Jahrhundertelang verbrannte man Frauen, die der Norm nicht
entsprachen, als Hexen. Galt die Frau lange Zeit als nicht fähig,
ihre Kinder zu erziehen, wurde die fürsorgliche Mutter später zum
Idealbild der Frau - und all jene, die sich ihm nicht fügten, zur
Hysterikerin erklärt. Die Hysterie wird dabei nicht nur zum
Knotenpunkt, in dem sich alle Bereiche der abendländischen Kultur
treffen, mit ihrer Hilfe entzieht sich die menschliche Natur dem
Zugriff der Rationalität. Als ihre Nachfolgerin ist heute die
Magersucht verbreitet, mit der sich Frauen dem Diktat der Vernunft
verweigern. Da stets von Männern festgelegt wurde, was als normal
zu gelten habe, überrascht es kaum, dass das "andere",
das Unvernünftige, traditionell auf Seiten der Weiblichkeit zu
suchen ist. Ein herausragendes Buch, das mit zahlreichen Ausflügen
in die Kultur- und Geistesgeschichte brilliert und die Neurosen
unserer Gesellschaft auf spannende Weise aufdeckt.
In diesem brillanten Standardwerk unternimmt Christina von Braun
eine Tour d'Horizon durch das abendländische Denken und erzählt
dabei nicht weniger als die Geschichte der Phantasien über die
Weiblichkeit. Ein herausragendes Buch, das mit zahlreichen
Ausflügen in die Kulturgeschichte brilliert und die Neurosen
unserer Gesellschaft auf spannende Weise aufdeckt.
Christina von Braun, geboren 1944 in Rom, lebte bis 1981 als freie Autorin in Paris. Sie drehte etwa 50 Filmdokumentationen und Fernsehspiele und verfasste zahlreiche Bücher und Aufsätze zu kulturgeschichtlichen Themen. Seit 1994 Professorin an der Humboldt-Universität zu Berlin.