Sounddesign wird noch immer als bloßer Geräuschlieferant der
Synchronisation verstanden, dem eine Wirkung und Stellung,
vergleichbar der Filmmusik, abgesprochen wird. Noch glauben viele,
Sounddesign findet statt, wenn O-Ton, Atmos und Nur-Ton bereits am
Set aufgenommen würden. Dementsprechend fällt Sounddesign in der
Postproduction lediglich die Abbildung von natürlichen Geräuschen
zu, die das zu Sehende auditiv umsetzen und unterstützen. Dabei
haben Sounddesigner wie Walter Murch z. B. bei "Apocalypse
Now" bewiesen, welche immensen Wirkungen ein kreatives
"Soundcomposing" bewirken kann. Komponieren meint dabei
einen bewussten Vorgang, der bereits bei der Planung einer
Filmstory beginnen muss. Sounddesign kommt hier eine vergleichbare
Wirkung der Filmmusik zu: Das heißt, Alltagsgeräusche (Music
concrete) und synthetische Sounds wirken polarisierend,
paraphrasierend und kontrapunktierend. Dies können sie jedoch nur,
wenn Sounddesign von Anfang an mitgedacht und in den kreativen
Prozess miteinbezogen wird. Mit diesem Buch regt der Autor eine
Diskussion über den Stellenwert von Sounddesign an. Darüber hinaus
wird der gesamte Workflow der Soundtrackerstellung von der Arbeit
am Set bis hin zu sämtlichen Gewerken der Tonpostproduktion genau
beschrieben. An vier exemplarischen Filmanalysen macht Prof.
Lensing abschließend die unterschiedlichen Spielarten eines
komponierten Soundtracks deutlich.