Die Lehrerin Marion verlässt eines Tages einem Impuls folgend ihren
Mann und zieht mit der deutlich jüngeren Lebenskünstlerin Claude
zusammen. Ambitioniertes Low-Budget-Liebesdrama aus
Frankreich.
Quelle/Copyright: Entertainment Media Verlag
Die Luft ist raus aus der Ehe, die Tochter längst erwachsen. Das
Leben ist aber noch nicht vorbei. Nach über zwanzig Jahren Ehe
fasst Marion einen mutigen Entschluss und verlässt ihre Familie.
Als sie kurz darauf der schönen Antiquitäten-händlerin Claude mit
den großen Augen begegnet, nähern sie sich zunächst einander an wie
tagtäglich viele Frauen - mit Sympathie und ähnlichen Sorgen. Sie
lachen zusammen über ihre Erfahrungen als Ehefrauen. Sie machen
sich gegenseitig Komplimente über ihre gut in Schuss gehaltenen
Körper. Erst auf einer gemeinsamen Reise stellt sich der Verdacht
ein, es könne sich um romantische Liebe handeln, es ginge um
Verlangen, Sinnlichkeit, gar Sex - und um all die Kämpfe einer
regelrechten Amour Fou. Bin ichs oder bin ichs nicht? Diese Frage
reißt die eher bürgerliche Marion in eine tiefe Verunsicherung.
Coming Out, jetzt noch? Eine weitere späte Entscheidung steht an.
Pünktlich zum Hochzeitstag fasst Lehrerin Marion aus scheinbar heiterem Himmel den Entschluss, die in Routine erkaltete Ehe mit Paul in aller Gelassenheit zu beenden und noch mal einen Neuanfang zu wagen. Eine gute Gelegenheit für letzteres ergibt sich, als Marion mit der charmanten jungen Antiquitätenhändlerin Claude in eine gemeinsame WG zieht und darüber - besser spät als nie - ihre lesbische Neigung entdeckt. Paul ist von dieser Entwicklung ebenso wenig erbaut wie die sechzehnjährige Tochter, doch Marion lässt sich nicht beirren. Ambitionierte französische Low-Budget-Love-Story um die erotische Identitätssuche einer Mittvierzigerin und die Folgen, die ihr für alle inklusive sie selbst überraschendes Coming Out in ihrem sozialen Umfeld auslöst. Profilierte gallische Charakterstars geben überzeugend humorlos-braves Beziehungsdrama zum Besten, Ausstattung und gehobene Produktionsbedingungen signalisieren, dass es sich nicht um ein Subkultur-Nischenprodukt, sondern um einen Mainstream-Kinofilm mit einem Nischenthema handelt. Guter Griff für die Zielgruppe.
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