Herr Lehmann / Frank Lehmann Trilogie Bd.3 (2 Audio-CDs) - Regener, Sven

Herr Lehmann / Frank Lehmann Trilogie Bd.3 (2 Audio-CDs)

Hörspiel. Ausgezeichnet mit dem Deutsche Hörbuchpreis 2009 für Beste Fiktion. 116 Min.

Sven Regener 

Gesprochen von Florian Lukas, Bjarne Mädel, Florian von Manteuffel u. a.; Hörspielbearb. u. Regie: Sven Stricker
Audio CD
 
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  ausgezeichnet
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Herr Lehmann / Frank Lehmann Trilogie Bd.3 (2 Audio-CDs)

Herr Lehmann ist Kreuzberger. Kreuzberger sind Menschen, die einmal aus Schwaben oder dem Allgäu nach Berlin gekommen sind. Herr Lehmann ist aus Bremen und möchte eigentlich Frank genannt werden, aber das ignorieren seine Freunde. Denn bald ist sein dreißigster Geburtstag, und das ist fatal, weil man da langsam 'beginnt, eine Vergangenheit zu haben, eine gute alte Zeit und den ganzen Scheiß.' Sven Stricker gelingt mit diesem Hörspiel der fulminante akustische Entwurf von Sven Regeners Berlin der 80er Jahre. Mit allem, was dazu gehört: Tragik, Komik und dazwischen ein lakonischer Herr Lehmann.

"Diese 140 Minuten Hörspiel sind besser als die Verfilmung von Leander Haussmann." -- Hochschul-Anzeiger

"Die Stimmen von Florian von Manteuffel, Florian Lukas und anderen, die Musik von Jan Peter Pflug, alles in der Regie von Sven Stricker, alles ist wunderbar lebendig. Ja, lautet die Antwort auf die eingangs gestellte Frage: eine Hörspielversion hat uns noch gefehlt. Kein Quatsch!" -- NDR Kultur

"Sven Stricker gelingt mit diesem Hörspiel der akustische Entwurf von Sven Regeners Berlin der 80er Jahre." -- Kieler Nachrichten


Produktinformation

  • ISBN-10: 3867176345
  • Best.Nr.: 29608033
  • Laufzeit: 116 Min.
kulturnews - RezensionBesprechung
Bereitgestellt von kulturnews.de
(c) bunkverlag
Nach überschwenglichem Lob aus der ersten Riege des deutschen Feuilletons, lag es natürlich nahe, "Herr Lehmann" auch als Lesung zu präsentieren. Sven Regener, mikrophonbewährt als Frontmann der Berliner Kultband Element Of Crime, intoniert seinen Debütroman selbst. Allerdings, Aufmerksamkeit und Konzentration sind im besonderen Maße Bedingung, um den Geschichten seines Helden folgen zu können. Was Herr Lehmann in der Wendezeit in Berlin erlebt, das trägt Regener fast gehetzt schnell vor, lässt sich und dem Zuhörer keine Pausen, auch seine oftmals abgehackte Betonung ist gewöhnungsbedürftig. Und was im Buch irgendwann zum Stilmittel wird, das stete "dachte Herr Lehmann", das erreicht in der akustischen Präsentation den Rand des Nervigen. So verliert zwangsläufig das Buch als Hörbuch hier viel von seiner Wirkung, was eine gelegentlich technisch nicht saubere Aufnahme, leichte "Versprecher" sind geblieben, noch unterstützt. Inhaltlich können Buch und die vom Autor leicht bearbeitete Leseversion hingegen durchaus überzeugen: Das Wiedererkennen von Situationen, die Beobachtung von Alltäglichem, prägnant beschrieben, dies verschafft eine gewisse Verbundenheit zu Herrn Lehmann, egal, was für ein Kauz er auch sein mag. (rs)

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 17.08.2001

Aber dann, aber dann: Kreuzberger Hosenträger sind lang
Der Einzug des guten Onkels in die neueste deutsche Literatur: Sven Regener kehrt bei Herrn Lehmann, dem Zapfer, ein und spendiert ihm einen Roman und zwanzig Biere
Es soll vor der Wende ein Tal der Ahnungslosen gegeben haben. Es lag im Südosten der Deutschen Demokratischen Republik, irgendwo hinter Dresden, und wurde so genannt, weil keine Antenne mehr ausreichte, um ein Fernseh- oder Rundfunkgerät mit Sendungen aus dem Westen zu versorgen. Dass es auch im Westen ein solches Tal ohne Nachrichten, ohne Veränderung, eine solche Welt der ewigen Wiederholung des Gleichen gegeben haben soll, war bislang nicht bekannt. Sven Regener, gerade noch Sänger und Texter der Popgruppe Element of Crime will dieses Tal nun entdeckt haben: im äußersten Osten West-Berlins, in SO 36, im tiefen Kreuzberg. Dort ist „Herr Lehmann” in den achtziger Jahren zu Hause gewesen, als Zapfer in einer Kneipe namens „Einfall”, und vielleicht zieht er dort noch heute seine mehr oder minder schwankenden Kreise.
Der Untertitel weist das Buch (Eichborn Berlin, Berlin 2001) als „einen Roman” aus, und der unbestimmte Artikel ist …

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Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 09.03.2008

DIE STADT IM ROMAN

Düsseldorf: Aufstieg und Fall einer Anwaltsfamilie im neureichen Prada-Milieu von Düsseldorf schildert Martin Walser in seinem Roman "Der Lebenslauf der Liebe". Es ist die Geschichte von Susi Gern, einer alternden Frau auf der Suche nach Liebe. Dieser Düsseldorfer Lebenslauf ist aber auch eine Gesellschaftssatire, die in einer anderen Stadt so nicht spielen könnte.

Martin Walser, Lebenslauf der Liebe, Frankfurt, Suhrkamp, 10 Euro.

Berlin: Robert Gernhardt, der Frankfurter Lyriker, hat seine Hauptstadtgedichte in den 90er Jahren für die Berliner Seiten der Frankfurter Allgemeinen geschrieben. Beobachtungen vom Potsdamer Platz stehen da neben ironischen Beschreibungen Berliner Lebensart. Der Grundton der Gedichte ist Zuneigung. Hier ein kurzer Auszug:

In der großen Stadt Berlin

kommst Du auf die Kosten:

Wenn der Westen es nicht bringt,

gibt's ja noch den Osten.

Robert Gernhardt, Berliner Zehner - Hauptstadtgedichte, Fischer, Frankfurt, 8 Euro.

Berlin: In seinem Roman "Herr Lehmann" entführt Sven Regener, Sänger der Band "Element of Crime", den Leser in die kleine Welt …

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Perlentaucher-Notiz zur Sueddeutsche Zeitung-Rezension

Thomas Steinfeld hält diesen Band für ein "freundliches, leichtes und gekonnt belangloses Buch", bei dem ihm offenbar besonders gut gefällt, dass der Autor hier einen "unerbittlichen Konservatismus" der alternativen Szene ins Visier nimmt, in der vor allem eines wichtig ist: dass man nicht gestört wird in seinem eingerichteten Leben. Steinfeld ist der Ansicht, dass dieses Buch beinahe genauso gut in den zwanziger Jahren hätte geschrieben werden können, vor allem wegen der "Milde, (...) dem betulichen Ton eines ebenso langmütigen wie teilnehmenden Beobachters, den man sich eigentlich immer als dicken Mann mit Hosenträgern vorgestellt hat". Dass der Roman letztlich aus zwanzig Anekdoten besteht, hat zwar nach Steinfeld seinen Reiz, doch findet er, das zwölf durchaus gereicht hätten. Irgendwann bei der Lektüre schien es Steinfeld so, als ob man einem Partygast zuhört, der lustige Dinge erzählt, einem jedoch ab einem gewissen Punkt nur noch auf die Nerven geht. Auch ein bisschen mehr "literarische Seele" hätte dem Herrn Lehmann nicht geschadet, findet Steinfeld. Doch insgesamt überwiegt das positive Urteil in der Rezension, zumal Steinfeld zum Schluss noch lobend auf die "Originalität und Kraft" dieses Buch hinweist.

© Perlentaucher Medien GmbH
Sven Regener wurde 1961 in Bremen geboren. 1985 gründete er die Band "Element of Crime", die mit deutschsprachigen Alben wie "Damals hinterm Mond" und "Weißes Papier" eine große Popularität erlangte. Sven Regener ist Sänger und Texter der Gruppe. 2011 erhielt er den Ehrenpreis der Deutschen Schallplattenkritik.
DER HUND Der Nachthimmel, der ganz frei von Wolken war, wies in der Ferne, über Ostberlin, schon einen hellen Schimmer auf, als Frank Lehmann, den sie neuerdings nur noch Herr Lehmann nannten, weil sich herumgesprochen hatte, daß er bald dreißig Jahre alt werden würde, quer über den Lausitzer Platz nach Hause ging. Er war müde und abgestumpft, er kam von der Arbeit im Einfall, einer Kneipe in der Wiener Straße, und es war spät geworden. Das war kein guter Abend, dachte Herr Lehmann, als er von der westlichen Seite her den Lausitzer Platz betrat, mit Erwin zu arbeiten macht keinen Spaß, dachte er, Erwin ist ein Idiot, alle Kneipenbesitzer sind Idioten, dachte Herr Lehmann, als er an der großen, den ganzen Platz beherrschenden Kirche vorbeikam. Ich hätte die Schnäpse nicht trinken sollen, dachte Herr Lehmann, Erwin hin, Erwin her, ich hätte sie nicht trinken sollen, dachte er, als sich sein Blick zerstreut in den Maschen der hohen Umzäunung des Bolzplatzes verfing. Er ging nicht schnell, die Beine waren ihm schwer von der Arbeit und vom Alkohol. Das mit dem Schnaps war Quatsch, dachte Herr Lehmann, Tequila und Fernet, morgen früh wird es mir schlecht gehen, dachte er, Arbeiten und Schnapstrinken verträgt sich nicht, alles, was über Bier hinausgeht, ist falsch, dachte er, und gerade ein Typ wie Erwin sollte seine Angestellten nicht noch zum Schnaps trinken überreden, dachte Herr Lehmann. Er kommt sich noch großzügig dabei vor, wenn er die Leute zum Schnaps trinken überredet, dachte Herr Lehmann, dabei tut er das bloß, um selbst einen Vorwand zum Saufen zu haben, aber andererseits, dachte er, ist es auch nicht richtig, die Verantwortung auf Erwin abzuwälzen, am Ende ist man immer selber schuld, wenn man Schnaps trinkt.

Der Mensch ist ein Wesen mit freiem Willen, dachte Herr Lehmann, als er sich der anderen Seite des Lausitzer Platzes näherte, jeder muß selber wissen, was er tut und was nicht, und nur weil Erwin ein Depp ist und einen zum Schnapstrinken überredet, heißt das noch lange nicht, daß Erwin schuld ist, dachte er, aber er dachte auch mit Genugtuung an die Flasche Whisky, die er heimlich hatte mitgehen lassen und die in der großen Innentasche seines langen, für einen Septembertag im Grunde viel zu warmen Mantels steckte. Er selbst hatte zwar keine Verwendung für Whisky, denn er trank ja im Prinzip schon lange keinen Schnaps mehr, aber Erwin mußte immer mal wieder bestraft werden, und Herr Lehmann konnte die Flasche zur Not seinem besten Freund Karl schenken.

Dann sah er den Hund. Herr Lehmann, wie sie ihn neuerdings nannten, obwohl die, die das taten, auch nicht viel jünger waren, obwohl tatsächlich einige von ihnen, sein bester Freund Karl und auch Erwin zum Beispiel, sogar älter waren als er, kannte sich mit Hunderassen nicht aus, aber er konnte sich beim besten Willen nicht vorstellen, daß man so ein Tier mit Absicht züchtete. Der Hund hatte einen großen Kopfmit einer mächtigen, sabbernden Schnauze und zwei großen, lappigen Ohren, die links und rechts davon herunterhingen wie zwei welke Salatblätter. Sein Rumpf war fett, und sein Rücken so breit, daß man darauf eine Flasche Whisky hätte abstellen können, seine Beine waren dagegen unverhältnismäßig dünn, sie ragten aus dem Körper heraus wie abgebrochene Bleistifte. Herr Lehmann, der es nicht übermäßig witzig fand, daß man ihn jetzt so nannte, hatte noch nie ein so häßliches Tier gesehen. Er erschrak und blieb stehen. Er traute Hunden nicht. Und der Hund knurrte ihn an.

Jetzt bloß nichts falsch machen, dachte Herr Lehmann, der andererseits aber auch keinen Sinn darin sah, sich wegen einer albernen Anrede groß aufzuregen, immer fest in die Augen schauen, das schüchtert sie ein, dachte er und konzentrierte seinen Blick auf die beiden schwarzen, blanken Löcher im Schädel seines Gegenübers. Der Hund zog im Rhythmus seines Knurrens die Lefzen hoch und runter und starrte zurück. Sie hatten etwa drei Schritte Abstand voneinander, der Hund bewegte sich nicht, und Herr Lehmann bewegte sich auch nicht. Nicht wegsehen, dachte Herr Lehmann, nichts anmerken lassen, einfach vorbeigehen, dachte er und machte einen Schritt zur Seite. Der Hund knurrte noch lauter, es war ein bösartiges, nervtötendes Geräusch. Bloß nichts anmerken lassen, das Tier spürt die Angst und nutzt sie aus, dachte Herr Lehmann, noch ein kleiner Schritt zur Seite, dachte er, nicht aus den Augen lassen, noch ein kleiner Schritt, und dann noch einer, so, und dann gleich geradeaus, dachte Herr Lehmann. Aber dann ging der Hund einfach auch ein Stück zur Seite, und sie standen sich wieder gegenüber.

Er will mich nicht vorbeilassen, dachte Herr Lehmann, der seinen bald stattfindenden dreißigsten Geburtstag nicht gerade als rauschendes Fest zu feiern gedachte, gerade weil er davon überzeugt war, daß das bloß ein Geburtstag war wie jeder andere auch, und er hatte seine Geburtstage noch nie gerne gefeiert. Das ist doch lächerlich, so etwas darfes gar nicht geben, dachte er, ich habe ihm doch gar nichts getan. Er sah die großen, gelben Zähne, und es schauderte ihn bei der Vorstellung, wie sie von den riesigen Kiefern des Hundes in eines seiner Beine, in einen Arm, in seinen Hals geschlagen wurden, ja sogar um seine Hoden wurde ihm angst und bange. Wer weiß, was das für einer ist, dachte er, vielleicht ist der auf irgendwas abgerichtet, ein Killerhund, ein Hodenbeißer, einer, dachte er, der die Schlagader im Arm trifft, und dann verblutet man hier mitten auf dem Lausitzer Platz, es ist ja niemand da, der Platz ist menschenleer, dachte er, wer soll sich so früh am Sonntagmorgen schon hier herumtreiben, die Kneipen sind ja alle schon geschlossen, es ist ja immer das Einfall, das am allerspätesten zumacht, vom Abfall einmal abgesehen, aber das zählt nicht, dachte er, um diese Zeit treiben sich ja bloß noch Verrückte herum, geisteskranke Berliner mit abgerichteten Killerhunden, Perverse, die sich im Gebüsch einen runterholen, während sie sich ansehen, dachte Herr Lehmann, wie ihre beißwütigen Hunde ihr tödliches Spiel mit mir treiben.

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Trackliste zu "Herr Lehmann / Frank Lehmann Trilogie Bd.3 (2..."


CD 1
1 Herr Lehmann 05:05
2 Herr Lehmann 03:04
3 Herr Lehmann 04:45
4 Herr Lehmann 07:06
5 Herr Lehmann 05:13
6 Herr Lehmann 06:38
7 Herr Lehmann 05:00
8 Herr Lehmann 05:53
9 Herr Lehmann 04:59
10 Herr Lehmann 05:22
11 Herr Lehmann 05:41

CD 2
1 Herr Lehmann 03:35
2 Herr Lehmann 05:16
3 Herr Lehmann 05:21
4 Herr Lehmann 02:46
5 Herr Lehmann 07:00
6 Herr Lehmann 05:34
7 Herr Lehmann 05:33
8 Herr Lehmann 03:29
9 Herr Lehmann 04:46
10 Herr Lehmann 05:43
11 Herr Lehmann 06:44
12 Herr Lehmann 02:43


Kundenbewertungen zu "Herr Lehmann / Frank Lehmann Trilogie Bd.3 (2..."

7 Kundenbewertungen (Durchschnitt 4.6 von 5 Sterne bei 7 Bewertungen   ausgezeichnet)
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Bewertung von Lola aus Gangloffsömmern am 24.12.2010   ausgezeichnet
Bier trinken.
Bier zapfen.
Das ist das, was Frank Lehmann kann, sogar richtig gut. Frank Lehmann, Wahlberliner, der zur Belustigung seiner Freunde mit fast dreißig nur noch liebevoll "Herr Lehmann" genannt wird, und der mit seiner leicht eigenwilligen philosophischen Art dursch das Leben trottet. Herr Lehmanns Lebensinhalt besteht darin alkoholdurstigen Menschen die Zunge zu befeuchten und im gleichen Atemzug sich selbst dem Alkohol auszuliefern. Sein Alltag verläuft relativ unspektakulär in seiner Eineinhalbzimmerwohnung, ein Single, dessen pessimistische Grundeinstellung gern dem Pech auf die Sprünge hilft. Auf Grund dessen hat er auch nie versucht es den Leuten recht zu machen, seien es seine Eltern, Frauen oder seine Nachbarn. Ein Mann, der seinen Denkapparat ständig tanzen lässt und trotz vieler Erkentnisse keinen anderen Weg einschlägt, denn dazu ist der Mann hinter dem Tresen eindeutig zu ambitionslos. Doch irgendwas ist anders so kurz vor seinem dreißigsten Geburtstag. Erst hindert ihn nach einer harten arbeitsreichen Nacht im "Einfall" ein wurstartiger Hund daran, wenigstens halbwegs heil zu Hause anzukommen. Zur Freude von Herr Lehmann, der nach dem Kampf um sein Revier mehr als eine Mütze Schlaf verdient hätte, klingelt seine Mutter ihn nach sinnlosen drei Stunden aus dem Bett, um ihm die frohe Botschaft zu verkünden. Sie kommen nach Berlin! Und ja, sie wollen ihn besuchen. Gedanken häufen sich in seinem Kopf. Wie soll er ihnen erklären, dass er kein Restaurantbesitzer ist, nachdem er ihnen jahrelang einen Bären aufgebunden hatte, nur damit sie den Nachbarn erzählen konnten, wie erfolgreich ihr Sohn in Berlin ist. Erschwerend dazu tritt Katrin in seine doch sonst so ruhige Welt und löst in ihm ein gewaltiges Gefühlschaos aus. Ein Wirbelsturm der Gefühle!
Sven Regner beschreibt in seinem Buch ein Menschenleben, welches uns zu Hauf auf den Straßen begegnet. Doch er schafft es auf eine urkomische Art und Weise, den Leser bei der Stange zu halten, obwohl er "nur" den Alltag beschreibt.
Dieses Buch ist für jeden geeignet, der Bücher mit Witz mag.

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Bewertung von Mia am 13.08.2010   sehr gut
Eine sehr witzige Beschreibung eines Alltags, in dem sich wahrscheinlich jeder Leser (der eine mehr, der andere wengir) wiedererkennen kann.
Herr Lehmann muss an einem knurrendem Hund vorbei, er bekommt "plötzlichen" Besuch von seinen Eltern und er verliebt sich.
Ich habe, genau wie Reich-Ranicki es hinten auf dem Buch vermerkt, immer wieder gelacht.
Vor allem Berlinern empfehle ich dieses Buch, aber auch jedem, der einfach ein gutes lustiges Zwischendurchbuch sucht und dabei nicht auf Nivea verzichten möchte!

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Bewertung von Philipp aus Bad Berka am 12.08.2010   ausgezeichnet
Der ganze Ärger Frank Lehmanns beginnt mit einem Hund- einem wildfremden Straßenköter, der ihm eines Nachts, als er wieder einmal alles andere als nüchtern ist, auflauert und nicht mehr von der Stelle gehen lässt. Schließlich rettet sich der junge Mann, indem er den Durst der „wilden Bestie“ mit Whisky löscht, um sich dann schnellen Schrittes vor seinem nun kampfunfähigen Gegner in Sicherheit zu bringen. Trotzdem- der Wurm ist einmal drin beim Schankwart Frank Lehmann, bringt die geregelten Bahnen seines Lebens im Jahre 1989 in Westberlin heftig ins Schleudern: seine Eltern kündigen an, ihn zu besuchen, und zu allem Überfluss verliebt er sich auch noch in die schöne Köchin Katrin. Schließlich kommen Herr Lehmann und Katrin nach einigen gemeinsamen Unternehmungen zusammen, und auch den folgenden Besuch seiner Eltern bringt Frank recht zufriedenstellend hinter sich. Doch dann wird er vom DDR-Zoll beim Schmuggeln erwischt, seine Beziehung mit Katrin zerbricht und sein bester Freund Karl muss von ihm wegen einer psychischen Erkrankung ins Krankenhaus gebracht werden. Überdies fällt an seinem Geburtstag auch noch die Mauer.
„Herr Lehmann“ von Sven Regener ist ein interessanter, locker geschriebener Roman, der seinen Lesern sehr viel Spaß bereitet. Den Reiz des Buches macht vor allem seine unnachahmliche „tragische Komik“ aus, wobei besonders die Gedanken Lehmanns belustigen, da sie oft genau das Gegenteil seines Handelns sind. Frank bemerkt diese Widersprüchlichkeit nicht und bleibt ernsthaft und unnachgiebig von seinen Meinungen überzeugt, was den Leser noch mehr erheitert. So kommt es, dass selbst die eigentlich eher traurigen Passagen am Ende noch amüsierend wirken. Nichtsdestotrotz handelt es sich bei „Herrn Lehmann“ um einen tiefgründigen Roman, der das Leben der Westberliner in der Zeit vor der Öffnung der Mauer beschreibt. Die Geschichte stellt den Alltag einer „gewöhnlichen Person“ dar, wodurch sie sehr lebensnah wirkt. Dabei überzeugt der Roman auch durch seine Ehrlichkeit, da der Autor nicht versucht, irgendetwas zu beschönigen. Er zeigt das Leben in Westberlin, so wie es war, also dass die Leute dort im Prinzip nur auf einer reichen, aber isolierten Insel vor sich hin vegetierten.
„Herr Lehmann“- ein spaßiger und dennoch tiefgründiger literarischer Diamant. Absolut lesenswert!

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Bewertung von Lola aus Gebesee am 18.04.2010   sehr gut
In dem Buch "Herr Lehmann" geht es um einen Mann namens Frank Lehmann, der aber von seinen Freunden nur liebevoll Herr Lehmann genannt wird. Sein Alltag war immer ruhig, doch plötzlich fährt er mit einer Achterbahn der Gefühle.
Sven Regner beschreibt in seinem Buch ein Menschenleben, welches uns zu Hauf auf den Straßen begegnet. Doch er schafft es auf eine urkomische Art und Weise, den Leser bei der Stange zu halten, obwohl er "nur" den Alltag beschreibt.
Dieses Buch ist für jeden geeignet, der Bücher mit Witz mag.

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Bewertung von omamädel aus Nürnberg am 05.03.2009   sehr gut
Urkommisch !!! Einfach genial geschrieben !!!!!!

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Bewertung von Polar aus Aachen am 16.06.2008   ausgezeichnet
Berlin Ende der Achtziger. Die Mauer steht noch. Kreuzberg ist noch die Hoffnung all jener, die aus der Bundesrepublik auf die Insel geflüchtet sind. In der Vielzahl Suchender, Gestrandeter, Salonrevolutionäre gibt es den Herrn Lehmann, der sich Ansprüchen gerne entzieht und dafür lieber jedem die Welt erklärt. Es ist ein Kneipenleben. Sei es beruflich als Bierzapfer oder vor der Theke als Gast. Doch es ist nicht das Leben eines Alkoholikers, vielmehr das eines Menschen, der von sich behaupten würde, dass er mehr zum Leben nicht braucht. Familie ist etwas, das zu Besuch kommt, Zukunft etwas, für das man erst einmal richtig ausschlafen muss. Der Trott bestimmt den Tag von Herrn Lehmann und seinen Freunden. Wäre da nicht die Liebe. Ein Konstrukt, das vielen mittelmäßigen Romanen zu Grunde liegt. Sie stiftet Verwirrung, sie stellt Fragen, denen man lieber aus dem Weg geht, sie fordert einen heraus. Sven Regener entgeht dem allen durch seinen wunderbaren tragikkomischen Ton. Nicht nur dass seine scheinbaren Verlierer einem ans Herz wachsen, er spiegelt das Berlin der Mauer kurz vor ihrem Fall. Menschen, die mit sich selbst beschäftigt sind, die von den Ereignissen überrollt werden. Mitten drin Herr Lehmann. Unbeholfen scheint die Trägheit seine herausragende Charaktereigenschaft zu sein. Und trotzdem besitzt er seine Sehnsüchte, seine Träume, seine Verletzungen. Der Leser fühlt sich gleich mit ihm verwandt. Nur ein Herr Lehmann kann mitten in der Nacht von einem Hund aufgehalten werden. Die einzige Möglichkeit, ihm zu entgehen, darin bestehen, den Hund betrunken zu machen. Es sind aberwitzige Szenen, durch die Herr Lehmann stolpert. Sven Regener hat ihn mit trockenem Humor ausgestattet. Die beste Erfindung dabei ist, dass Herr Lehmann für alle einfach nur Herr Lehmann ist.

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Bewertung von clamü am 14.04.2002   ausgezeichnet
Ein Buch, dass einen begeistert!!!
Sven Regener hat hier sein Bestes gegeben, ein Leben zu beschreiben, welches nicht normaler sein kann. Es ist eben ein ganz normaler Alltag, ohne großartige Handlung, aber darum gerade spannend und komisch zu- gleich.

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