Märtyrer- Porträts - Weigel, Sigrid (Hrsg.)

Märtyrer- Porträts

Von Opfertod, Blutzeugen und heiligen Kriegern

Sigrid Weigel (Hrsg.) 

Hrsg. v. Sigrid Weigel
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Märtyrer- Porträts

Die Rückkehr der Religion in die Politik und das Auftreten von Selbstmordattentätern, die sich als Märtyrer bezeichnen, ist Anlaß, die lange und vielgestaltige Geschichte von Märtyrern zu erinnern und der Faszination ebenso wie der Beunruhigung der Figur nachzugehen. Der Band präsentiert - in Form von 50 Porträts und vier Essays - die Kontinuität ebenso wie die Differenzen und Umformungen der Figur: von der Antike bis zur Gegenwart, in verschiedenen Religionen, Künsten und Darstellungsweisen.

Mit den Selbstmordattentätern, die sich als Märtyrer verstehen und inszenieren, ist eine Figur auf den Schauplatz der Geschichte zurückgekehrt, von der das säkulare Europa annahm, dass sie längst vergangenen Zeiten angehört. Die Zitate von religiösen Symbolen - auch der christlichen Ikonographie - und von Chiffren der Popkultur machen aber bewußt, dass hier auch europäische Traditionen im Spiele sind.
Begriff und Bild des Märtyrers sind wesentlich durch das massenhafte Auftreten frühchristlicher Märtyrer im kaiserlichen Rom des 2. bis 4. Jahrhunderts geprägt. In die Umdeutung des Wortes martyr (griechisch: Zeuge) zum Blutzeugen und geheiligten Opfer gingen aber Elemente vorchristlicher Erscheinungen von Opfertod und sakraler Gewalt ein: die Mythen heldenhafter unnatürlicher Tode und das antike Konzept des noble death, aber auch jüdische Überlieferungen wie die der Makkabäern zur Zeit römischer Tyrannei, die um zur Einhaltung der Gesetze und zum Lob des göttlichen Namens Folter und Tod in Kauf nahmen. Der Auftritt der Heiligen Krieger und die Verwandlung von Blutzeugen in Glaubenskämpfer verbindet sich in der Folge mit der Entstehung des Islam und mit der Geschichte der Kreuzüge. Zur Verbreitung und Popularität der Märtyrern haben aber vor allem die Erzählungen und Bilder ihrer Martern beigetragen: Keine Märtyrer ohne Schauplatz und Zuschauer, ohne die Ausstellung des geschundenen Körpers und die Erzählung von Bekenntnis und Standhaftigkeit der Märtyrer und der Bekehrung durch sie. Die Märtyrer-Geschichte ist ein Produkt von ikonographischen, literarischen und medialen Inszenierungen.
Dabei zeigen die Kontinuität und Variationsbreite von Märtyrer-Figuren nicht nur die religionskulturellen Zusammenhänge politischer Gewalt, sondern auch die Verbindungen und Differenzen zwischen den drei monotheistischen Religionen. Und sie schärfen den Blick für die verborgenen oder vergessenen, gleichwohl aber fortwirkenden Prägungen auch der Moderne durch Muster, die der Kultur sakraler Gewalt und geheiligter Opfer entstammen.


Produktinformation

  • Verlag: Fink (Wilhelm
  • 2007
  • Ausstattung/Bilder: 2007. 319 S. m. Abb.
  • Seitenzahl: 320
  • Deutsch
  • Abmessung: 249mm x 179mm x 32mm
  • Gewicht: 750g
  • ISBN-13: 9783770545537
  • ISBN-10: 3770545532
  • Best.Nr.: 22809334
Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 30.01.2008

Opferfiguren aller Art

Das frühe Christentum brachte die Märtyrer hervor: Glaubenszeugen durch ihr Sterben. Der Tod, der andere verpflichtet oder verpflichten soll, ist aber eine weder auf das Christentum noch auf das Terrain der Religion beschränkte Vorstellung. Fast alle als Opfer dekretierten oder in Anspruch genommenen Todesfälle können zu Beispielen von "Martyrien" werden, selbst wenn man darauf dringen möchte, zumindest jene nicht als Märtyrer durchgehen zu lassen, die beim Massakrieren anderer Menschen ihr Leben lassen. Gerade vom Phänomen der als Märtyrer inszenierten Selbstmordattentäter nimmt jedoch ein Sammelband seinen Ausgang, der Opferfiguren aller Art von der Antike bis zur Gegenwart behandelt. Er trägt den Titel "Märtyrer-Porträts", korrigiert ihn aber gleich durch den Hinweis auf Opfertod, Blutzeugen und heilige Krieger im Untertitel ins Allgemeine. Eine thematische Kontur ergibt das nicht, dafür ein weites Feld, auf dem neben den frühchristlichen und im engeren Sinn religiösen Blutzeugen viele andere Figuren untergebracht werden können: Lucretia, der Teufel, Emilia Galotti, Pasolini, Claire Démar, Marina Abramovic, Kafkas …

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Sigrid Weigel ist Professorin am Institut für Literaturwissenschaft der Technischen Universität Berlin und Direktorin des Zentrums für Literatur- und Kulturforschung in Berlin.

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