Opium-Melodies Francaises - Philippe Jaroussky
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Philippe Jaroussky 

Opium-Melodies Francaises

Französische Lieder

Komponist: verschiedene
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Opium-Melodies Francaises

Bekannt geworden ist der Kontratenor Philippe Jaroussky mit Barockrepertoire: einen Echo-Klassik erhielt er für das Album "Carestini" (2008), das er dem berühmten Kastraten gewidmet hatte, das Vorgängeralben "Heroes" (2007) erhielt in seinem Heimatland Frankreich den "Orphée d'or 2007" sowie einen Diapason d'Or wurde und erreichte Goldstatus. Nun widmet sich der 31-jährige Sänger einem Repertoire, das auf den ersten Blick für ihn eher ungewöhnlich ist: Philippe Jaroussky singt auf "Opium" französische Lieder der vorletzten Jahrhundertwende. Dabei entstand seine Liebe zu diesen Stücken bereits während des Gesangsstudiums in Paris. Werke wie das liebenswerte " A Chloris" von Reynaldo Hahn (1875-1947) oder auch "Le Colibri" von Ernest Chausson (1855-1899) und "Automne" von Gabriel Fauré (1845-1924) verströmen eine träumerische und entrückte Atmosphäre, die Jaroussky flehentlich beschwört. Anders als im deutschen Kunstlied lebt das französische Lied von Empfindsamkeit, Sehnsucht und Zartheit. Jarousskys glockenreine Barockstimme strahlt dabei hell hervor und gibt den romantischen Werken eine klare Struktur. Herausragend sind die Lieder, die zusammen mit dem Cellisten Gautier Capuçon, der auch den Anstoß zu dieser Aufnahme gab, dem Geiger Renaud Capuçon sowie dem Querflötisten Emmanuel Pahud entstanden. Jules Massenets "Elégie" (1869) ist ein traumhaft schönes Duett, in dem sich der warme Ton von Gautier Capuçon Cello und die klare Singstimme fulminant ergänzen. In André Caplets "Viens, une flute invisible soupire" (1900) nach einem Gedicht von Viktor Hugo schafft die Flöte mit ihren Läufen ähnlich wie in "Prélude á l'après-midi d'un faune" von Claude Debussy eine märchenhafte Stimmung als Grundlage für Jarousskys Verzierungen. Von Debussy selbst singt der Kontratenor nur ein Lied, die "Romance" (1891) nach einem Gedicht von Paul Bourget. Die Geige des Capuçon-Bruders Renaud schließlich kommt in Camille Saint-Saëns "Violons dans le soir" (1907) dramatisch zum Einsatz. Titelgebend ist "Tournoiement - Songe d'opium", ebenfalls von Saint-Saëns, das mit seinem treibenden, sich im Kreis drehenden Sechzehntelnoten das Verlieren im Rausch beschwört. An dichte, schwere Nebelschwaden in früheren Opiumhöhlen erinnern die Lieder auf dieser CD. Jaroussky irrt in dieser Parallelwelt und hat doch als Orientierungspunkt seine strahlende Götterstimme, die er wie einen Wegweiser aus dem Labyrinth benutzt. Mit seinen Lieblingsliedern gelingt ihm ein Meisterwerk, an dem man sich nicht satt hören kann. Birgit Schlinger
Quelle/Copyright: Entertainment Media Verlag


Produktinformation

  • Anzahl: 1
  • Datenträger: CD
  • Erscheinungstermin: 06.03.2009
Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 14.03.2009

Zerfließend im Glück künstlicher Paradiese
Überraschung! Der Countertenor Philippe Jaroussky brilliert mit französischen Liedern vom Fin de Siècle

Großartig ist das, und es war längst überfällig: Philippe Jaroussky hat Lieder der Belle Époque aufgenommen. Aber in seltsamer Scheu glaubt er, sich für dieses Album rechtfertigen zu müssen. Er stellt sich im Beiheft der Frage "Warum ein Countertenor in diesem Repertoire?". Seine Argumente sind wiederum bescheiden und rein pragmatischer Natur: Auch die Stimmen barocker Kastraten hätten doch völlig anders geklungen als die heutiger Countertenöre. Mithin könne dieses Stimmfach kaum je historische Authentizität für sich beanspruchen - und er sei daher frei, sich jeder Musik zuzuwenden, die ihm liege, auch der französischen des späten 19. oder frühen 20. Jahrhunderts.

Doch es spricht sehr viel mehr dafür, dass ein Countertenor sich ausgerechnet der französischen "mélodie" von Camille Saint-Saëns bis Reynaldo Hahn widmet. Man hat ja die Belle Époque oft ein "zweites Rokoko" genannt, ihre Bezugnahmen auf die Vergangenheit reichen sogar noch weiter zurück. In den Stilzitaten der …

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Videoclip zu "Opium-Melodies Francaises"

Trackliste zu "Opium-Melodies Francaises" von Philippe Jaroussky


CD
1 A Chloris (S'il est vrai) 03:03
2 Sombrero 01:36
3 Elégie op. 10 03:13
4 Mélodies op. 18 Nr. 1-3 (Trois mélodies) (Auszug)
5 Mélodies op. 2 Nr. 1-7 (Auszug)
6 Mélodies op. 18 Nr. 1-3 (Trois mélodies) (Auszug)
7 Mignonne 02:58
8 Fêtes galantes (Les donneurs de sérénades) 01:50
9 Le temps de lilas 03:48
10 Mélodies op. 2 Nr. 1-7 (Auszug)
11 Viens, uns flûte invisible soupire 02:45
12 Mélodies (Trois chansons de Camille Mauclair) op. 27 Nr. 1-3 (Auszug)
13 Rondels Nr. 1-12 (Auszug)
14 Offrande (Voici des fruits) 02:34
15 Nuits Persanes op. 26 Nr. 1-6 (6 Lieder) (Auszug)
16 Romances de Paul Bourget (Deux Romances) (Auszug)
17 Amours (Buch 1) (Auszug)
18 Nuit d'Espagne 03:27
19 Sur une tombe 03:58
20 Violons dans le soir 05:15
21 Nocturne 03:34
22 Les donneurs de sérénade 02:22
23 Lied maritime op. 43 02:39
24 L'heure exquise (Chansons grises Nr. 5) 02:15

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