Werke in einem Band - Warburg, Aby M.

Aby M. Warburg 

Werke in einem Band

Auf d. Grundlage d. Manuskripte u. Handexemplare hrsg u. komment. v. Sigrid Weigel, Martin Treml u. Perdita Ladwig
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Werke in einem Band

Aby Warburg, passionierter Bilderforscher und Begründer der Ikonologie als eigenständiger Disziplin, war für seinen Zeitgenossen Walter Benjamin ganz der grandseigneurale Gelehrte . Heute gibt es kaum ein Feld der Kunstwissenschaften, das durch ihn nicht maßgeblich geprägt wäre, und kaum eine kulturwissenschaftliche Debatte, die nicht entscheidende Impulse aus seinen Schriften erhielte.
Warburg überschreitet disziplinäre Grenzen und entwickelt ein besonderes Interesse an Figuren des Übergangs, der Inversion und Konversion, die er als Seismographen der eigenen Epoche nutzt. Wenn das Erkenntnispotential seiner Schriften dennoch nicht einmal ansatzweise ausgeschöpft ist, so mag das an seinem ausgeprägten Spezialistentum liegen, vor allem aber daran, daß viele wichtige Texte nicht oder nur in geglätteten Editionen zugänglich sind. Der Band bietet daher Warburgs wichtigste Texte in einer sorgfältig kommentierten Ausgabe, für die erstmals sämtliche fremdsprachigen Zitate übersetzt wurden. Neben einer Auswahl bereits publizierter Arbeiten, die zum Teil anhand der nachgelassenen Manuskripte revidiert wurden, enthält er zwölf bisher unpublizierte Manuskripte aus dem Nachlaß. Ein Grundbuch der Kulturwissenschaften und der ideale Zugang zu Warburgs faszinierenden Bild- und Wortdeutungen.


Produktinformation

  • Verlag: Suhrkamp
  • 2010
  • 1. Auflage
  • Ausstattung/Bilder: 2010. 913 S., 174 Abb. auf Taf.
  • Seitenzahl: 913
  • Best.Nr. des Verlages: 58531
  • Deutsch
  • Abmessung: 207mm x 135mm x 48mm
  • Gewicht: 942g
  • ISBN-13: 9783518585313
  • ISBN-10: 3518585312
  • Best.Nr.: 26391257

Perlentaucher-Notiz zur ZEIT-Rezension

Der Name des Kunsthistorikers Aby Warburg genießt mittlerweile weithin Bekanntheit, stellt Martin Warnke fest, doch steht dieser Ruhm noch in keinem Verhältnis zu der tatsächlichen Verbreitung seiner Schriften. Da kommt ihm diese Ausgabe von verschiedenen Aufsätzen und Vorlesungen Warburgs recht, die er trotz der fast tausend Seiten und eines stolzen Preises von 68 Euro "handlich" nennt. Allerdings hätte er sich gewünscht, dass die Herausgeber eher Studenten und Laien als Adressaten in den Blick nehmen, als die Warburg-Forschung zu bedienen, was er daran festmacht, dass anstelle einiger wichtiger Aufsätze zum Vergleich mehrere Texte zum gleichen Thema abgedruckte. Doch nach weiterer Kritik im Einzelnen lobt er die Ausgabe im Allgemeinen als guten Einstieg in das Werk dieses "Denkarbeiters".

© Perlentaucher Medien GmbH

"Warburg neu, alt, authentisch, live! Die Texte sind chronologisch und systematisch geordnet, die Genese seiner Ideen wird fassbar. Alle Etappen mit kundigen Einführungen."<br />Sibylle Mulot spiegel.de

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 27.11.2010

Mnemen sind nur Schall und Rauch

Aby Warburg bedeutet für verschiedene kunsthistorische Schulen etwas ganz Unterschiedliches. Eine Edition seiner Texte will jetzt neue Blicke ermöglichen.

Von Niklas Maak

Einen Aby Warburg gibt es nicht. Dafür ist das Werk des 1866 geborenen, 1929 gestorbenen Hamburger Kunsthistorikers zu vielschichtig; Ernst Gombrich schrieb in seiner Warburg-Biographie vom "kaleidoskopischen Charakter" seiner Schriften: Warburgs Werke oszillieren, Widersprüche eingeschlossen, und dieses Schillern seiner Methodologie, seiner Sprache bietet Anknüpfungspunkte für die unterschiedlichsten Schulen und Ideologien. Es gibt viele Aby Warburgs - Ulrich Raulff sprach einmal sogar von einer "Auflösung des Autors im Gemurmel der Diskurse". Angesichts dieses in letzter Zeit deutlich anschwellenden Gemurmels ist es verdienstvoll, was Martin Treml, Sigrid Weigel und Perdita Ladwig unternommen haben: Sie geben Warburgs wichtigste Texte in einer kommentierten Ausgabe heraus, darunter zwölf unveröffentlichte Texte aus dem Nachlass. Erhellend sind vor allem die Kommentare, die Warburgs eigentümliche Sprache, die Literarizität seiner Essays …

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»Der Band ist geeignet, solide Kenntnisse an die Stelle der bislang meist raunenden Erwähnung des Namens Warburg zu setzen und seine Forschungsanliegen unverstellt in den Blick zu rücken. ... Mit der Werkausgabe bietet sich die Chance für Neugierige, mit Warburgs faszinierenden Denkausflügen bekannt zu werden.«
Aby M. Warburg, geboren 1866 in Hamburg. Begründung der kulturwissenschaftlichen Disziplin der Ikonologie und die nach ihm benannte Bibliothek für Kulturwissenschaft in Hamburg. Der Autor verstarb 1929 in Hamburg.
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