Müller MP3, Tondokumente 1972-1995, 4 MP3-CDs - Müller, Heiner

Heiner Müller 

Müller MP3, Tondokumente 1972-1995, 4 MP3-CDs

Ausgezeichnet mit dem Deutschen Hörbuchpreis 2012 für Beste Information. 2160 Min.

Mit e. Begleittext v. Stephan Suschke; Hrsg. v. Kristin Schulz
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Müller MP3, Tondokumente 1972-1995, 4 MP3-CDs

Diese Zusammenstellung basiert auf Mitschnitten öffentlicher Autorenlesungen,Veranstaltungen und wichtiger Stationen Heiner Müllers, die sein künstlerisches Lebenswerk dokumentieren und vorstellen sowie seine Auseinandersetzungen mit Literatur und politischen Verhältnissen widerspiegeln. Heiner Müller liest Gedichte und Prosa, darunter Herzstück, Mommsens Block und Bildbeschreibung, Auszüge aus seinen Stücken Zement, Wolokolamsker Chaussee, Der Findling, Die Umsiedlerin oder das Leben auf dem Lande, Der Auftrag sowie aus seinen Shakespeare-Adaptionen Macbeth und Titus Andronicus. Des weiteren sind Reden und Vorträge Heiner Müllers zu hören, so die Rede vom 4. November 1989 in Berlin auf dem Alexanderplatz, Shakespeare - eine Differenz in Weimar 1988 sowie seine Dankesrede Die Wunde Woyzeck anläßlich der Verleihung des Georg-Büchner-Preises am 18. Oktober 1985. Daneben liest Heiner Müller auch fremde Texte von Gottfried Benn, Karl Marx, Franz Kafka und Bertolt Brecht.

Tonaufnahmen mit Lesungen, Interviews, Gesprächen und Reden des Dichters, Dramatikers, Regisseurs und Intendanten Heiner Müller (1929 1995)
Bei Heiner Müller wird das gesprochene Wort zur eigenständigen Kunstform.
Während Müllers literarisches Werk durch eine Werkausgabe gut editiert ist, waren die Aufnahmen, die ihn als sprechenden Dichter, schlagfertigen Redner, außergewöhnlichen Vorleser und brillanten Aphoristiker zeigen, weitestgehend unzugänglich und unbekannt.
Erstmals erscheint jetzt eine umfassende Auswahl von meist Tondokumenten mit Interviews, Gesprächen und Lesungen eigener wie fremder Texte. So gut wie keines dieser Dokumente liegt bislang in gedruckter oder anderer Form vor. Due Ausgabe enthält ein ausführlich kommentierendes Buch, u.a. mit Beiträgen von Mitarbeitern und Gesprächspartnern aus dem Umfeld Heiner Müllers.


Produktinformation

  • Verlag: Alexander Verlag
  • Seitenzahl: 200
  • Artikeltyp: Hörbuch
  • ISBN-13: 9783895811296
  • ISBN-10: 3895811297
  • Best.Nr.: 12801978
  • Laufzeit: 2160 Min.
"Müllers Stücke und deren Inszenierungen sind Reflexe auf die Veränderungen in der zweiten Hälfte des vergangenen Jahrhunderts, sie begleiten sie in die Welt, in der wir jetzt leben."(Stephan Suschke)

Perlentaucher-Notiz zur F.A.Z.-Rezension

Sechsunddreißig Stunden Heiner Müller sind eine ganz schöne Herausforderung, meint Rezensentin Irene Bazinger. Dennoch kann sie die vier MP3-CDs, auf denen die Literaturwissenschaftlerin Kristin Schulz alle Interviews, Lesungen, Reden und Kommentare aus den Jahren 1972 bis 1995 des ostdeutschen Dramatikers versammelt, nur empfehlen. Erfreulich unpathetisch findet sie Müllers Lesungen seiner eigener Texte oder derjenigen anderer Autoren, wie etwa Bertolt Brecht oder Jewgenij Jewtuschenko. Neben zahlreichen Bonmots und "charmanten Flapsigkeiten" - etwa Müllers Spruch "Zehn Deutsche sind natürlich dümmer als fünf Deutsche" - hat die Rezensentin intellektuellen Reflexionen gelauscht, die sie über die störenden Tonschwankungen der verschiedenen Rundfunkaufzeichnungen hinwegsehen lassen. Und dank des umfassenden und kenntnisreichen Begleitbuchs kann Bazinger auch das Fehlen eines roten Fadens verzeihen.

© Perlentaucher Medien GmbH

"Müllers Stücke und deren Inszenierungen sind Reflexe auf die Veränderungen in der zweiten Hälfte des vergangenen Jahrhunderts, sie begleiten sie in die Welt, in der wir jetzt leben."(Stephan Suschke)
Heiner Müller, geb. 1929 in Eppendorf, Sachsen, bedeutender Schriftsteller, Dramatiker, Regisseur und Intendant, starb am 30.12.1995 in Berlin. 1959 erhielt er den Heinrich-Mann-Preis, 1985 den Georg-Büchner-Preis, 1990 den Heinrich-von-Kleist-Preis. 1991 wurde Heiner Müller mit dem Europäischen Theaterpreis ausgezeichnet.

Kundenbewertungen zu "Müller MP3, Tondokumente 1972-1995, 4 MP3-CDs"

1 Kundenbewertung (Durchschnitt 5 von 5 Sterne bei 1 Bewertungen ***** ausgezeichnet)
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Bewertung von kapitan kloss aus Strausberg am 19.05.2011 ***** ausgezeichnet
Heiner Müller spricht auf vier CDs über seine Zeit als Künstler in der DDR und im Nach-Wende-Deutschland. Es ist zu befürchten, dass Hörer, die die DDR nur aus der gegenwärtigen Mediendarstellung kennen, nicht viel damit anfangen können oder sehr überrascht sind. Man muss sich viel Zeit nehmen und die Gepräche auf sich wirken lassen, erhält aber viel Gelegenheit zum Nachdenken über seine und unsere Zeit. Heiner Müller ist kein Zyniker. Zynisch waren die Zeitumstände, denen er ausgesetzt war. Ob sich daran etwas geändert hat, muss der Hörer für sich entscheiden. Selten findet man solch vielfältige Einladungen zum Selbstdenken. Hier einige Proben:

"Mich stört ein bisschen die Vorstellung, dass es harmonische Persönlichkeiten gibt. Ich kann mir das nicht wünschen, eigentlich."

" Man kann's auf eine Formel bringen: In 50 Jahren ist nicht wichtig, wo und wann ich mich wie ein Schwein verhalten habe. Es ist wichtig, wo ich wie ein Schwein geschrieben habe."

"Wenn ich gesagt hätte, ich reise nicht, bevor nicht alle reisen können, hätte ich eine ganze Menge Dinge nicht schreiben können, die ich geschrieben hab, weil ich reisen konnte. Und meine erste moralische Verpflichtung ist die meiner Arbeit gegenüber."

"Das einzige Territorium, was mich interessiert, bin ich."

"Ich zitiert mal jetzt was ganz Schlimmes, einen Satz von Bloch, den ich immer sehr einleuchtend fand, aus der Zeit, als er noch hier war: "Die moralische Überlegenheit des Kommunismus beruht darin, dass er für den Einzelnen keine Antwort hat." Das finde ich einen sehr guten Satz.

"Was spricht eigentlich gegen ein schlechtes Gewissen als Schreibimpuls oder als ein Schreibimpuls? Das gehörte zu diesem Erfahrungsdruck in der DDR, und das schlechte Gewissen schärft auch den Blick für das eigene Bewusstsein oder Gefühlsleben und auch den Blick für gesellschaftliche Strukturen."

"Und ich finde positiv auf jeden Fall, dass bei uns die Scheidungsquote so hoch ist, das ist ein sehr gutes Zeichen, und dass die meisten Scheidungsanträge von Frauen ausgehen. Das spricht sehr für die DDR, glaube ich. "

"Wir haben eine ungeheure Selbstmordquote in der DDR, das spricht einmal für die Dynamik unserer Entwicklung und so, auch die Selbstmordquote. Spricht auch für einiges andere, ist auch klar. Andererseits ist das eigentlich schon beinah ein gesunder Instinkt, finde ich, dass das bei uns nicht so ernst genommen wird, diese Selbstmordquote."

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