Wohlstand und Armut der Nationen - Landes, David S.

Wohlstand und Armut der Nationen

Warum die einen reich und die anderen arm sind

David S. Landes 

Übersetzer: Enderwitz, Ulrich; Schubert, Rolf; Noll, Monika
Broschiertes Buch
 
versandkostenfrei
innerhalb Deutschlands
17 ebmiles sammeln
EUR 16,99
Sofort lieferbar
Alle Preise inkl. MwSt.
Bewerten Empfehlen Merken Auf Lieblingsliste


Andere Kunden interessierten sich auch für

Wohlstand und Armut der Nationen

Das Standardwerk zur Wirtschaftsgeschichte

Kaum eine Frage ist umstrittener und stärker mit Ideologie befrachtet als die, warum manche Länder wirtschaftlich äußerst erfolgreich sind, während andere unfähig scheinen, aus ihrer Armut herauszufinden. Liegt es am Klima? An der Kultur? An der Politik? In seiner umfassenden Geschichte über die Weltwirtschaft der letzten sechshundert Jahre entwickelt David Landes Antworten auf diese Fragen und bietet zugleich ein Standardwerk zur Geschichte der Weltwirtschaft.



Produktinformation

  • Verlag: Pantheon
  • 2009
  • Ausstattung/Bilder: 2009. 683 S. m. Ktn.
  • Seitenzahl: 688
  • Deutsch
  • Abmessung: 217mm x 136mm x 45mm
  • Gewicht: 728g
  • ISBN-13: 9783570551028
  • ISBN-10: 3570551024
  • Best.Nr.: 26332669
Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 20.06.2009

Wirtschaftsbuch
Zum Thema
Ein wenig Historie
Michael North: Kleine Geschichte des Geldes. Vom Mittelalter bis heute. Verlag C. H. Beck, München 2009, 255 Seiten, 14,95 Euro.
Der Greifswalder Historiker hat seine vor 25 Jahren erschienene Geschichte des Geldes bis heute fortgeschrieben.
Arm und reich
David S. Landes: Wohlstand und Armut der Nationen. Warum die einen reich und die anderen arm sind. Siedler Verlag, Berlin 1999, 683 Seiten.
Geld spielt in dieser opulenten Geschichte der Weltwirtschaft der letzten 1000 Jahre eine Rolle. Aber David Landes geht es vor allem um die Frage, warum Armut und Wohlstand zwischen den Nationen so ungleich verteilt sind.
Die Geschichte des Geldes
Niall Ferguson, renommierter Geschichtsprofessor an der noch renommierteren Harvard University, ist ein ungemein produktiver Autor. Es vergeht kaum ein Jahr, in dem er nicht ein umfängliches Buch veröffentlicht, das mit einer provokanten These die Aufmerksamkeit erregt. Insofern fällt sein neuestes Buch etwas aus dem Rahmen.
Es umfasst nur gut 300 großzügig gesetzte Seiten Text. Und es fehlt eine provokante These – es …

Weiter lesen

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 12.10.1999

Was hat über Nacht das Land reich gemacht?
Eine Quelle nie versiegenden Vergnügens: David Landes über die Entwicklung des Wohlstands / Von Franziska Augstein

Am Anfang war die Frage nach dem Zufall. In der klassischen Malerei sind Zufälle jene Partien eines Bildes, die von einem Lichtschein herausgestellt werden. Der europäische Kontinent hat wenigstens ein halbes Jahrtausend lang im Schein des Schicksalslichts gelegen, das weise Leute auch den Zufall nennen.

Aber David Landes sieht das so nicht. Je größer die Fragen, desto weniger mag er sie dem Mutwillen der Fortuna überlassen. Eine große Frage ist zum Beispiel diese: Warum war Europa einige Jahrhunderte lang Meister der Welt und allen anderen Landstrichen so überlegen, dass diese wohl oder übel dem europäischen Beispiel folgen mussten? Auf der Suche nach einer Antwort ist Landes erstaunlich weit auf dem Erdball herumgekommen. Seine Studie über "Wohlstand und Armut der Nationen" ist nicht nur ideenreich, sondern auch erstaunlich gut geschrieben und zudem ausgezeichnet übersetzt.

Der Wirtschaftshistoriker hat vor seiner Emeritierung im amerikanischen Harvard gelehrt. Und …

Weiter lesen
David Landes, geboren 1924 in New York, ist einer der führenden amerikanischen Wirtschaftshistoriker. Er lehrte bis zu seiner Emeritierung an der Harvard University. Zu seinen großen Werken zählen "Der entfesselte Prometheus" (deutsch 1973) und "Revolution in Time: Clocks and the Making of a Modern World" (1983). Mit seinem 1999 bei Siedler erschienenen Buch "Wohlstand und Armut der Nationen" löste Landes eine Debatte aus, die weit über die Grenzen seines Fachs hinausging.

Leseprobe zu "Wohlstand und Armut der Nationen" von David S. Landes

PDF anzeigen

Im Juni des Jahres 1836 fuhr Nathan Rothschild von London nach Frankfurt, um an der Hochzeit seines Sohnes Lionel mit seiner Nichte (Lionels Kusine Charlotte) teilzunehmen und mit seinen Brüdern über den Eintritt seiner Kinder in das Familienunternehmen zu reden. Nathan war vermutlich der reichste Mann der Welt, jedenfalls was flüssige Mittel anging. Unnötig anzumerken, daß er sich alles leisten konnte, wonach ihm der Sinn stand.

Der damals neunundfünfzigjährige Nathan war im allgemeinen bei guter Gesundheit - wenn auch ein bißchen beleibt -, ein Energiebündel von unermüdlichem Arbeitseifer und unbezähmbarem Temperament. Als er London verließ, litt er indes an einer Entzündung am unteren Rücken, nahe dem Ende der Wirbelsäule. (Ein deutscher Arzt diagnostizierte ein Furunkel, aber es könnte sich auch um einen Abszeß gehandelt haben.)2 Trotz medizinischer Behandlung eiterte das Geschwür und wurde schmerzhaft, was Nathan jedoch nicht hinderte, von seinem Krankenbett aufzustehen und an der Hochzeit teilzunehmen. Wäre er im Bett geblieben, hätte man die Hochzeit im Hotel gefeiert. Auch seinen Geschäften widmete er sich weiterhin, wobei er seiner Frau diktierte. Mittlerweile hatte man den großen Dr. Travers von London herbeizitiert, und als dieser das Problem nicht lösen konnte, zog man einen führenden deutschen Chirurgen hinzu, vermutlich um die Wunde zu öffnen und zu säubern. Nichts half; das Gift breitete sich aus, und am 28. Juli 1836 starb Nathan. Es wird erzählt, daß die Taubenpost der Rothschilds die Nachricht nach London brachte: II est mort.

Nathan Rothschild starb wahrscheinlich an einer durch Staphylokokken oder Streptokokken verursachten Sepsis - früher sprach man von Blutvergiftung. Mangels näherer Informationen können wir nicht sagen, ob das Furunkel (Abszeß) ihn umbrachte oder eine sekundäre Infektion durch die Skalpelle der Chirurgen. Die Keimtheorie gab es damals noch nicht und dementsprechend auch keine Vorstellung davon, wie wichtig Sauberkeit ist. Antibakterielle Mittel waren ebenfalls unbekannt, ganz zu schweigen von Antibiotika. Und so starb der Mann, der sich alles kaufen konnte, an einer Allerweltsinfektion, die sich heutzutage ohne Mühe heilen läßt, sofern man sich nicht scheut, einen Arzt, ein Krankenhaus oder auch nur eine Apotheke aufzusuchen.

Die Medizin hat seit den Zeiten von Nathan Rothschild enorme Fortschritte gemacht. Aber eine bessere, wirksamere medizinische Versorgung - die Behandlung von Krankheiten und die Heilung von Verletzungen - erklärt die Veränderungen nur zum Teil. In einem beträchtlichen Maße hat die höhere Lebenserwartung unserer Tage in einer verstärkten Vorbeugung ihren Grund und verdankt sich eher unserem reinlicheren Leben als der verbesserten Medizin. Sauberes Wasser und rasche Abfallbeseitigung, außerdem Fortschritte in der persönlichen Hygiene - darauf kommt es entscheidend an. Lange Zeit waren Magen-Darm-Infektionen der große Todbringer; die Keime gelangten von Abfällen auf die Hände und von dort über Nahrungsmittel in den Verdauungstrakt. Und dieser unsichtbare, aber tödliche Feind, der stets gegenwärtig war, wurde von Zeit zu Zeit noch unterstützt durch epidemisch auftretende Mikroben wie den Vibrio-Bazillus der Cholera. Die beste Gelegenheit zur Übertragung bot der gemeinsame Abort, wo der Kontakt mit Unrat dadurch begünstigt wurde, daß es kein Toilettenpapier und keine waschbare Unterkleidung gab. Wer in ungewaschenem Wollzeug lebt - und Wollzeug wäscht sich nicht gut -, leidet an Juckreiz und kratzt sich. Die Hände waren also verschmutzt, und das große Versäumnis bestand darin, daß man sie vor dem Essen nicht wusch. Aus diesem Grund lagen die Krankheits- und Todesraten bei religiösen Gruppen wie den Juden oder den Muslimen, die Waschungen vorschrieben, niedriger. Dies gereichte ihnen allerdings nicht immer zum Vorteil, da die Menschen sich leicht einreden ließen, daß die Juden weniger zahlreich starben, weil sie die Brunnen der Christen vergifteten.

Die Lösung für das Problem lieferten nicht veränderte Glaubensvorstellungen oder religiöse Lehren, sondern der industrielle Fortschritt. Das Hauptprodukt der neuen technischen Entwicklung, die wir als Industrielle Revolution bezeichnen, war billige, leicht waschbare Baumwolle - und zusammen mit ihr Seife, die in Massenproduktion aus pflanzlichen Ölen hergestellt wurde. Zum ersten Mal konnten sich die einfachen Leute Unterkleidung leisten, Leibwäsche, wie man damals sagte, weil dies der waschbare Textilstoff war, den die Wohlhabenden direkt auf der Haut trugen. Jedermann (und jede Frau) konnte sich mit Seife waschen und sogar baden, auch wenn man sich durch zu häufiges Baden dem Verdacht aussetzte, schmutzig zu sein. Ein sauberer Mensch hatte es schließlich nicht nötig, sich so oft zu waschen! Aber das nur nebenbei. Die Hygiene des einzelnen wandelte sich nachdrücklich, so daß im ausgehenden neunzehnten und im beginnenden zwanzigsten Jahrhundert gewöhnliche Menschen oft reinlicher lebten als ein Jahrhundert früher Könige und Königinnen.

Das dritte Element, das beim Rückgang von Krankheit und frühem Tod eine Rolle spielte, war eine bessere Ernährung. Die war in großem Maße einer reichlicheren Versorgung mit Lebensmitteln zu verdanken und mehr noch verbesserten, beschleunigten Transportmöglichkeiten. Hungersnöte, oft das Ergebnis lokaler Engpässe, wurden seltener; die Nahrung gewann an Vielfalt und wurde reicher an tierischen Proteinen. Die Veränderungen schlugen sich unter anderem in einem größeren und robusteren Körperbau nieder. Da sie jedoch in erster Linie eine Frage der Gewohnheit und des Geschmacks wie auch des Einkommens waren, vollzogen sie sich weit langsamer als die genannten medizinischen und hygienischen Neuerungen, die 15 sich von Staats wegen durchsetzen ließen. Noch im Ersten Weltkrieg staunten die Türken, die gegen das britische Expeditionskorps bei Gallipoli kämpften, über den Größenunterschied zwischen den mit Steaks und Lammfleisch großgezogenen Soldaten aus Neuseeland und Australien und den verkümmerten Jugendlichen aus britischen Industriestädten. Und wer sich Gruppen anschaut, die aus armen Ländern in reiche eingewandert sind, wird feststellen, daß die Kinder größer und besser gewachsen sind als ihre Eltern.

Dank dieser Fortschritte hat sich die Lebenserwartung drastisch erhöht, während die Kluft zwischen Arm und Reich schmaler geworden ist. Die Haupttodesursachen bei Erwachsenen sind nicht mehr Infektionen, und hier besonders Infektionen des Magen-Darm-Trakts, sondern die Verfallserscheinungen hohen Alters. In den reichen Industrienationen mit ihrer medizinischen Versorgung für jedermann sind die Fortschritte am größten, aber selbst einige ärmere Länder haben eindrucksvolle Erfolge vorzuweisen.

3 Marktplatz-Angebote für "Wohlstand und Armut der Nationen" ab EUR 7,00

Zustand Preis Porto Zahlung Verkäufer Rating
leichte Gebrauchsspuren 7,00 2,00 Banküberweisung Gertraud Munt 99,9% ansehen
leichte Gebrauchsspuren 8,00 3,00 Banküberweisung Päuschen 100,0% ansehen
deutliche Gebrauchsspuren 8,00 4,50 Banküberweisung Ariela 100,0% ansehen
Mehr von