Die Urkatastrophe Deutschlands. Der Erste Weltkrieg 1914-1918 - Gebhardt, Bruno

Bruno Gebhardt 

Die Urkatastrophe Deutschlands. Der Erste Weltkrieg 1914-1918

Von Wolfgang J. Mommsen
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Die Urkatastrophe Deutschlands. Der Erste Weltkrieg 1914-1918

Der Erste Weltkrieg, die "Urkatastrophe", steht am Anfang einer Epoche gewaltiger Umwälzungen. In seinem Gefolge ereigneten sich politische und soziale Erschütterungen, die die überkommene bürgerliche Ordnung Europas zerstörten: Mit diesem Niedergang begann der Aufstieg von Faschismus und Nationalsozialismus und die Stabilisierung des sowjetischen Herrschaftssystems.


Der neue Gebhardt. Das bedeutendste Standardwerk zur deutschen Geschichte in 24 Bänden - neu aufgelegt.

Kurztext:
Der Erste Weltkrieg, die "Urkatastrophe", steht am Anfang einer Epoche gewaltiger Umwälzungen. In seinem Gefolge ereigneten sich politische und soziale Erschütterungen, die die überkommene bürgerliche Ordnung Europas zerstörten: Mit diesem Niedergang begann der Aufstieg von Faschismus und Nationalsozialismus und die Stabilisierung des sowjetischen Herrschaftssystems.


Produktinformation

  • Handbuch der deutschen Geschichte
  • 19. Jahrhundert (1806-1918), Bd.17
  • Verlag: Klett-Cotta
  • 2002
  • 10., neubearb. Aufl. 2002.
  • Ausstattung/Bilder: XXIX, 188 S.
  • Seitenzahl: 188
  • Deutsch
  • Abmessung: 222mm x 142mm x 25mm
  • Gewicht: 440g
  • ISBN-13: 9783608600179
  • ISBN-10: 3608600175
  • Best.Nr.: 09417246
Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 31.07.2002

Remedur
Der neuen „Gebhardt”:
von Grund auf modernisiert
Alexis de Tocqueville erkannte bereits in den dreißiger Jahren des 19. Jahrhunderts, dass Vielfalt und nicht Homogenisierung in modernen Gesellschaften soziale Gleichheit erzeugt. Die Gesellschaften wurden komplexer, auch die Art sie zu betrachten musste differenzierter werden. So ist es nur folgerichtig, das 19. Jahrhundert als „Epoche, in der die klassische Moderne entstand” (Jürgen Kocka), methodisch in all seinen politischen, wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen, aber auch regional unterschiedlichen Ausprägungen zu erfassen. Dieses Bemühen freilich ist postmodern, es kennzeichnet erst die Historiographie der vergangenen dreißig Jahre.
Es war vor diesem Wandel, als das traditionsreichste Handbuch der deutschen Geschichte mit Namen „Gebhardt” letztmals grundsätzlich überarbeitet wurde. Seitdem schreibt sich Geschichte anders und heißt historische Sozialwissenschaft. Der „Gebhardt” hingegen blieb seiner Tradition eines „naiven Positivismus” (Wolfgang Reinhard) treu, verstand sich als Chronist politischer Ereignisgeschichte und verlor allmählich den Kontakt zur Leser- …

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Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 20.06.2002

Versäulte Katastrophe
Wolfgang J. Mommsens Handbuch über den Ersten Weltkrieg

Wolfgang J. Mommsen: Die Urkatastrophe Deutschlands. Der Erste Weltkrieg 1914-1918. Verlag Klett-Cotta, Stuttgart 2002. XXXIX und 188 Seiten, 30,- Euro.

Es war der amerikanische Diplomat und Historiker George F. Kennan, der 1979 - eher beiläufig, in einem Buch über die russisch-französische Annäherung in der Bismarckzeit - den Ersten Weltkrieg als "Urkatastrophe" des inzwischen vergangenen 20. Jahrhunderts bezeichnete. Von Andreas Hillgruber aufgegriffen und in die deutsche Forschung eingeführt, hat sich dieser Topos hierzulande rasch durchgesetzt - jetzt auch bei Wolfgang J. Mommsen, der damit allerdings sehr eigenwillig umgeht. Im Laufe seiner Darstellung des Krieges verengt sich nämlich das Drama auf die "Urkatastrophe Europas", um schließlich im Titel als "Urkatastrophe Deutschlands" zu enden.

Das ist kein Zufall. Einmal erscheint das Buch als Band 17 der Neuauflage des inzwischen legendären "Gebhardt. Handbuch der deutschen Geschichte"; und dann hat sich sein Autor zeitlebens vornehmlich mit der deutschen Geschichte dieser Epoche beschäftigt, …

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Perlentaucher-Notiz zur Sueddeutsche Zeitung-Rezension

"Seit der 'Gebhardt', das "traditionsreichste Handbuch der deutschen Geschichte" zum letzten Mal von Grund auf überarbeitet wurde, "schreibt sich Geschichte anders und heißt historische Sozialwissenschaft", schreibt Rezensent Thomas Thiemeyer einleitend. Und so begrüßt er das Erscheinen des neuen Gebhardt, der wie Thiemeyer lobend anmerkt, mit dem alten nur noch den Namen gemeinsam hat. Nicht mehr vier, sondern 24 Bände soll der neue Gebhardt umfassen und davon sind jetzt zwei neu erschienen. Wolfgang Mommsen folge in seinem Band zum Ersten Weltkrieg jedoch eher der "klassischen Geschichtsschreibung". Dabei hätte Mommsen mehr auf das "Charakteristische am Ersten Weltkrieg" eingehen können, findet der Rezensent, nämlich auf "das Leben in den Kriegsgräben". Diese Schwäche geht nach Ansicht des Rezensenten einher mit dem allgemeinen Versäumnis des neuen Gebhardts: Fotos und Karten fehlen. Insgesamt jedoch findet Thiemeyer die Bände gelungen, da sie sowohl "profunde Analysen" liefern, als auch immer wieder die Forschung miteinbeziehen.

© Perlentaucher Medien GmbH"
Wolfgang J. Mommsen, geboren 1930 in Marburg. 1968 - 1996 Professor für Mittlere und Neuere Geschichte an der Universität Düsseldorf. Er leitete von 1977 bis 1985 das Deutsche Historische Institut in London und war von 1988 bis 1992 Vorsitzender des Verbandes der Historiker Deutschlands. Er war Mitherausgeber der Max-Weber-Gesamtausgabe und lebte als Emeritus in Düsseldorf. 2004 kam Wolfgang Mommsen bei einem Badeunfall ums Leben.

Leseprobe zu "Die Urkatastrophe Deutschlands. Der Erste..."

"Forschungsstand und Kontroversen in der Forschung
In der Geschichtswissenschaft besteht heute weithin Einigkeit darüber, daß der Erste Weltkrieg, wie George Kennan dies formuliert hat, die "Urkatastrophe" des zwanzigsten Jahrhunderts gewesen ist. Der Erste Weltkrieg steht am Anfang einer Epoche gewaltiger Umwälzungen, die erst in den letzten Jahren unseres Jahrhunderts einer neuen, freilich immer noch instabilen Weltgesellschaft Platz gemacht haben. Die politischen und sozialen Erschütterungen des Ersten Weltkrieges unterminierten die überkommene bürgerliche Sozialordnung Europas; sie beschleunigten den Niedergang des Bürgertums als führende gesellschaftliche Schicht; sie setzten neue politische Kräfte frei, welche Europa und die Welt bis zur Unkenntlichkeit veränderten, einerseits den Nationalsozialismus und die faschistischen Bewegungen, andererseits das sowjetische Experiment der Errichtung eines marxistisch-leninistischen Herrschaftssystems zunächst 'in einem (- rückstä ndigen - d.Vf.) Lande' und, teilweise als Folge des Zweiten Weltkrieges, seiner zeitweiligen Ausweitung auf ganz Osteuropa. Darüber hinaus sind die Ausstrahlungen des Marxismus-Leninismus namentlich auf die außereuropäische Welt noch heute wahrnehmbar, wenngleich sie seit längerem rückläufig sind. Der Erste Weltkrieg brachte in der Zwischen Kriegszeit die Kulmination westlicher imperialer Herrschaft über weite Regionen des Erdballs. Gleichzeitig wurden in diesen Jahren die Ansätze gelegt, die dann nach dem Zweiten Weltkrieg in einen weltweiten Prozeß der Dekolonisation einmündeten. Vor allem aber wurden die europäischen Gesellschaften und namentlich die deutsche Gesellschaft durch die politischen, wirtschaftlichen, sozialen und moralischen Auswirkungen des Ersten Weltkrieges tiefgreifend verändert und destabilisiert; überdies war er die Inkubationsphase der extremen völkischen Nationalismen und des Antisemitismus ..."

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