Alexandre Dumas, der Autor von weltbekannten Abenteuerklassikern
wie >Die drei Musketiere< und >Der Graf von Monte
Christo<, hat auch vier Geschichten von historischen
Schiffskatastrophen hinterlassen, in denen er sich ganz auf der
Höhe seiner Erzählkunst zeigt. 1852 als Zeitungsfeuilletons
veröffentlicht, wurden sie 2003 wiederentdeckt und nun erstmals ins
Deutsche übersetzt. Dumas erzählt mitreißend vom Kampf gegen die
Naturgewalt des Wassers. Vom Durst, Erschöpfung, Tapferkeit,
Aufrichtigkeit, Mut, Durchhaltekraft: Der Mensch in seiner
elementaren Nacktheit im Kampf um das Überleben steht im Zentrum
dieser eindrucksvollen Schilderungen. Sie vermitteln pure
Lesefreude, immer findet sich ein Held, mit dem man mitfiebern,
immer auch Schurken, gegen die man sich verbünden kann.
Alexandre Dumas der Ältere (1802-1870) wächst als Sohn eines napoleonischen Generals in der nordfranzösischen Provinz auf. Früh verwaist und arm, doch von seinen Talenten überzeugt, begibt er sich als Neunzehnjähriger nach Paris, wo er zum Theater will. Sein Kapital: eine schöne Handschrift, ein paar erwilderte Rebhühner und eine schier unerschöpfliche Phantasie. Die Theaterstücke, die er zunächst schreibt, sind heute vergessen. Doch zwanzig Jahre später, 1844, ist er mit "Der Grafen von Monte Christo" der König des literarischen Feuilletons. Denn Dumas hatte den Nerv des Leserpublikums getroffen. Er bot eine intrigenreiche Handlung, Spannung, Illustion auf einem geschichtlichen Hintergrund, den man in groben Zügen kannte. Er bot historische Wahrheit, phantasievoll aufgefüllt mit Dichtung, und mischte ihr jenen feinen Schuß Ironie bei, der seine Romane bis heute so lesenswert macht.
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