Sie ist in Berlin geboren, aufgewachsen in Europa und mittlerweile
sesshaft in Köln. Maite Star Kelly, der zweitjüngste Spross der
Kelly Family, stand von kleinauf mit ihrer Familie auf der Bühne
und feierte mit ihren Geschwistern in den Neunzigern die größten
Erfolge. Nun findet sie mit "Das volle Programm" zu ihrem
eigenen Stil. Eigentlich erschien schon vor vier Jahren ihr erstes
Soloalbum, "The Unofficial Album", das sie für Freunde
produziert hatte. Doch erst "Das volle Programm" gebe ihr
das Gefühl, am Anfang ihrer Karriere als Künstlerin zu stehen, sagt
Maite Kelly im Gespräch mit MusikWoche. Und sie sieht noch
Potenzial. "Erst jetzt merke ich, dass die kreative Zeit noch
sehr präsent ist und ich immer neue Aspekte an meinem neuen Album
entdecke." Die ersten Gespräche mit Universal führte sie
bereits vor drei Jahren, erinnert sie sich. Seitdem brachte sich
Maite Kelly wieder ins Bewusstsein der Öffentlichkeit - mit
Auftritten, die im Nachhinein alle wie eine intensive Vorbereitung
auf ihren Start als Solokünstlerin wirken. So übernahm sie im
Musical "Hairspray" Ende 2009 in Köln eine der
Hauptrollen und durchlebte dadurch eine intensive Schule. "Die
haben mich auseinandergenommen und wieder zusammengeflickt",
sagt sie. Auch in der RTL-Show "Let's Dance" habe sie
viel gelernt - und schließlich die Sendung als "Dancing Star
2011" verlassen. Zudem fungierte sie als Ko-Moderatorin beim
Sender ZDFNeo in der Sendung "Da wird mir übel". Dabei
war sie schon als Kind mit dem Bühnenleben vertraut: Bereits als
Teenager feierte sie internationale Erfolge; als das
erfolgsreichste Album der Kelly Family, "Over The Hump",
1993 erschien, war Maite 15 Jahre alt. Es verkaufte 4,5 Millionen
Einheiten. Doch aus der langhaarigen Maite der "freaky
family" ist eine Persönlichkeit geworden: 2000 machte sie
ihren Highschool-Abschluss in den USA, vier Jahre später engagierte
sie sich beim Aufbau einer christlichen Pfarrei in Togo. Dort
lernte sie ihren Mann kennen, mit dem sie nach der Rückkehr nach
Deutschland eine Familie gründete. Heute verkörpert Maite Kelly
eine selbstbewusste, lebenslustige Sängerin mit einer geballten
Ladung Weiblichkeit. "Ich kann nicht anders, ich bin halt
so", gesteht sie. "Ich habe mir diese Freiheit genommen,
mich so anzuziehen, wie es mir gefällt." Sie habe viel von
ihren beiden Töchtern gelernt, die "sehr kokett sind".
Beeindruckt haben sie auch die Frauen in Togo: "Egal wie arm
sie sind, sie tragen stolz ihre farbenfrohe Kleidung und ihren
Schmuck. Das gab für mich den Ausschlag zu sagen: Maite, keine
halben Sachen mehr." Um ihr Album auf eine gute Basis zu
stellen, traf sie schließlich den Textdichter Frank Ramond während
einer Drehpause zu "Let's Dance" und "laberte
ihn voll". Schon beim ersten Treffen entstanden acht der 13
Songs, die auf "Das volle Programm" am 16. September bei
Polydor München (Universal Music) erscheinen. Maite Kelly lieferte
Ramond den Rahmen für Texte, die sie überzeugten. "Songs wie
,So wie man tanzt, so liebt man' sind so ehrlich und direkt,
dass ich mich nie getraut hätte, sie selbst zu schreiben",
gesteht sie. Ihre Musik bezeichnet Maite Kelly als Revue-Pop mit
Retrosounds, die vom Charleston bis hin zum Chanson reichen - eine
Mischung aus "Edith Piaf und Walt Disney". Sie wollte
Musik machen, die auch bühnentauglich ist. Und sie wollte Frauen
inspirieren: "Es soll ein Album sein, das dabei hilft, sich
noch sexy und weiblich zu fühlen, auch wenn man Spuckflecken der
Kinder auf der Bluse hat." Eine Tour ist Frühling 2012
angedacht, bis zum Jahresende tritt Maite Kelly in diversen
Fernsehsendungen auf, darunter auch bei "Carmen Nebel"
(ZDF) am 24. September und bei Florian Silbereisens
"Herbstfest der Volksmusik" (ARD) am 15. Oktober. Birgit
Schlinger
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