Wie schön weiß ich bin - Verroen, Dolf

Dolf Verroen 

Wie schön weiß ich bin

Ausgezeichnet mit dem Deutschen Jugendliteraturpreis 2006, Kategorie Jugendbuch und mit Gustav-Heinemann-Friedenspreis 2006

Übersetzer: Erdorf, Rolf
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Wie schön weiß ich bin

Zum Geburtstag bekommt Maria viele schöne Geschenke. Das schönste ist ein kleiner Sklave.


Produktinformation

  • Verlag: Hammer
  • 2005
  • Ausstattung/Bilder: 2005. 68 S.
  • Seitenzahl: 68
  • Altersempfehlung: ab 12 Jahren
  • Deutsch
  • Abmessung: 235mm x 150mm x 10mm
  • Gewicht: 260g
  • ISBN-13: 9783779500391
  • ISBN-10: 3779500396
  • Best.Nr.: 14640067
Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 19.10.2005

Ein Stein im Wasser
Schwarz-weiß: Dolf Verroen erzählt von Sklaven und Mädchen

Wer Nachworte gewöhnlich überblättert, weil sich ein literarisches Werk selbst zu erklären habe, muß hier umdenken. Dolf Verroens Nachwort ist mit seinem Prosagedicht in vierzig Versen wie mit unsichtbaren Ketten verbunden. Beide Texte erschließen sich vollends erst im Rückspiegel des jeweils anderen. Es schadet nichts, mit dem Nachwort zu beginnen. Dolf Verroen erzählt darin, wie er zum ersten Mal nach Suriname kam, ins ehemalige Niederländisch-Guyana an der südamerikanischen Nordküste. Dort wurde die Sklaverei erst im Jahre 1863 abgeschafft, im selben Jahr wie in den Vereinigten Staaten, die um diese Frage einen blutigen Bürgerkrieg geführt hatten - doch spät im Vergleich zu anderen Weltregionen.

Verroen kam 1976 nach Suriname, ein Jahr nachdem das Land unabhängig geworden war. Dort, so schreibt er, wurde ihm zum ersten Mal bewußt, wie es ist, den Unterschied zwischen schwarzer und weißer Hautfarbe mit allen Sinnen zu spüren. Darüber und über eine Plantage, auf der seinerzeit Hunderte von Sklaven schufteten, wollte er schreiben, es wurde nichts …

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Perlentaucher-Notiz zur TAZ-Rezension

Rezensentin Angelika Ohland ist außerordentlich angetan von diesem jugendliteraturpreisgekrönten Jugendroman über eine zwölfjährige Amerikanerin im 19. Jahrhundert, die zum Geburtstag einen Sklaven geschenkt bekommt. Bei aller Härte und Wahrhaftigkeit besticht sie das Buch immer wieder auch durch Poesie. Besonders beeindruckt Ohland der minimalistische Erzählton, mit dem der niederländische Autor seine Sklavengeschichte erzählt, die Konsequenz, mit der er sie aus der gnadenlosen Perspektive des Mädchens Maria erzählt, die das neue Spielzeug wieder abstößt und durch ein neues ersetzt, als es ihr nicht mehr gefällt.

© Perlentaucher Medien GmbH

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 04.10.2005

Koko zum Geburtstag
Über den Umgang mit Sklaven in Surinam im 19. Jahrhundert
Der zwölfte Geburtstag. Maria ist stolz auf ihre Geschenke, die Halskette von Mama, die Bibel von Großmama und Großpapa, die Handtasche von Tante Erda, „eine Fast-Schon-Große-Dame-Handtasche”. Aber das Beste kommt von Papa: „Vier Sklaven trugen eine Terrine mit Deckel auf. Papa ist stark. Er hob selbst den Deckel herunter. Ich sah ein Menschlein. Das ist Koko, sagte Papa. Ein kleiner Sklave für unsere Maria. Von Tante Elisabeth bekam ich eine kleine Peitsche. Sie war leider etwas zu groß für die Handtasche. Schade.”
Dem Leser stockt der Atem, mit welcher Selbstverständlichkeit ein zwölfjähriges Kind im 19. Jahrhundert über den Umgang mit Sklaven berichtet. Wie sie, die Tochter eines Plantagenbesitzers in Surinam den kleinen Jungen als ihren Besitz betrachtet, als ein Ding ohne menschliche Rechte. Es besteht auch kein Zweifel in der damaligen Gesellschaft darüber, dass sie richtig handelt. Ihre Vorbilder sind ihre Eltern und Verwandten, niederländische Kolonialherren in Surinam, und sie alle fühlen sich allein durch ihre weiße Hautfarbe dazu privilegiert, die …

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"Wie verlief das Leben eines weißen Mädchens während der Kolonialzeit in Surinam? In knappen Tagebucheinträgen schildert Maria ihren Alltag, beginnend mit dem 12. Geburtstag, zu dem sie den ersten Sklaven geschenkt bekommt. Laura Tonkes junge Stimme trifft ideal den Ton eines Mädchens, das mit großer Selbstverständlichkeit über "ihren" Sklaven verfügt, ihn schlägt und demütigt." -- Jurybegründung zur hr2-Hörbuch-Bestenliste
Dolf Verroen, geb. 1928 in Delft in den Niederlanden, ist Autor, Kritiker, Übersetzer und Essayist.

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