Nur wenn du mich liebst - Fielding, Joy

Joy Fielding 

Nur wenn du mich liebst

Roman

Dtsch. v. Kristian Lutze
Broschiertes Buch
 
12 Kundenbewertungen
***** ausgezeichnet
versandkostenfrei
innerhalb Deutschlands
10 ebmiles sammeln
EUR 9,95
Sofort lieferbar
Alle Preise inkl. MwSt.


Andere Kunden interessierten sich auch für

Nur wenn du mich liebst

Als sich Chris, Vicky, Barbara und Susan zum ersten Mal begegnen, schwören sich die vier jungen Frauen, für immer Freundinnen zu sein. Voller Zuversicht blicken sie auf ein Leben, das ihnen Glück und Zufriedenheit verspricht. Doch ihre Träume werden schon bald von der Realität eingeholt. Und dann geschieht das Unfassbare: Eine von ihnen wird brutal ermordet. Vicky, die als Anwältin arbeitet, will nicht eher ruhen, bis der Schuldige gestellt ist, und stößt auf eine Spur, die ihre schrecklichsten Befürchtungen noch übertrifft ...


Produktinformation

  • Verlag: GOLDMANN
  • 2004
  • 12. Aufl.
  • Ausstattung/Bilder: o.J. 478 S.
  • Seitenzahl: 480
  • Goldmann Taschenbücher Bd.45642
  • Deutsch
  • Abmessung: 186mm x 116mm x 35mm
  • Gewicht: 367g
  • ISBN-13: 9783442456420
  • ISBN-10: 3442456428
  • Best.Nr.: 12051510
kulturnews - RezensionBesprechung
Bereitgestellt von kulturnews.de
(c) bunkverlag
Ein Krimi ist: Es passiert was Schlimmes, am besten ein Mord, man rätselt Hunderte von Seiten lang rum. Am Ende ist man überrascht, dass es doch die liebe Nachbarin war, die man eigentlich schon im Verdacht hatte, die aber im Laufe des Buches immer so nett war, dass man sie unmöglich als Mörderin haben wollte. Soweit die Theorie. Joy Fielding kennt die auch, das wissen wir alle. Doch in ihrem neuesten Roman macht sie einen ziemlich gewagten Schritt, dreht das Schema einmal um 90 Grad und stellt den auf dem Einband großartig angekündigten Mord ziemlich ans Ende. Gemein! Und es funktioniert auch noch, denn nachdem man die vier Protagonistinnen ausreichend kennengelernt hat, kommt man plötzlich ganz arg ins Schleudern, ob man ihnen noch trauen kann. Genau so geht es dem Damenquartett Chris, Vicky, Barbara und Susan, das sich seit rund 20 Jahren kennt. Und dennoch sträubt sich alles dagegen, diesen Roman als Krimi zu bezeichnen, denn er ist ganz was anderes, etwas, das viel besser ist. Joy Fielding begibt sich, deutlich wie selten, auf die Spuren von Marilyn French und Erica Jong, den Grandes Dames der Emanzipationsliteratur. Und wie in ihren Romanen geht es auch bei Fielding …

Weiter lesen

Erfolgsautorin
Freunden guter Thriller ist sie längst bekannt: Joy Fielding. Das vorliegende Buch Nur wenn Du mich liebst ist nun das neunte Buch, das es auf Deutsch von ihr gibt. Mit den vorangegangenen acht hat sie sich einen Platz ganz oben auf der Liste der erfolgreichen Thriller-Autoren erschrieben.
Ihr neues Buch beginnt mit einer bürgerlichen Idylle. In einem ganz gewöhnlichen Vorort von Cincinnati leben vier junge Frauen, deren unterschiedliche soziale Stellung sie nicht daran hindert, sich kennen zu lernen und anzufreunden. Alle vier sind Mütter von etwa gleichaltrigen Kindern. Das verbindet. Die Freundschaft zwischen ihnen wird intensiver, und bald sind sie unzertrennlich, teilen sich ihre Sorgen mit - die zunächst nicht besonders groß sind, sie leben in einer heilen Welt - und ihre Freuden.
Nach einigen glücklichen und unbeschwerten Jahren geschehen plötzlich Dinge, die drohen, ihre Idylle zu zerstören: Die sympathische und schüchterne Chris wird immer massiver von ihrem tyrannischen und perversen Ehemann Tony gequält. Die Freundinnen mischen sich ein und zum ersten Mal ergeben sich Meinungsverschiedenheiten und Streitereien. Als dann die schöne Barbara von ihrem Mann wegen einer Jüngeren verlassen wird, kann von Idylle keine Rede mehr sein. Schließlich wird eine der vier Frauen zu Tode geprügelt in ihrem Schlafzimmer aufgefunden. Die Anwältin Vicky nimmt sich vor, mit aller Kraft nach dem Täter zu suchen. Tatsächlich stößt sie bald auf eine Spur, die den Leser einem irritierend bösen Ende zuführt. Unfassbar, was wirklich geschah.
Ein perfekter Gesellschaftsthriller
Die amerikanische Bestsellerautorin Joy Fielding baut in ihrem neuesten Buch die Spannung langsam auf. Sie steigert sich unaufhaltsam und plötzlich kann man die Lektüre nicht mehr unterbrechen. Dann ist man mitten in einem hoch spannenden Thriller. Nur wenn du mich liebst ist ein perfekter Gesellschaftsthriller. Er wird der Gemeinde der Fielding-Fans viele neue Leser bescheren, die süchtig nach Büchern dieser großartigen Thriller-Autorin sind. (Andreas Rötzer)

"Überaus fesselnd!" Berliner Zeitung

"Wenn Sie spannende Unterhaltung lieben, werden Sie diesen Roman nicht aus der Hand legen, bevor Sie die letzte Seite gelesen haben."

"Ein Buch, das einen emotional fesselt und das man nicht mehr aus der Hand legen kann!" (Library Journal)

"Ein exzellenter und packender Roman von Joy Fielding - darauf haben ihre Leser gewartet! (Publishers Weekly)

"Überaus fesselnd!" (Berliner Zeitung)
Joy Fielding gehört zu den unumstrittenen Spitzenautorinnen Amerikas. Seit ihrem Psychothriller „Lauf, Jane, lauf“ waren alle ihre Bücher internationale Bestseller. Joy Fielding lebt mit ihrem Mann und zwei Töchtern in Toronto, Kanada, und in Palm Beach, Florida.

Leseprobe zu "Nur wenn du mich liebst" von Joy Fielding

PDF anzeigen

Leseprobe zu "Nur wenn du mich liebst" von Joy Fielding

Chris lag mit geschlossenen Augen in ihrem Messingbett, von den Zehen bis zum Kinn fest in das steife weiße Baumwolllaken gewickelt, die Arme wie gefesselt starr an ihren Körper gepresst. Sie stellte sich vor, sie wäre eine ägyptische Mumie, die einbalsamiert in einer antiken Pyramide lag, während Horden neugieriger Touristen in schmutzigen, ausgelatschten Sandalen über ihrem Kopf hin und her wanderten. Das würde zumindest meine Kopfschmerzen erklären, dachte sie und hätte beinahe gelacht, wenn da nicht das Pochen in ihren Schläfen gewesen wäre, das wie ein Echo ihres dumpfen Herzschlags klang. Wann hatte sie sich zum letzten Mal so ängstlich und verloren gefühlt?

Nein, Angst war ein zu starkes Wort, verbesserte sich Chris sofort, ihre Gedanken zensierend, noch bevor sie ganz ausformuliert waren. Es war keine Angst, die sie lähmte, sondern ein vages, beunruhigendes Unbehagen, das wie ein vergifteter Strom durch ihren Körper sickerte. Diese unbestimmte, vielleicht sogar undefinierbare Befindlichkeit war es, die sie die Augen fest geschlossen halten und die Arme starr an ihren Körper drücken ließ, als wäre sie im Schlaf gestorben.

Spürten Tote dieses eindringende, alles durchdringende Gefühl des Unbehagens, fragte sie sich, bevor sie ihrer morbiden Gedanken überdrüssig wurde und die Geräusche des Morgens in ihren Kopf sickern ließ: Unten im Flur sang ihre sechsjährige Tochter Montana, der dreijährige Wyatt spielte mit der Spielzeugeisenbahn, die er zu Weihnachten bekommen hatte; und direkt unter ihr in der Küche öffnete Tony Schranktüren und schlug sie klappernd wieder zu. Nach einigen Minuten war die lähmende Angst zu bloßem Unbehagen geschrumpft, das sich besser in den Griff bekommen und letztendlich leichter ganz abtun ließ. Noch ein paar Minuten, und Chris konnte sich vielleicht einreden, dass das, was vergangene Nacht geschehen war, in Wahrheit ein böser Traum gewesen war, Produkt ihrer überhitzten - überreizten, wie Tony vielleicht sagen würde - Phantasie.

"It's a heartache!", schmetterte Montana in ihrem Zimmer am Ende des Flurs. "Tsch-tsch-tsch-tsch, tsch-tsch-tsch-tsch", zischte Wyatt, das Geräusch einer Eisenbahn imitierend, laut.

Irgendwo unter ihr ging eine weitere Schranktür auf und klappernd wieder zu. Geschirr klirrte.

"Nothing but a heartache!"

Chris schlug die Augen auf.

Ich habe ein Geheimnis, dachte sie.

Sie ließ ihren Blick durch das kleine Schlafzimmer wandern, ohne den Kopf von dem riesigen Daunenkopfkissen zu heben. Durch die schweren, bernsteinfarbenen Vorhänge fielen ein paar Sonnenstrahlen, die die hellblauen Wände gespenstisch blass erscheinen ließen und in deren Licht über ihrem Kopf kleine Staubpartikelchen tanzten. Der schwarze Rollkragenpullover, den Tony gestern Abend zum Essen getragen hatte, hing achtlos hingeworfen über der Lehne des kleinen blauen Stuhls in der Ecke, einen leeren Arm ausgestreckt zu dem breiten blauen Webteppich, der noch immer klebrig von vor langer Zeit verschüttetem Apfelsaft war. Die Tür zu dem kleinen, direkt angrenzenden Bad stand ebenso offen wie die oberste Schublade der Korbkommode. Die Uhr auf ihrem Nachttisch zeigte 9.04 an.

Sie sollte wahrscheinlich aufstehen, sich anziehen und nach Wyatt und Montana sehen. Tony hatte ihnen offensichtlich Frühstück gemacht, was sie nicht überraschte. Sonntags stand er immer mit den Kindern auf. Außerdem war er nach einem großen Streit immer besonders nett zu ihr. Sie hatte gespürt, wie er beim ersten Gepolter aus Wyatts Zimmer leise aus dem Bett geschlüpft war, aber so getan, als würde sie schlafen, während er sich eilig angezogen hatte, und bevor er sich über sie gebeugt und ihr einen Kuss auf die Stirn gehaucht hatte. "Schlaf", hatte sie ihn flüstern hören und seinen Atem beruhigend sanft auf ihrer Haut gespürt. Sie hatte versucht, wieder einzudösen, doch es war ihr nicht gelungen, und als ihre Lider jetzt endlich gnädig schwer wurden, war es zu spät. Die Kinder würden sich jede Minute bei ihren einsamen Beschäftigungen langweilen, durch die Schlafzimmertür stürmen und ihre Aufmerksamkeit einfordern. Sie musste aufstehen, duschen und sich auf den vor ihr liegenden, anstrengenden Tag vorbereiten. Entschlossen schlug Chris das Laken zur Seite, schwang die Beine aus dem Bett und spürte unsichtbare Kekskrümel unter ihren nackten Füßen zerbrößeln, als sie in Richtung Bad tapste. "Oh, Gott", sagte sie, als sie ihr geschwollenes Gesicht in dem Spiegel über dem Waschbecken sah. "Ich weiß, dass du irgendwo da drinnen steckst." Vorsichtig tupfte sie über die Schwellung um ihre Augen. Wurde sie nicht langsam zu alt, um sich in den Schlaf zu weinen?

Außerdem hatte sie gar nicht geschlafen, die ganze Nacht lang keine Minute. "Chris", hatte sie Tony in regelmäßigen Abständen in ihr Ohr flüstern hören, bevor er sich, als sie nicht geantwortet hatte, wieder auf seine Seite des Bettes zurückgezogen hatte. "Chris, bist du wach?"

Er hat also auch nicht geschlafen, dachte sie mit nicht geringer Befriedigung, als sie ihr Gesicht mit kaltem Wasser benetzte, einen nassen Waschlappen auf ihre Augen drückte und spürte, wie ihre müde Haut langsam wieder auf Normalgröße schrumpfte. "Wer bist du?", fragte sie sich nicht zum ersten Mal müde und strich sich ein paar Strähnen ihres strubbeligen blonden Haars aus dem Gesicht. "Weiß der Teufel", antwortete ihr Spiegelbild mit Vickis Stimme, und Chris kicherte. Das Geräusch kratzte in ihrer Kehle wie eine Katze an einer Fliegengittertür.

"It's a heartache!", sang Montana auf der anderen Seite der Badezimmerwand. Das kann man laut sagen, dachte Chris, stieg unter die Dusche, drehte den Hahn auf und genoss den Schwall heißen Wassers auf ihren Armen und Beinen, spürte ihn wie tausend kleine Peitschenhiebe auf ihrem Rücken. Was gestern Nacht geschehen war, war ebenso sehr ihre Schuld wie Tonys, gestand sie sich ein. Sie stellte sich direkt unter den Strahl, sodass er ihr Haar in der Mitte teilte, bevor er sich über ihr Gesicht ergoss.

Hatten die Kinder sie streiten hören? Sie hörte über dem Rauschen des Wassers das entfernte Echo der Stimmen ihrer sich anschreienden Eltern, das drei Jahrzehnte später immer noch so laut und mächtig klang wie eh und je. Chris erinnerte sich, wie sie in ihrem Bett gelegen und gelauscht hatte, wenn ihre Eltern unten gestritten hatten. Ihre wütenden Worte waren ungeduldig im Flur gekreist und hatten an die Wände ihres Zimmers geklopft, als wollten sie sie unbedingt einbeziehen, bis sie schließlich durch die Bodenritzen in die Luft eingedrungen waren, die sie atmete. Sie hatte sich ihr kleines Kissen aufs Gesicht gedrückt, um das Gift nicht einzuatmen, hatte sich mit zitternden Händen die Ohren zugehalten und versucht, die hässlichen Geräusche zu dämpfen. Einmal war sie sogar aus dem Bett gekrabbelt und hatte sich in der hintersten Ecke des Kleiderschranks verkrochen, doch die Stimmen waren immer lauter geworden, bis sie das Gefühl hatte, dass jemand mit ihr im Schrank war. Als unsichtbare Finger von den Säumen der über ihr hängenden Kleider nach ihr tasteten und fremde Zungen ihre Wangen ableckten, war sie weinend zurück in ihr Bett gelaufen, hatte die Decke bis unters Kinn gezogen, die Arme fest an den Körper gepresst, die Augen zugekniffen und war bis zum Morgen so liegen geblieben.

Hatte sie vergangene Nacht nicht im Grunde dasselbe getan? War sie kein bisschen erwachsen geworden? Chris drehte das Wasser ab, trat aus der Dusche und wickelte ein weiches, blau-weiß gestreiftes Handtuch um ihren Kopf und ein zweites um ihren Körper, dankbar dafür, dass sie sich im beschlagenen Spiegel nur schemenhaft erkennen konnte. Sie öffnete die Badezimmertür und spürte die kalte Umarmung der Luft. Wie bin ich nur hier gelandet, fragte sie sich, als sie ins Schlafzimmer zurückschlurfte, mitten im Albtraum meiner Eltern.

"Hallo Schatz", sagte Tony leise.

Chris nickte wortlos und blickte weiter zu Boden, während ihre Nase den Geruch frisch zubereiteter Pfannkuchen witterte. "Ich habe dir Frühstück ans Bett gebracht", sagte er. Chris ließ sich aufs Bett sinken und lehnte sich gegen die Kissen, während wie von Zauberhand ein Tablett mit einem Teller voll Blaubeerpfannkuchen, einem Glas frisch gepressten Orangensafts und einer Kanne wunderbar duftenden Kaffees vor ihr auftauchte. Neben einer Butterdose aus Edelstahl standen ein kleiner weißer Keramikkrug mit echtem Ahornsirup und eine kleine gläserne Stielvase mit einer roten Butterblume aus Plastik. "Das musstest du doch nicht", sagte Chris leise, den Blick weiterhin abgewandt. Das habe ich nicht verdient, dachte sie.

Tony saß am Fuß des Bettes. Sie spürte, wie er sie beobachtete, während sie ihre Pfannkuchen mit Butter bestrich und mit warmem Sirup beträufelte, bevor sie vorsichtig erst eine, dann eine weitere Gabel voll zum Mund führte. Paradoxerweise wurde sie mit jedem Bissen hungriger und mit jedem Schluck, den sie trank, durstiger. Binnen Minuten waren die Pfannkuchen verputzt, das Saftglas war leer und der Kaffee ausgetrunken. "Gut?", fragte Tony erwartungsvoll, und sie konnte das Lächeln in seiner Stimme hören. "Wundervoll", antwortete sie, entschlossen, ihn nicht anzusehen, weil sie wusste, dass das Spiel dann vorüber war. "Es tut mir so Leid, Chris." "Nicht." "Du weißt, dass ich es nicht so gemeint habe." "Bitte..." "Du weißt, wie sehr ich dich liebe." Chris spürte, wie ihr Tränen in die Augen schossen, und hasste sich dafür. "Bitte, Tony..." "Willst du mich nicht mal ansehen? Hasst du mich so sehr, dass du meinen Anblick nicht ertragen kannst?"

"Ich hasse dich nicht." Chris hob kurz den Blick und verschlang ihren Mann mit den Augen.

Auch wenn man Tony nie als attraktiv bezeichnet hätte wie Barbaras Mann oder vornehm wie Vickis, nicht einmal gütig, das erste Wort, was einem in den Sinn kam, wenn man Susans Mann beschreiben sollte, gab es, wenn man sich erst einmal in seinem Blick verloren hatte, kein Zurück mehr. Ein Mann voller Geheimnisse, hatte Barbara verkündet; eine beeindruckende Persönlichkeit, hatte Susan vorgeschlagen; sexy, hatte Vicki knapp zusammengefasst.

Ein Rohdiamant, waren sie sich alle einig gewesen.

Mehr roh als glitzernd, dachte Chris jetzt, während sie beobachtete, wie ihr Mann Zentimeter für Zentimeter auf dem Bett nach oben rutschte und mit der Hand über ihre feuchten Beine strich, was ein Kribbeln wie einen verirrten Stromschlag bis zu ihrem Herz rasen ließ. Von nahem war er kleiner, als er auf den ersten Blick wirkte, allerdings auch muskulöser, als seine schmalen Schultern vermuten ließen. Er trug Jeans und den moosgrünen Pullover, den sie ihm zu seinem letzten Geburtstag geschenkt hatte, weil sie fand, dass der weichere Farbton der Wolle das harte Grün seiner Augen unterstrich. Sein Haar war bis auf eine weiße Strähne nahe seiner rechten Schläfe braun und dicht. Tony erzählte jedem, dass die Strähne die Folge eines Kindheitstraumas war, wobei das Trauma sich mit jedem Erzählen veränderte, genauso wie die Erklärung für die Narbe, die sich von seinem linken Ohrläppchen bis zu seinem Unterkiefer durch seine Haut schnitt. Im Laufe ihrer elfjährigen Ehe hatte Chris so viele Versionen darüber gehört, wie er sich diese Narbe zugezogen hatte, dass sie sich beim besten Willen nicht mehr erinnern konnte, ob sie das Ergebnis eines beinahe tödlichen Sturzes in Kindertagen, die Folge eines Autounfalls, den er wie durch ein Wunder überlebt hatte, oder das Resultat einer Kneipenschlägerei war. Sie war sich sicher, dass der wahre Grund unendlich viel prosaischer als all diese Variationen war, obwohl sie Tonys Geschichten nie in Zweifel ziehen würde. Tony brauchte das Dramatische. Er übertrieb die profanen Kleinigkeiten des Lebens, vergrößerte das Gewöhnliche und feierte das Alltägliche. Das machte ihn ja gerade so charmant und feuerte seine Kreativität an. Man konnte keine Zeitung aufschlagen, ohne eine Anzeige zu erblicken, die er gestaltet, nicht bis zur nächsten Straßenecke laufen, ohne ein Plakat zu sehen, das er entworfen hatte. Ein Werbefeldzug für Edelkatzenfutter stammte genauso von ihm wie die "Alles Käse!"-Kampagne einer Großmolkerei. War er nicht schneller als irgendjemand vor ihm zum Senior Artdirector von Warsh & Rubican aufgestiegen? Und war nicht sein natürlicher Hang zur Übertreibung zumindest ein Teil dessen gewesen, was sie zu ihm hingezogen hatte? In jenen frühen Jahren war ihr durch Tony alles so aufregend, grenzenlos und so machbar erschienen.

Chris lächelte, und mehr Ermutigung brauchte er nicht. Sie beobachtete, wie er sofort weiter auf dem Bett nach oben rutschte, das Tablett behutsam auf den Boden stellte und ihre Hände ergriff. "Tony..." "Es wird nie wieder passieren, Chris." "Das darf es auch nicht." "Bestimmt nicht." "Du hast mir Angst gemacht." "Ich hab mir selbst Angst gemacht", stimmte er ihr zu. "Ich habe diese brüllende Stimme gehört und konnte nicht glauben, dass ich das selbst war. Die schrecklichen Dinge, die ich gesagt habe..." "Das meine ich nicht." "Ich weiß. Bitte verzeih mir." Kann ich das?, fragte Chris sich. Konnte sie ihm verzeihen?

Kundenbewertungen zu "Nur wenn du mich liebst" von "Joy Fielding"

12 Kundenbewertungen (Durchschnitt 4.9 von 5 Sterne bei 12 Bewertungen ***** ausgezeichnet)
***** ausgezeichnet
 
(11)
***** sehr gut
 
(1)
***** gut
***** weniger gut
***** schlecht
Schreiben Sie eine Kundenbewertung zu "Nur wenn du mich liebst" und Gewinnen Sie mit etwas Glück einen 15 EUR buecher.de-Gutschein

««« zurück12vor »
Kundenbewertungen sortieren:
hilfreichste - beste - neueste

Bewertung von Iris aus Rosenheim am 01.04.2013 ***** ausgezeichnet
Wie bisher alle Bücher von Joy Fielding, ist diese Geschichte von Anfang bis zum Ende die reinste Hochspannung. Ich liebe ihre fesselnden und spannenden Geschichten. Ich habe das Buch in drei Tagen gelesen. Leider!!
Die Geschichte ist auch sehr stimmig mit Ihren Erzählungen der Personen. Nicht zu verwirrend und immer überraschend. Super.

War diese Bewertung für Sie hilfreich?
JA NEIN

Dem Autor für die Bewertung danken
Verstoß melden
Kommentieren Sie diese Bewertung

Bewertung von Kristin aus Sp. am 28.10.2011 ***** ausgezeichnet
Dieser Roman ist ein absoluter "MUSS" für jeden der Spannung bis zur letzten Seite liebt.
In jeder freien Minute, die ich hatte, habe ich dieses Buch gelesen.
Die Romane von Joy Fielding kann ich nur weiter empfehlen!!!

1 von 1 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.
War diese Bewertung für Sie hilfreich?
JA NEIN

Dem Autor für die Bewertung danken
Verstoß melden
Kommentieren Sie diese Bewertung

Bewertung von Barbara aus Bayreuth am 13.04.2011 ***** ausgezeichnet
Ein absolut empfehlenswertes Buch! Hatte es in einem Tag durch.
Mehr muss man nicht sagen ;-)

1 von 1 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.
War diese Bewertung für Sie hilfreich?
JA NEIN

Dem Autor für die Bewertung danken
Verstoß melden
Kommentieren Sie diese Bewertung

Bewertung von sugar07 am 05.12.2009 ***** ausgezeichnet
Joy Fielding ist ein Autorin, die ihre Leidenschaft fürs Schreiben super über die Bühne bringt. Ihre Bücher sind faszinierend und immer kann man bis zur letzten Seite die reinste Spannung spüren.

Dieses Buch ist ein Must-Have für alle Bücherwürmer.

1 von 2 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.
War diese Bewertung für Sie hilfreich?
JA NEIN

Dem Autor für die Bewertung danken
Verstoß melden
Kommentieren Sie diese Bewertung

Bewertung von Ulla aus Buchloe am 02.07.2009 ***** ausgezeichnet
ein absolutes MUSS !!! besser gehts nicht

1 von 3 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.
War diese Bewertung für Sie hilfreich?
JA NEIN

Dem Autor für die Bewertung danken
Verstoß melden
Kommentieren Sie diese Bewertung

Bewertung von schnucki2 aus Marsberg am 29.05.2009 ***** ausgezeichnet
Ein super spannendes Buch bis zur letzten Seite, kann ich nur empfehlen !

Diese Bewertung bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Gebundenes Buch

2 von 4 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.
War diese Bewertung für Sie hilfreich?
JA NEIN

Dem Autor für die Bewertung danken
Verstoß melden
Kommentieren Sie diese Bewertung

Bewertung von Karina aus Schmallenberg am 14.10.2006 ***** ausgezeichnet
Ich kann das Buch nur jedem Empfehlen, es ist bis jetzt das allerbeste was ich von Joy Fielding gelesen habe,wenn man einmal angefangen hat, kommt man nicht mehr davon los!

3 von 5 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.
War diese Bewertung für Sie hilfreich?
JA NEIN

Verstoß melden
Kommentieren Sie diese Bewertung

Bewertung von Eva am 12.10.2006 ***** ausgezeichnet
ich finde, dass dieses buch eins der besten ist, die sie geschrieben hat. es ist ein sehr sehr realistisches buch. ich konnte gar nicht mehr mit dem lesen aufhören. dieses buch muss man einfach gelesen haben!!!

Diese Bewertung bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Gebundenes Buch

2 von 5 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.
War diese Bewertung für Sie hilfreich?
JA NEIN

Verstoß melden
Kommentieren Sie diese Bewertung

Bewertung von unbekanntem Benutzer am 18.05.2006 ***** sehr gut
Nachdem ich mich durch die ersten Seiten gequält hatte, wurde das Buch wirklich gut. Nicht das beste von Fielding, aber durchaus lesenswert.

Diese Bewertung bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Broschiertes Buch

2 von 2 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.
War diese Bewertung für Sie hilfreich?
JA NEIN

Verstoß melden
Kommentieren Sie diese Bewertung

Bewertung von Karina aus Sauerland am 26.03.2006 ***** ausgezeichnet
Das Buch ist total spitze! Wenn man damit anfängt, kann man gar nicht mehr aufhören! Ich kann es nur weiter empfehlen! Joy Fielding ist einfach phantastisch!

Diese Bewertung bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Broschiertes Buch

1 von 1 Kunden fanden diese Rezension hilfreich.
War diese Bewertung für Sie hilfreich?
JA NEIN

Verstoß melden
Kommentieren Sie diese Bewertung

««« zurück12vor »

Sie kennen "Nur wenn du mich liebst" von Joy Fielding ?
Tipp: Stöbern Sie doch mal ein wenig durch ausgewählte aktuelle Bewertungen in unserem Shop

57 Marktplatz-Angebote für "Nur wenn du mich liebst" ab EUR 0,95

Zustand Preis Porto Zahlung Verkäufer Rating
leichte Gebrauchsspuren 0,95 2,00 Banküberweisung Berghofshop 100,0% ansehen
leichte Gebrauchsspuren 0,99 1,20 Banküberweisung Peters.Heufeld 99,8% ansehen
leichte Gebrauchsspuren 1,00 1,09 Banküberweisung gute ware 99,7% ansehen
leichte Gebrauchsspuren 1,00 1,20 Banküberweisung psophie 100,0% ansehen
wie neu 1,00 1,20 Banküberweisung, Skrill/Moneybookers BeSanne 100,0% ansehen
wie neu 1,09 1,00 PayPal, Banküberweisung Dragonia 96,4% ansehen
wie neu 1,10 4,10 Banküberweisung, Selbstabholung und Barzahlung faleje  % ansehen
leichte Gebrauchsspuren 1,25 1,20 Banküberweisung mosavog 100,0% ansehen
leichte Gebrauchsspuren 1,50 1,00 Selbstabholung und Barzahlung, Banküberweisung Noreia79 100,0% ansehen
leichte Gebrauchsspuren 1,50 1,20 Banküberweisung, PayPal jimmybaxter 100,0% ansehen
leichte Gebrauchsspuren 1,50 1,20 Banküberweisung Lisa2856 100,0% ansehen
leichte Gebrauchsspuren 1,80 1,20 Banküberweisung krimikiste 99,9% ansehen
leichte Gebrauchsspuren 1,90 1,20 Banküberweisung, PayPal, Selbstabholung und Barzahlung olnafi 98,3% ansehen
leichte Gebrauchsspuren 1,90 1,20 Banküberweisung, Selbstabholung und Barzahlung Kerlar 100,0% ansehen
leichte Gebrauchsspuren 1,99 1,20 PayPal, Banküberweisung, Selbstabholung und Barzahlung Nicolab 100,0% ansehen
wie neu 1,99 1,30 Banküberweisung Anisia03 100,0% ansehen
leichte Gebrauchsspuren 2,00 1,10 Banküberweisung, PayPal, Selbstabholung und Barzahlung maassa 100,0% ansehen
leichte Gebrauchsspuren 2,00 1,20 Banküberweisung, PayPal, Selbstabholung und Barzahlung turbo22 100,0% ansehen
leichte Gebrauchsspuren 2,00 1,30 Banküberweisung, Selbstabholung und Barzahlung Julischnecke 100,0% ansehen
leichte Gebrauchsspuren 2,00 1,35 Banküberweisung blauwunderbar 100,0% ansehen
leichte Gebrauchsspuren 2,00 1,40 Banküberweisung bookin 100,0% ansehen
leichte Gebrauchsspuren 2,00 1,40 Banküberweisung, Selbstabholung und Barzahlung Krümel06  % ansehen
wie neu 2,00 2,50 offene Rechnung FloradeAurora 100,0% ansehen
leichte Gebrauchsspuren 2,02 1,20 Banküberweisung min80 100,0% ansehen
wie neu 2,25 1,50 Banküberweisung yahoo-fan 98,4% ansehen
leichte Gebrauchsspuren 2,40 2,20 Banküberweisung Sammy07 100,0% ansehen
wie neu 2,50 1,20 Banküberweisung chenchen 96,3% ansehen
leichte Gebrauchsspuren 2,50 1,20 Banküberweisung rolladengurt 100,0% ansehen
wie neu 2,50 1,20 Banküberweisung Sternchen75 100,0% ansehen
leichte Gebrauchsspuren 2,50 1,20 Banküberweisung perle177 100,0% ansehen
leichte Gebrauchsspuren 2,50 1,50 Banküberweisung Fledermaus1970 97,5% ansehen


Alle Marktplatz-Angebote ansehen

Andere Kunden kauften auch