In "Jugend ohne Gott" schildert Ödön von Horváth die
Gefahren eines faschistischen Staates und dessen schädliche Wirkung
auf die Jugendlichen. Am Beispiel eines 34-jährigen Lehrers zeigt
er auf, wie der Einzelne in einer Diktatur für das freie Äußern
seiner Meinung verurteilt wird. Also passt er sich an, um seine
Stellung nicht zu verlieren. Im Laufe des Romans, nach den
Erfahrungen in einem militärisch organisierten Zeltlager und dem
Mord an einem Schüler, vollzieht sich in dem Lehrer ein Wandel. Er,
der nach den Erfahrungen des Ersten Weltkriegs nicht mehr an Gott
glaubt, beschließt nun, als Konsequenz seines zurückgewonnenen
Glaubens, die Wahrheit zu sagen und den Mord aufzuklären - auch mit
der Gefahr, selbst belastet zu werden. Das Thema des Romans ist
auch heute noch aktuell.
Ödön von Horváth, geb. am 9.12.1901 in Fiume (Rijeka), begann 1920 zu schreiben. Sein erfolgreichstes Bühnenstück, Geschichten aus dem Wiener Wald, wurde 1931 uraufgeführt. Im Anschluss reiste er nach Paris, wo er 1938 auf der Champs-Élysées von einem Ast erschlagen wurde.
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