"3 DAYS OF PEACE AND MUSIC" verhieß ein rotes Plakat mit
einer Friedenstaube auf einem stilisierten Gitarrenhals. Die
gleichzeitig im ganzen Land geschaltete Zeitungsannonce wurde noch
ein bisschen konkreter: "Geht mal drei Tage lang spazieren,
ohne einen Wolkenkratzer oder eine Verkehrsampel zu sehen. Lasst
einen Drachen steigen, legt euch in die Sonne. Kocht euch das Essen
selber und atmet saubere Luft." Und erst die Musik: Mit Jimi
Hendrix, Janis Joplin, The Who, Joan Baez u. a. war diese
"Aquarian Exposition" hochkarätig besetzt. Und so
pilgerten am 15. August 1969 zwischen 400.000 und 500.000 Besucher
in die Catskill Mountains. Der Verkehr brach zusammen, die
Versorgungslage war katastrophal, es fehlte an allem, außer an
Dope. Der Gouverneur von New York drohte, den Ausnahmezustand
auszurufen, alle Welt erwartete eine Katastrophe. In Woodstock
wurde der Hippie-Traum von Liebe, Friede, Brüderlichkeit, Ekstase
und Transzendenz für drei volle Tage Wirklichkeit. Hier feierte die
Gegenkultur ihr letztes großes Fest, und das im Angesicht Vietnams.
Woodstock ist der legendäre Kulmina tionspunkt der Hippiebewegung
und zugleich ihre größtmögliche Verdichtung.
Bestes auf Deutsch erschienenes Buch zum Thema. Sämtliche Auftritte reloaded und mit kritischem Blick gegengelesen. DIE ZEIT, Thomas Gross
Unter der Vielzahl an neuen Woodstock-Büchern ist Woodstock '69: die Legende von Frank Schäfer besonders empfehlenswert, das die Geschichte des Festivals übersichtlich und pointiert nacherzählt. Eine elegante kulturhistorische Entzauberung ohne jene nachträgliche Häme, die den Blick auf Woodstock oft prägt DER TAGESSPIEGEL
Der Musikjournalist Frank Schäfer beschreibt detailliert diesen Kulminationspunkt der Hippiebewegung und lässt Zeitzeugen und Musiker zu Wort kommen. Er zitiert auch kritische Stimmen, die damals schon sahen, dass die viel besungene "Neue Ordnung" auch Gefahren in sich barg, ein Gewaltpotential, das sich an anderer Stelle leicht entladen konnte, und dass sich Bomber eben nicht in Schmetterlinge verwandelten, wie Joni Mitchells in ihrem Song Woodstock geträumt hatte. KULTURRADIO RBB, Michael Seyfert
Dass sich das Musikfestival von 1969 heute differenzierter beschreiben lässt, davon erzählt Frank Schäfer (...). Anhand von Zeitzeugenberichten und Rückblicken klärt er Missverständnisse auf (...) und entstaubt Kritikermetaphern... TIP BERLIN, Sassan Niasseri
Man kennt den Film, die Musik von Jimi Hendrix & Co. und hat alles archiviert unter "liebgewordene Erinnerung". Und nun kommt einer und rekonstruiert das Festival noch mal, dass man sich festliest, als wäre man dabei. ZEIT ONLINE, Christoph Dieckmann
Dass Schäfer ein Autor ist, der nicht nur selbst Literatur schreibt, sondern auch über Popmusik und Literatur, ist der Glücksfall für diese Art Darstellung. Es ist das Woodstock-Buch, das man lesen kann, wenn man nichts mehr von der Musik hören will. TAZ, Franz Dobler
Auch seine detaillierte Beschreibung der Bandauftritte bei gleichzeitiger Interpretation des Umfelds macht deutlich, dass die beschworene Homogenität der Musikgruppen wie auch ihres Publikums nur imaginiert war - und wohl gerade durch die erzielte Vieldeutigkeit ein so nachhaltiger Mythos geschaffen wurde. WIENER ZEITUNG
Nicht nur, dass Schäfer nun zu fast jedem Auftritt neue Informationen und Beobachtungen beitragen, Lücken in der bisherigen Wahrnehmung des Festivals schliessen und einige der Mythen, die sich um Woodstock ranken, widerlegen kann. Auch seine Überlegungen zu bekannteren Teilen des Woodstock-Pakets sind fundiert und erhellend.
Dr. phil. Frank Schäfer, 1966, ist Spezialist in Sachen Hard & Heavy. Er lebt in Braunschweig und schreibt Kritiken, Kolumnen, Essays, Short Stories für Rolling Stone, NZZ, taz, tip, Tagesspiegel, Titanic, konkret, Junge Welt usw.
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