Rio - Keith Jarrett

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Produktbeschreibung

  • Produktdetails
  • EAN: 0602527766454
  • Best.Nr.: 34010070
  • Artikeltyp: Musik
  • Anzahl: 2
  • Datenträger: CD
  • Erscheinungstermin: 04.11.2011
  • Hersteller: Universal Music

Trackliste

CD 1
1Rio [Part I]00:08:41
2Rio [Part II]00:06:53
3Rio [Part III]00:06:00
4Rio [Part IV]00:04:14
5Rio [Part V]00:06:26
6Rio [Part VI]00:07:01
CD 2
1Rio [Part VII]00:07:29
2Rio [Part VIII]00:04:58
3Rio [Part IX]00:05:03
4Rio [Part X]00:05:02
5Rio [Part XI]00:03:20
6Rio [Part XII]00:06:10
7Rio [Part XIII]00:07:04
8Rio [Part XIV]00:05:41
9Rio [Part XV]00:06:34

Rezensionen

Ein Soloalbum startete vor rund 40 Jahren die Zusammenarbeit zwischen der Firma ECM und Keith Jarrett. Es folgten viele weitere Dokumentationen spontan improvisierter Konzerte unter anderem in Wien, Bregenz, Paris und Köln, wobei das Köln-Konzert besonders populär wurde. Nun also das angeblich völlig spontane Konzert vom "Teatro Municipal" in Rio de Janeiro am 9. April 2011, 15 relativ kurze Stücke auf zwei CDs. Zweifellos ist Keith Jarrett ein wunderbarer, zu Recht weltberühmter Jazzpianist. Seine wahre Größe erreicht er aber nicht auf dem Solopiano, sondern viel eher im Kontext einer seiner prominenten Gruppen. "Rio VI" auf der ersten CD beispielsweise bringt seltsam starr gespielte Latinanklänge: Jarretts linke Hand ist keine so überragende Rhythmusmaschine wie die Führhand von Chick Corea oder Art Tatum. Dafür überrascht und verzaubert aber seine Rechte immer wieder mit schön geschwungenen, oft fast singenden Linien. Aus (beiden) vollen Händen verteilt Jarrett im Überfluss atmosphärisch dichte Harmonien, die auch im spontanen Vollzug bewundernswert ausgefeilt und durchgehört wirken. Sie machen an vielen Stellen melancholische Ausflüge zu den europäischen harmonischen Ursprüngen des Jazz, zu Skrjabin, Grieg oder Schumann. Die hörbare Livebegeisterung des Publikums ist verständlich. (jn)
Bereitgestellt von kulturnews.de
(c) bunkverlag
Besprechung von 12.05.2012
Sein Klavier spricht
Keith Jarrett greift nach dem Kosmos

Von Wolfgang Sandner

Keith Jarretts jüngste CD trägt den Titel "Rio", die Stücke heißen "Parts I-XV". Ende der Information. Aber was da in neunzig Minuten erzählt wird, ist die Geschichte des Jazz wie der musikalischen Logik in einer Folge unerhörter Variationen. Wer die gelegentlichen Klangballungen für bare Münze nimmt, könnte denken, Jarrett wäre bei Schönberg in die Schule gegangen. Was da ausgebreitet wird, hat im 19. Jahrhundert den Ausgangspunkt genommen und ist bis in atonale Strukturen vorgedrungen. Wie stets bei Jarrett überwältigt die schiere Ideenflut, die aus einem vegetativen Nervensystem zu kommen scheint, das keine Trennung zwischen Harmonie, Melodie und Rhythmus kennt, dafür aber beiden Händen Unabhängigkeit voneinander garantiert.

Manch ein Ton führt wie ein Echolot in Urklänge, um die unermessslichen Tiefen harmonischer Zusammenhänge bewusst zu machen. Andere verweisen auf die magnetische Anziehung von Dreierrhythmen, die ewige Aktualität des Blues, der Gospel-Emphase oder einer Chaingang mit ihren unerbittlichen Motivrepetitionen (Part VI). Bisweilen weht ein alter Song wie ein trister Sonntagnachmittag auf, als beschwöre Keith Jarrett die Wehmut seiner magyarischen Vorfahren (Part VII). Die Chinoiserien eines intelligenten Impressionismus finden ebenso ihren Platz (Part IX) wie polternde Folk-Dance-Rhythmen (Part VIII), die epische Breite einer Serenad (Part XIII) oder ein persönliches Regentropfen-Prelude (Part XV) - ein gigantischer musikalischer Kosmos. Ohne Worte. Phänomenal.

Keith Jarrett, Rio.

ECM 2198/99 (Universal)

Alle Rechte vorbehalten. © F.A.Z. GmbH, Frankfurt am Main
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