Ravelstein - Bellow, Saul

Saul Bellow 

Ravelstein

Roman

Übersetzer: Winkler, Willi
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Ravelstein

Der Roman des amerikanischen Nobelpreisträgers Saul Bellow erzählt die Geschichte der Freundschaft zwischen dem weltberühmten Bestsellerautor Ravelstein und dem amerikanischen Schriftsteller Chick und setzt sich dabei geistreich und sarkastisch mit seiner Zeit auseinander.

Ravelstein ist berühmt und hat ein Netzwerk von Freunden in der ganzen Welt. Als Philosophieprofessor an einer amerikanischen Universität war er verehrt, reich wurde er als Bestsellerautor und konnte sich dann endlich den Luxus leisten, den er Zeit seines Lebens geliebt hat. Aber Ravelstein muss bald sterben. In Paris trifft er noch einmal seinen alten Freund Chick, einen amerikanischen Schriftsteller. Chick, Ich-Erzähler des Romans, soll Ravelsteins Biografie schreiben, gnadenlos offen und ungeschminkt. Beim eleganten Souper mit Chicks junger Frau und Ravelsteins schönem Liebhaber, beim Flanieren und Einkaufen oder im Café Flore diskutieren die beiden Freunde Ravelsteins Leben, gemeinsame Erlebnisse, und sie mokieren sich über den Niedergang der amerikanischen Kultur, über den Ravelstein sein berühmtes Buch geschrieben hat. Aus diesen Gesprächen und Rückblenden entsteht Ravelsteins Leben, die Biografie, an der Chick arbeitet und in der sich auch sein eigenes Leben spiegelt. Der Roman, wie oft bei Saul Bellow voll autobiografischer Züge, besticht durch amüsante Anekdoten und Aperçus, wunderbar erzählte Episoden und treffende Charakterisierungen. Es ist ein Genuss, Saul Bellow zu lesen.


Produktinformation

  • Gewicht: 385g
  • ISBN-13: 9783462029192
  • ISBN-10: 3462029193
  • Best.Nr.: 08870767
Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 23.03.2000

Hoffnung für arme Seelen
Die Kunst der Biografie: Saul Bellows neuer Roman „Ravelstein”
Eine Großaufnahme, in einem kleinen Pariser Tableau: Ein hässlicher Espressofleck, vom besten Gebräu, das das Café de Flore zu bieten hat, auf einem eben bei Lanvin erworbenen Flanelljackett – „seidig aber dennoch satt”, die Farbe erinnert an einen Labrador, der Preis war 25 000 Francs.
Der Fleck auf dem teuren Flanell, das ist „Ravelstein pur”. Ist typisch für den amerikanischen Professor Abe Ravelstein, der mit seinem Freund Chickie, zu Besuch aus den Staaten, sattes Savoir-vivre zelebriert in Paris. In wenigen Tagen werden die amerikanischen Romanleser „all about Abe” wissen, dann erscheint bei Viking das neue Buch von Saul Bellow, dem sein exzentrischer Held auch den Titel gibt: „Ravelstein”.
Es ist ein intelligentes Feuerwerk in bester Bellow-Manier. Der amerikanische Erfolgsromancier zeigt sich, wenige Monate vor seinem 85. Geburtstag, so witzig und bissig wie eh und je – das verheißt zumindest der Vorabdruck eines Kapitels im New Yorker. Alles über Ravelstein also, und alle werden wissen, dass mit dem Romanhelden …

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Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 05.05.2000

Jedermanns Feind
Saul Bellows neuer Roman über seinen Freund Allan Bloom

NEW YORK, im Mai.

Natürlich verstehen die meisten Menschen, dass es einen Unterschied gibt zwischen dem Leben und der Kunst, und diese nur von jenem leiht, was ihren Zwecken dient. Dennoch soll es vorgekommen sein, dass ein Minenarbeiter in einem Kino in Alaska auf die Leinwand zustürmte und mit seiner Schaufel den Bösewicht des Films zu erschlagen suchte. Vor allem in Amerika, wo der größte Erfindungsreichtum dem Realen gilt, ist die literarische wie die filmische Imagination eine fast verdächtige Form, die, auch wenn sie als solche erkannt wird, immer und zuerst auf ihre faktische Genauigkeit zu prüfen ist.

So etwa schrieb Saul Bellow im Jahr 1962 in seinem Essay "Facts That Put Fancy to Flight". Fast vierzig Jahre später steht Saul Bellow mit seinem neuen Buch "Ravelstein" selbst im Mittelpunkt einer Kontroverse um Fakten und Fiktion und ist genau jenen Fragen ausgesetzt, über die er sich damals mokierte. Das ist, als Detailaussage über die Entwicklung der amerikanischen Kultur, ein niederschmetternder Befund.

Bereits Wochen, bevor …

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Perlentaucher-Notiz zur NZZ-Rezension

Kein Zweifel, Jörg Häntzschel ist von diesem Buch enttäuscht. Zum einen bescheinigt er Bellow ein gehöriges Maß an Eitelkeit, die sich allein schon darin äußere, dass er letztlich keine Biografie des Freundes verfasst habe, sondern eher ein Porträt ihrer gemeinsamen Freundschaft. Zum anderen sieht Häntzschel hier auch ein Zeugnis der unterschwelligen Rivalität zwischen beiden, die der Rezensent auf "beträchtliche Unsicherheit des Autors gegenüber Bloom" zurück führt. "Peinlich" ist das, so Häntzschel. Eine der größten Schwächen dieses Buchs sieht der Rezensent darin, dass Bellow eigentlich nicht erzählt, sondern lediglich Behauptungen aufstellt und "referiert", wobei sich dem Rezensenten der Eindruck aufdrängt, dass Bellows Schilderungen nicht immer ganz der Wahrheit entsprechen. Ein weiterer Aspekt, den er bemängelt, sind die zahlreichen Wiederholungen und "klappernden Sätze" (wofür er auch Beispiele anführt), die seiner Ansicht nach das Buch durchziehen. Da helfen, so Häntzschel, auch "etliche unterhaltsame Anekdoten" nicht.

© Perlentaucher Medien GmbH

"Ein intelligentes Feuerwerk in bester Bellow-Manier(r)" (Süddeutsche Zeitung)
Saul Bellow,geb. 1915 in Lachine/Quebec (Kanada) wuchs in Chicago auf. Er studierte Soziologie und Anthropologie und lehrte an verschiedenen Universitäten. Für sein umfangreiches literarisches Werk erhielt Saul Bellow zahlreiche Auszeichnungen, 1976 den Nobelpreis für Literatur. Bellow starb 2005 im Alter von 89 Jahren in Brookline / Mass.

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