich von Kleist nur für eine Sekunde in einer der Messehallen vorstellen, fällt uns sofort jener berühmte Satz ein, den Kleist an seinen Schwager schrieb: "Ich bitte Gott um den Tod und dich um Geld." Kürzer und drastischer ist das Künstlerdrama der zwischen Erlösungssehnsucht und Verarmungsangst, zwischen Transzendenz und schnödem Diesseits hin und her geworfenen Dichterseele nicht auf den Punkt zu bringen. Gleich drei Biographien versuchen in diesem Bücherherbst das Phänomen Kleist zu erhellen. Knapp und solide tut dies Herbert Kraft ("Kleist". Leben und Werk, Aschendorff Verlag), während Jens Bisky mit Leidenschaft und feuilletonistischem Schwung Kleist zum "größten politischen Dichter der Deutschen" ausruft und nachzeichnet, welch heikle Konstellationen die Ideale der Aufklärung und der Französischen Revolution in Kleists Leben und Werk eingingen ("Kleist". Rowohlt Berlin). Mehr dem Leben als dem Werk gilt das Interesse von Gerhard Schulz ("Kleist". Eine …

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Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 20.11.2007

Zur Lage der Bartstoppeln in der Dichtkunst
Ein großes, trauriges, aufregendes und grausames Buch: A. L. Kennedys neuer Roman „Day” führt tief hinab in die Abgründe der Erinnerungen eines britischen Bomberschützen Von Jens-Christian Rabe
Einen merkwürdig trägen Sog erzeugt dieses Buch. So leicht in sich hineinfinden lässt es einen nicht, heraus kommt man allerdings auch nicht wieder so schnell. Denkbar banal geht es los: „Alfred ließ sich einen Schnauzer wachsen.” Er tut es, wie man erfährt, nicht aus Langeweile. In Wahrheit interessiert ihn die Ausrichtung jedes einzelnen Stoppels. Das Übrige von Alfreds Äußerem ist alles andere als perfekt. Er ist klein, seine Hände reichlich unansehnlich, er hat lichtes Haar und ein paar Pfund zu viel an den Hüften. Es ist eine an die Methoden des Films erinnernde Erzähltechnik, mit der die schottische Schriftstellerin A. L. Kennedy in ihren neuen – von Ingo Herzke souverän ins Deutsche übertragenen – Roman „Day” einführt. Der Zoom auf ein Detail, das langsame Aufziehen des Bildausschnitts, die Art, wie Hände, Haare, Pfunde in den Blick kommen.
Zufall ist dieses Vorgehen natürlich nicht. Die …

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kulturnews - RezensionBesprechung
Bereitgestellt von kulturnews.de
(c) bunkverlag
A. L. Kennedy haut Psychogramme raus, von denen man eigentlich lieber nichts wissen will. Nachdem sie mit "Paradies" in eine Vollzeittrinkerin geschlüpft ist, gräbt sich die schottische Erfolgsautorin für ihren neuen Roman "Day" in den vom Zweiten Weltkrieg zerstörten Bordschützen Alfred Day. Der hat mit dem Krieg seine Lebensaufgabe, alle Freunde und die Liebe verloren; auf die Leere im Frieden ist er nicht vorbereitet. Die Komparsenrolle in einem Film über Kriegsgefangene scheint da eine sehr zweifelhafte Lösung. Natürlich ist das Thema so unbequem wie abgegriffen. Doch Kennedy legt ihrem Helden wunderschön bittere Sätze in den Mund, die für die Überwindung mehr als entschädigen: "Dein gebrochenes Herz ist immer noch nicht geheilt. Du vergisst es nicht, denn wenn du dich an manchen Tagen zu schnell umdrehst, dann stoßen die Teile deines Herzens zusammen und sie sind immer noch scharfkantig. Davon musst du husten." Mit düsterer Ironie arbeitet sie sich durch Klischeebilder und Unbeschreibbarkeiten, um den immergleichen Schrecken abzubilden. Und so schafft sie es mit "Day", vom Kampf gegen Nazi-Deutschland zu erzählen und gleichzeitig eine psychologische Folie für den Irakkrieg mitzuliefern. Ehrensache für Kennedy, dass sie sich damit im eigenen Land mehr Feinde als Freunde macht. (cs)

"Eine der radikalsten und aufregendsten Autorinnen der Gegenwart." - F.A.Z.

"Eine der radikalsten und aufregendsten Autorinnen der Gegenwart."( F.A.Z.)

Perlentaucher-Notiz zur TAZ-Rezension

"Eine anspruchsvolle, aber lohnende Lektüre hat Judith Luig in A.L. Kennedys Kriegsroman "Day" gefunden. In ihrer einfach und eindringlich gehaltenen Sprache erzähle Kennedy die Geschichte des jungen Alfred Day, der sich im Zweiten Weltkrieg aus persönlicher Hoffnungslosigkeit zur Royal Air Force meldet. Luig lobt Kennedy dafür, dass sie in ihrer bruchstückhaften und multiperspektivischen Erzählweise dem pubertären Gefühlsleben ihres Helden sehr nahe komme. Ein patriotischer Heldenroman sei "Day" aber keineswegs, da Kennedy die Schwierigkeiten ihres Protagonisten zeigt, sich nach Kriegsende von den Kriegserfahrungen zu befreien. Allerdings wirke das postmoderne Spiel mit den Brüchen in der Erzählung teilweise recht bemüht, kritisiert Luig, die dennoch das Buch zur Lektüre nachdrücklich empfiehlt.

© Perlentaucher Medien GmbH"
A. L. Kennedy, geb. am 22. Oktober 1965 im schottischen Dundee, gehört seit ihrer ersten Aufnahme in die legendäre Granta-Anthologie Best of Young British Writers (1993) zu den meistbeachteten Autorinnen Großbritanniens und gewann zahlreiche Preise. A. L. Kennedy wurde u.a. mit dem Somerset Maugham Award ausgezeichnet. Die Autorin, Dramatikerin und Filmemacherin lebt in Glasgow und meldet sich mit Beiträgen im Guardian auch politisch zu Wort, u.a. als engagierte Gegnerin des Irak-Krieges. Sie erhielt 2008 den Internationale Eifel-Literatur-Preis.

Blick ins Buch "Day"



Kundenbewertungen zu "Day" von "A. L. Kennedy"

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Bewertung von Polar aus Aachen am 24.07.2008   gut
Der Krieg mag für alle verlockend sein, die mit ihrem Leben wenig anzufangen wissen. Es gilt Siege zu erringen, Länder zu unterwerfen, Auszeichnung zu erhalten und Befehlen zu gehorchen, um sich selbst unter widrigen Umständen zu bewähren. Man wird geradezu getrieben, der eigenen Lethargie zu entfliehen. A. L. Kennedy zeichnet das Leben von Alfred Day nach, dem der Krieg gar nicht so ungelegen kommt. Er findet Kameradschaft, Liebe, alles, was das Leben so aufregend macht. Doch A. L. Kennedy verschweigt nicht die Schattenseiten eines Krieges, die Angst vor der Bombardierung, die Neurose nach dem Abwurf. Obwohl Day als Heckschütze nicht für die Bombardierung der Zivilbevölkerung direkt verantwortlich ist, ist er ein Teil des Räderwerks und gelangt unvermittelt durch die Gefangenschaft auf die Schattenseite. A. L. Kennedy taucht in die Psyche eines Mannes ab, lotet sein Empfinden wie sein Denken aus. Sie begibt sie literarisch in eine Männerwelt, um Fragen zu beantworten, wie z.B.: Warum Männer auf Knopfdruck funktionieren? Dabei entsteht ein gleichförmiger Erzählfluss ohne Höhen und Tiefen. Das Urteil über Day ist längst gefällt, er selbst in sich so gefangen, dass er nicht ausbrechen kann. Auch hier begegnen wir wieder der eisigen Welt menschlicher Beziehungen, die wir schon aus anderen Romanen Kennedys kennen. Ihre Figuren scheinbar von allem losgelöst, drängen aufeinander zu, ohne zu wissen, wie sie es anstellen sollen. Das Buch fordert einem Leser alles ab. Days Leben erscheint bleiern. Atmosphärisch sicher richtig, nur erschwert es einem den Zugriff.

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