Verbrechen der Wehrmacht - Hamburger Institut für Sozialforschung (Hrsg.)

Hamburger Institut für Sozialforschung (Hrsg.) 

Verbrechen der Wehrmacht

Dimensionen des Vernichtungskrieges 1941-1944. Ausstellungskatalog. Hrsg. v. Hamburger Inst. f. Sozialforschung

Herausgeber: Hamburger Institut für Sozialforschung
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Produktbeschreibung zu Verbrechen der Wehrmacht

Die Ausstellung "Verbrechen der Wehrmacht. Dimensionen des Vernichtungskrieges 1941-1944" zeigt ausgehend vom damals geltenden Kriegs- und Völkerrecht die teils aktive, teils passive Beteiligung der Wehrmacht an den im Zweiten Weltkrieg auf Kriegsschauplätzen im Osten und in Südosteuropa verübten Verbrechen. Sie dokumentiert insgesamt sechs Dimensionen des Vernichtungskrieges: Völkermord; Sowjetische Soldaten in deutscher Kriegsgefangenschaft; Ernährungskrieg; Deportationen; Partisanenkrieg; Repressalien und Geiselerschießungen. Die bisherige Forschung zu diesem Thema läßt keine Aussagen über die Anzahl der an den Verbrechen beteiligten deutschen Soldaten und Offiziere zu. Gleichwohl zeigt die Ausstellung auch das konkrete Verhalten einzelner Personen. In den "Handlungsspielräume" wird demonstriert, daß der Vernichtungskrieg kein Ort abstrakter Dynamik, sondern gestaffelter Entscheidungen und individueller Verantwortlichkeiten war.

Der Ausstellungskatalog zur Ausstellung "Verbrechen der Wehrmacht. Dimensionen des Vernichtungskrieges 1941 - 1944"
Der Krieg gegen die Sowjetunion unterschied sich von allen Kriegen der europäischen Moderne, auch von denen, die die deutsche Wehrmacht während des Zweiten Weltkrieges in anderen Ländern führte. Es war ein Krieg, der sich nicht nur gegen eine andere Armee, sondern auch gegen Teile der Zivilbevölkerung richtete. Die jüdische Bevölkerung sollte ermordet, nicht-jüdische sollten Zivilisten durch Hunger und Terror dezimiert und zur Zwangsarbeit eingesetzt werden. Dieses verbrecherische Vorgehen ergab sich nicht aus der Eskalation des Kriegsgeschehens, sondern war bereits Bestandteil der Kriegsplanungen.
Für das, was während der deutschen Besatzung im Osten konkret geschah, waren die Kriegsplanungen allerdings nur ein bestimmender Faktor. Darüber hinaus war jeder Einzelfall durch konkrete Handlungsbedingungen geprägt, von aktuellen Einflüssen bestimmt und durch Verhaltens- und Handlungsmuster der Akteure beeinflußt.
Das damals geltende Kriegs- und Völkerrecht enthielt eine Reihe von international anerkannten Grundsätzen, die in jedem Krieg einzuhalten waren. So standen Zivilbevölkerung und Kriegsgefangene unter einem besonderen Schutz. Obgleich das Kriegsrecht Maßnahmen zuließ, die zutiefst inhuman waren, und auch nicht für jeden Fall Regelungen traf, zog es doch eine deutliche Grenze zwischen Recht und Unrecht.
Die Ausstellung "Verbrechen der Wehrmacht. Dimensionen des Vernichtungskrieges 1941-1944" zeigt ausgehend vom damals geltenden Kriegs- und Völkerrecht die Beteiligung der Wehrmacht an den im Zweiten Weltkrieg auf Kriegsschauplätzen im Osten und in Südosteuropa verübten Verbrechen. Sie dokumentiert insgesamt sechs Dimensionen des Vernichtungskrieges: Völkermord an den sowjetischen Juden; Massensterben der sowjetischen Kriegsgefangenen; Ernährungskrieg; Deportationen von Zwangsarbeitern; Partisanenkrieg; Repressalien und Geisel erschießungen.
Die Ausstellung zeigt die teils aktive, teils passive Mitwirkung der Wehrmacht an den verübten Verbrechen. Die bisherige Forschung zu diesem Thema läßt keine Aussagen über die Anzahl der daran beteiligten deutschen Soldaten und Offiziere zu. Gleichwohl zeigt die Ausstellung auch das konkrete Verhalten einzelner Personen. In den "Handlungsspielräumen" wird demonstriert, daß der Vernichtungskrieg kein Ort abstrakter Dynamik, sondern gestaffelter Entscheidungen und individueller Verantwortlichkeiten war.


Produktinformation


  • Verlag: Hamburger Edition
  • 2002
  • 2., erweiterte Auflage
  • Ausstattung/Bilder: 2002. 749 S. m. zahlr. Farb- u. SW-Abb.
  • Seitenzahl: 749
  • Deutsch
  • Abmessung: 296mm x 238mm x 53mm
  • Gewicht: 2750g
  • ISBN-13: 9783930908745
  • ISBN-10: 3930908743
  • Best.Nr.: 10047505
Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 11.04.2002

Täter und Retter in der Wehrmacht
Hitlers Soldaten: Die Suche nach einem ausgewogenen Bild der Vergangenheit geht weiter

Hamburger Institut für Sozialforschung (Herausgeber): Verbrechen der Wehrmacht. Dimensionen des Vernichtungskrieges 1941-1944. Hamburger Edition, Hamburg 2002. 749 Seiten, 30,- Euro.

Wolfram Wette (Herausgeber): Retter in Uniform. Handlungsspielräume im Vernichtungskrieg der Wehrmacht. Fischer Taschenbuch Verlag, Frankfurt am Main 2002. 247 Seiten, 13,90 Euro.

Die These der Horrorbilderschau war einprägsam und schlicht: Mörder in Uniform. Der Titel der Ausstellung: "Vernichtungskrieg. Verbrechen der Wehrmacht 1941 bis 1944" wurde schnell verkürzt und damit entstellt zu "Wehrmachtsausstellung", so als ob die 18 Millionen Soldaten alle Täter gewesen seien, so als ob sich die Geschichte der bewaffneten Macht im "Dritten Reich" ganz auf fürchterliche Morde und Massaker reduzieren ließe.

Von 1995 bis 1999 gastierte die von Jan Philipp Reemtsma finanzierte Wanderausstellung in über 30 Städten, war ein Publikumsmagnet, bis sie an der Arroganz der Aussteller gegenüber ihren Kritikern und an einigen …

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Perlentaucher-Notiz zur F.A.Z.-Rezension

Rezensent Rainer Blasius ist mit dem Katalog zur gründlich überarbeiteten, zurückhaltend bebilderten Wehrmachtsaustellung nicht wirklich glücklich. Zwar lobt er den fast 800 Seiten umfassenden, großformatigen Ausstellungskatalog, der die genaue Lektüre aller Dokumente der Austellung ermöglicht, als "professionell recherchiert" und "aufwendig gestaltet". Aber die Bemängelung des fehlenden Orts- und Personenregisters bleibt bei weiten nicht sein einziger Kritikpunkt. So wirft er dem Katalog vor, dass er die Wechselwirkung von Kriegsführung und Besatzungspolitik unterbelichtet lässt und sich stattdessen "fast ausschließlich" auf die Grausamkeiten kapriziert. Militärischer Auftrag der Wehrmacht und Kriegsalltag der Soldaten dagegen kämen nur am Rande vor. Schon der pauschalisierende Titel passt Blasius nicht ins Konzept, waren es seiner Ansicht nach doch "nur" ein Prozent der deutschen Soldaten, die zu Vernichtungstätern wurden. Der "zentralen Frage der Quantifizierung" aber geht der Katalog sehr zum Ärgernis des Rezensenten aus dem Weg, das "Zerrbild" einer "schmutzigen Wehrmacht" bleibe so erhalten. Trotzdem kommt auch Blasius nicht umhin, einzugestehen, dass der …

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Kundenbewertungen zu "Verbrechen der Wehrmacht"

Durchschnittliche Kundenbewertung 3 von 5 Sterne bei 2 Bewertungen ***** gut
(aus 2 Bewertungen)

Bewertung von hpb aus Berlin am 14.04.2011 ***** ausgezeichnet
Kompakte, kompetente, bebilderte Zusammenfassung des Forschungsstandes zu den Wehrmachtverbrechen. Bislang war nur der Fachwissenschaft klar, dass die Wehrmacht ein williges Instrument des NS-Staates und seiner Vernichtungspolitik war. Nun wissen es viele Leute.

0 von 2 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.
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Bewertung von lilimarleen aus Nürnberg am 10.12.2010 ***** schlecht
Statt diesem Buch kann ich aus Gründen der Wahrheit nur dieses empfehlen:
Der Krieg, der viele Väter hatte.

2 von 3 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.
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