 | Besprechung von 01.10.2011 |
Zum Tag der Deutschen Einheit: Wie es in der DDR zuging und wie
ihre Bürger weggingen
Der letzte Funke
der Utopie
Stefan Wolle beleuchtet die Alltagsgeschichte
der DDR von 1961 bis 1971 – eine Zeit, in der
viele noch auf einen neuen Aufbruch hofften
Der Historiker Stefan Wolle hat die DDR selbst erlebt: Als Student,
der von der Universität relegiert wurde, als wissenschaftlicher
Mitarbeiter an der DDR-Akademie. In den vergangenen zwanzig Jahren
hat er sich mit Erfolg darum bemüht, der Verharmlosung des
Rückblicks auf diese Diktatur vorzubeugen. Jetzt hat er sich den
für das Land entscheidenden Jahren zwischen dem Mauerbau und dem
Prager Frühling zugewendet. Im Rückblick erscheint Walter Ulbricht
im Vergleich zu Erich Honecker fast schon als Reformer, und dies,
obwohl er es war, der den Bau der Mauer in Moskau
durchsetzte.
aug
Das Bild der DDR ist seit ihrem Ende immer düsterer geworden. Je
besser die Geschichte der DDR erforscht wurde, und sie ist
mittlerweile sehr gut erforscht, desto offenkundiger wurden ihr
diktatorischer Charakter, ihre mangelnde Leistungsfähigkeit, ihre
Unfreiheit und beengende Realität. Kaum jemand …
Stefan Wolle schreibt anschaulich von den überzogenen Versuchen, den besten und modernsten Sozialismus der Welt zu errichten. Überhaupt ist er ein brillanter Erzähler. Das Buch über den Aufbruch nach Utopia ist geschickt komponiert, weder langatmig oder gar dröge. Auch wenn kein grundsätzlich neues Bild der DDR-Gesellschaft gezeichnet wird, gehört die erfrischende Synthese von Herrschafts-, Gesellschafts-, Wirtschafts- und Kulturgeschichte zu den unverzichtbaren Büchern zum Thema. Niels Beintker, Deutschlandfunk / »Andruck«
Stefan Wolle schreibt anschaulich von den überzogenen Versuchen, den besten und modernsten Sozialismus der Welt zu errichten. Überhaupt ist er ein brillanter Erzähler. Das Buch über den Aufbruch nach Utopia ist geschickt komponiert, weder langatmig oder gar dröge. Auch wenn kein grundsätzlich neues Bild der DDR-Gesellschaft gezeichnet wird, gehört die erfrischende Synthese von Herrschafts-, Gesellschafts-, Wirtschafts- und Kulturgeschichte zu den unverzichtbaren Büchern zum Thema. Niels Beintker, Deutschlandfunk / "Andruck" Stefan Wolle lässt jene Zeit vor den Augen des erstaunten Lesers lebendig werden, die Ära zwischen Aufbruch und Erstarrung mit ihren verwirrenden, bisweilen bizarren Erscheinungen; der Autor mischt Sittenbild und Analyse, den Blick von unten mit dem von oben; er sieht auf die Strukturen der Macht, doch auch in die Wohnzimmer und die Einkaufstaschen der Bürger. (...) Ein glänzendes Beispiel für erzählende Geschichtsschreibung. Uwe Stolzmann, Deutschlandradio Kultur (Radiofeuilleton) Mit vielfältigen Facetten beschreibt Wolle das Alltagsleben in der DDR, bleibt aber gleichzeitig Historiker, indem er alles, was er schildert, belegt. Das Buch ist ein Zwitter: Alltag und politische Herrschaft, eigenes Leben und historische Analyse, politische Theorie und Beschreibung der Kultur, der Widerspruch zwischen Erleben und sozialgeschichtlicher Konstruktion sind vermischt. Ein schönes Geschenk für jeden, der die DDR der Sechzigerjahre mit wachem Verstand erlebt hat. Jens Reich, Die Welt Auf die Falle, dass Alltagsgeschichte zur Verharmlosung führe, dass nur die harten Fakten von Repression und Unterdrückung ein ungeschöntes Bild ergeben könnten, lässt sich Wolle nicht ein. Für ihn bietet die Beschreibung des Alltags, gesellschaftlicher Projekte, der Hoffnungen, Träume und Illusionen der Beteiligten die Chance, das Innenleben einer spezifischen Diktatur, der DDR als geteiltem Land, anschaulich zu beschreiben. Faktenrecihtum, Farbigkeit, Intensität der darstellung, zeichnen auch sein neuen Buch aus. Wolfgang Templin, Sächsische Zeitung Wolle versteht es, die übergreifenden Prozesse anhand einzelner Ereignisse, Personen und vor allem literarischer Werke in einer oft metaphorischen Sprache zu veranschaulichen. Prof. Dr. Arnd Bauerkämper, DAMALS Stefan Wolles quicklebendige Alltagshistorie "Aufbruch nach Utopia" zeichnet den Ulbricht-Sozialismus mit einer landeskundlichen Einfühlung, die der Geschichte von oben fehlt. Erst recht fehlt sie im Westen. Wolle erzählt Alltag und Herrschaft in der DDR 1961 1971. Dieser Autor beherzigt die einfache Wahrheit, dass die Geschichte eines Landes die seiner Bewohner ist. Das meint alle, nicht nur Eliten und Renegaten. Christoph Dieckmann, Die ZEIT Der Historiker Stefan Wolle bringt die Alltagserlebnisse der DDR-Bürger mit den Handlungen der Regierenden zusammen. In seinem wunderbaren Buch geht es aber nicht nur um den Mauerbau, er spannt den Bogen von 1961 bis zum Prager Frühling sowie dessen Auswirkungen und beendet seinen "Aufbruch nach Utopia" im Jahr 1971. Kristian Teetz, Hannoversche Allgemeine Zeitung Das Buch ist voll von scharfsinnigen Beobachtungen und prägnanten Formulierungen. Es schildert DDR-Realität engagiert, lebendig und facettenreich. An entscheidenden Stellen verbindet es ostdeutsche und westdeutsche Geschichte. Durch die Verknüpfung von Unterdrückung und Utopie hebt es die DDR-Geschichte auf ein Niveau, auf dem sie wieder interessant werden kann. Jürgen Kocka, Süddeutsche Zeitung Ein materialreiches und höchst unterhaltsames Panorama. Elisabetzh Elling, Westfälischer Anzeiger
Stefan Wolle; Jahrgang 1950; Studium der Geschichte, 1976-1989 Mitarbeiter der Akademie der Wissenschaften der DDR; 1984 Promotion; 1991-1996 Assistent an der Humboldt Universität, 1996-1998 Stipendiat der Deutschen Forschungsgemeinschaft; 1998 2000 Referent bei der Stiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur; freier Autor; Mitarbeiter des Forschungsverbundes SED-Staat an der Freien Universität Berlin; Wissenschaftlicher Leiter des DDR-Museums in Berlin.
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