Zwischen den Flüssen - Mitchell, Joseph

Joseph Mitchell 

Zwischen den Flüssen

New Yorker Hafengeschichten

Übersetzung: Sven Koch u. Andrea Stumpf
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Zwischen den Flüssen

Joseph Mitchells sechs lange Reportagen über New York und seine Hafengegend sind längst legendär. Auf seinen Wegen zwischen Hudson River und East River, Staten Island, Fischmarkt und Fährhafen begegnet er Außenseitern und Exzentrikern und lässt sich von den Gerüchen und den Geschmäckern des Hafens faszinieren. Umgetrieben von den Nischen und Lücken der allgemeinen Geschichtsschreibung, schreibt er von einem leerstehenden Hotel über einem geschäftigen Fischrestaurant, vom Leben der Ratten, die von den Schiffen in den Hafen strömen, vom Kapitän der größten Fischereiflotte der Region und von anderen Menschen, die auf die eine oder andere Weise alle mit dem New Yorker Hafenviertel verbunden sind.


Produktinformation

  • Verlag: Diaphanes
  • 2012
  • Ausstattung/Bilder: 2012. 265 S.
  • Seitenzahl: 265
  • Deutsch
  • Abmessung: 214mm x 141mm x 28mm
  • Gewicht: 450g
  • ISBN-13: 9783037341834
  • ISBN-10: 3037341831
  • Best.Nr.: 34595623
Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 13.03.2012

Schalentiere
am East River
Endlich auch auf Deutsch zu lesen: Die Hafenreportagen
von Joseph Mitchell  Von Andrian Kreye
Als Joseph Mitchell 1959 seine Sammlung mit sechs Geschichten rund um den Hafen von New York veröffentlichte, die er für die Wochenzeitschrift New Yorker geschrieben hatte, war das Buch schon ein Abgesang auf eine versinkende Welt. Die Austernfischer, Dockarbeiter und Wirtsleute sind bei ihm Zeitzeugen großer Epochen. Sie erinnern an die Jahre, als Amerika über die Küsten des Ostens erobert wurde, an die mythische Ära, als die Fischerei eine Industrie war, die das neue Land zur Wirtschaftsmacht aufsteigen ließ, an die Zeit nach der Sklaverei, als die Austernbänke in der Bucht zwischen New York und New Jersey den Befreiten eine sichere Einkunftsquelle war.
Es sind leise, bedächtige Geschichten, die sich deutlich von der elektrisierenden Energie abwenden, die sich auf der Insel Manhattan im Laufe des 20. Jahrhunderts zur Triebkraft der westlichen Welt steigert. Diese Abkehr vom eigentlichen Lauf der Dinge, um in der Ruhe der Nischen mit ihren Randfiguren und Exzentrikern nach Wahrheiten zu suchen, war immer schon …

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Perlentaucher-Notiz zur F.A.Z.-Rezension

Endlich sind auch Joseph Mitchells zwischen 1944 und 1959 im "New Yorker" veröffentlichte Hafengeschichten unter dem Titel "Zwischen den Flüssen" auf Deutsch erschienen, freut sich Rezensentin Verena Lueken. Sie liest hier nicht nur melancholische Erzählungen aus dem Milieu der Alkoholiker, Barmänner und Herumtreiber, deren Sprechweisen Mitchell bewundernswert nachahmt, sondern ist auch ganz fasziniert von Mitchells außergewöhnlicher botanischer und biologischer Kenntnis. So erhält die Kritikerin Einblick in die weiten Verzweigungen innerhalb der Rattenpopulation oder erfährt einiges über die Organismen, die ein Schiffswrack überwuchern. Diesem "großartigen" Autor wünscht die Rezensentin definitiv mehr Bekanntheit.

© Perlentaucher Medien GmbH

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 07.04.2012

Leben an den Rändern der Stadt

Die New Yorker Geschichten von Joseph Mitchell sind bei uns nahezu unbekannt. Sie erzählen von denen, die der Fortschritt links liegenließ: von Trinkern, Fischern und dem König der Zigeuner.

Die Zeit der riesigen Austernbänke im Hafen von New York war längst vorbei, als Joseph Mitchell begann, am Wasser herumzustreunen. Das war in den vierziger Jahren, am Ende der Depressionszeit und vor dem großen Krieg, und es gab im New Yorker Hafenbecken, an den Rändern der Inseln und den Ufern der Flüsse noch eine Vielfalt von Fischarten, die den Fischern ins Netz gingen, und auch Muscheln konnten noch geerntet werden, wenn auch ausschließlich auf einem klitzekleinen Gebiet, das nur teilweise zum Staat New York gehörte. Den Rest beanspruchte New Jersey.

Heute ist auch das vorbei. Und weil Mitchell wusste, dass New York niemals lange dieselbe Stadt bleibt, und weil er ahnte, dass eigentlich alles, an dem sein Blick haften blieb, bereits im Verschwinden begriffen war, als er darüber schrieb, liegt eine unverhohlene Melancholie über seinen Geschichten aus der Stadt zwischen dem Hudson und dem East River. Die …

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Joseph Mitchell (1908-96) wurde in North Carolina geboren und ging 1929 nach New York, um Journalist zu werden. Acht Jahre arbeitete er für The World, The Herald Tribune und The World Telegram, bevor er beim New Yorker zur Berühmtheit wurde. Dort erschien 1942 sein liebevoll gezeichnetes Gould-Porträt mit dem Titel 'Professor Möwe', das stark zur Prominenz des schriftstellernden Stadtstreichers beitrug, und dort erschien sieben Jahre nach Goulds Tod die große Geschichte 'Joe Goulds Geheimnis', auf der Goulds Nachruhm wie auch der seines passionierten Biographen Mitchell beruht. Die Neuveröffentlichung dieser beiden Porträts in einem Band wurde als literarische Entdeckung gefeiert.

Leseprobe zu "Zwischen den Flüssen" von Joseph Mitchell

"Wenn ich die trostlose Stimmung, die mich hin und wieder erfasst, abschütteln will, stehe ich in aller Frühe auf und gehe zum Fulton Fish Market."
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