Die "Göttliche Komödie" ist eines der bedeutendsten Werke
der abendländischen Literatur. Wie seine antiken Vorbilder epischer
Dichtung erzählt Dante phantasievoll, bildreich und detailgenau.
Der Erzähler durchschreitet die drei jenseitigen Reiche der
christlichen Weltordnung: Hölle, Fegefeuer und Paradies. An der
Seite Vergils und der schönen Beatrice begegnet er während seiner
einwöchigen Reise Sündern und Seligen und erkennt am Ende nicht
weniger als den Sinn des Lebens.
Mit dem Werkbeitrag aus Kindlers Literatur Lexikon.
Mit Daten zu Leben und Werk, exklusiv verfasst von der Redaktion
der Zeitschrift für Literatur TEXT + KRITK.
Dante Alighieri, geb. 1265 in Florenz, gest. 1321 in Ravenna, sah mit neun Jahren erstmals Beatrice, die er später in seinem Werk verklärt. Sein Engagement im Kampf um die Unabhängigkeit von Florenz führte 1302 zu einem Gerichtsprozess und schließlich zu lebenslänglicher Verbannung. Dante, der seitdem als vogelfrei galt, hielt sich danach vor allem in Verona auf und reiste von dort aus in viele oberitalienische Städte und Landschaften. Ab etwa 1316 ließ Dante sich in Ravenna nieder, znächst am Hofe des Cangrande della Scala, später als fürstlicher Sekretär und Lehrer für Poetik und Rhetorik.