Notizen aus Homs - Littell, Jonathan

Jonathan Littell 

Notizen aus Homs

16. Januar - 2. Februar 2012

Übersetzung: Engelhardt, Dorit G.
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Notizen aus Homs

Im Januar 2012 lassen sich Jonathan Littell und sein Fotograf von Angehörigen der Syrischen Befreiungsarmee heimlich ins Land schleusen. Seine Erlebnisse und Beobachtungen dort hat Littell in zwei Notizheften festgehalten. "Was die Veröffentlichung dieser Hefte rechtfertigt", schreibt er selbst, "ist die Tatsache, dass sie Bericht erstatten über einen Moment, der quasi ohne Zeugen von außen stattgefunden hat: die letzten Tage der Erhebung eines Teils der Stadt Homs gegen das Regime Baschar al Assads." Wie schon Littells eindrückliche Berichte aus den Krisengebieten Tschetschenien und Georgien reiht sich auch sein Text über Syrien ganz in die große Tradition der Kriegsreportage ein.


Produktinformation

  • Verlag: Hanser Berlin
  • 2012
  • Ausstattung/Bilder: 2012. 237 S., . 1 Ktn.-Skizz. u. 1 Pln.
  • Seitenzahl: 240
  • Best.Nr. des Verlages: 516/24089
  • Deutsch
  • Abmessung: 210mm x 136mm x 25mm
  • Gewicht: 373g
  • ISBN-13: 9783446240896
  • ISBN-10: 3446240896
  • Best.Nr.: 35728559
Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 07.08.2012

Die Handys sind Museen des Schreckens geworden

Was kann die Literatur leisten, um Krieg verständlich zu machen? Einiges, wie Jonathan Littells "Notizen aus Homs" beweisen.

Anders als in Tunesien, Ägypten, ja selbst in Libyen findet die Arabellion in Syrien seit ihrem Ausbruch im März 2011 fast unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Daran hat auch die Beobachtermission der Vereinten Nationen nur wenig geändert, denn diese Beobachter waren von Beginn an in ihrem Aktionsradius eingeschränkt. Der französische Schriftsteller Jonathan Littell - mit seinem umstrittenen Monumentalroman "Die Wohlgesinnten" zu einigem Ruhm gekommen - war einer der wenigen, die sich ein knappes Jahr nach Ausbruch des Aufstandes in die Hölle Baschar al Assads gewagt haben.

Im Auftrag der Tageszeitung "Le Monde" ließ sich der Autor über den Libanon nach Homs einschleusen, zusammen mit einem Fotografen, der schon zuvor in Assads Reich gewesen war und in Littells Tagebuch unter dem Namen "Raed" erscheint. Einem zweiten Gewährsmann gibt der Autor den Tarnnamen "Der Zorn" (arabisch al Ghadab). Littell bewegte sich meistens im Schutz und Schatten der Freien Syrischen …

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Perlentaucher-Notiz zur Sueddeutsche Zeitung-Rezension

Sonja Zekri hat keinen Zweifel am affirmativen Verhältnis des Autors zum Krieg. Und das ist doch eigentlich ein ganz schöner Hammer! Jonathan Littells ungeschönter Bericht aus Syrien im Kriegszustand allerdings bietet ihr außer ein bisschen Schlachtenlärm und Kriegsverherrlichung, Mut auch, ja, das gibt Zekri zu, nicht allzu viel. Zwei Wochen Homs im Auftrag von Le Monde sind bei Littell vor allem fotorealistisch festgehaltenes Grauen, durchsprengt von einigen lichten Beschreibungsmomenten, dabei viel Redundanz, persönliche Betroffenheit, Husten und Gestammel. Dass Zekri dem nicht immer zu folgen gewillt ist, leuchtet ein. Zekris Fazit: Zeitungsleser sind da besser dran und informierter.

© Perlentaucher Medien GmbH

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 14.11.2012

Syrien
und Ich
Wie Jonathan Littell in seinen „Notizen aus Homs“
vor der Gewalt des Krieges kapituliert
VON SONJA ZEKRI
Darf man dieses Buch schlecht finden? Bei diesen Risiken? Der Autor war zwei Wochen in Homs, ja sogar: Baba Amr – an Orten also, die einen Klang haben wie einst Beirut und Grosny. Dann die Relevanz: Bürgerkrieg, Freiheitskampf hier, ein verbrecherisches Regime dort. Dazu diese Ehrlichkeit: „Dies ist ein Dokument, kein literarisches Werk“, lautet der erste Satz von Jonathan Littell, der dem Leser damit die „treuestmögliche Transkription“ zweier Notizhefte vorlegt, einen Bericht über „einen kurzen und bereits verschwundenen Moment, der quasi ohne Zeugen von außen stattgefunden hat“. Nun, könnte man sagen, dass gilt ja für die meisten Momente.
  Aber davon mal abgesehen: Kann man ein solches Werk ablehnen?
  Jonathan Littell hat Syrien vom 16. Januar bis zum 2. Februar 2012 bereist, im Schlepptau des arabischsprachigen französischen Fotografen Mani, und im Auftrag der französischen Zeitung Le Monde, die seine Reportagen in fünf Teilen veröffentlichte. Kurz nach seiner …

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Jonathan Littell, 1967 in New York geboren, in Frankreich aufgewachsen, Studium in Yale (USA). Zwischen 1993 und 2001 arbeitete er für die humanitäre Organisation "Aktion gegen den Hunger" (ACF) in Bosnien und Afgha - nistan, im Kongo und in Tschetschenien. Littell lebt mit seiner Familie in Barcelona. Für seinen Roman Die Wohlgesinnten (dt. 2008) erhielt er 2006 den Grand Prix du Roman der Académie Française und den prestige - trächtigsten französischen Literaturpreis Prix Goncourt.

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