Lumpenroman - Bolaño, Roberto

Lumpenroman

Roman

Roberto Bolaño 

Übersetzung: Hansen, Christian
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Lumpenroman

Der letzte Roman, den Roberto Bolano vor seinem Tod in Spanien schrieb, gehört zu seinen vollendetsten Werken. Voller Melancholie und Finsternis, ist er eine brillante Satire auf unsere von Trash und Gewalt dominierte Kultur der Gegenwart. Schauplatz ist Rom, wo sich Bianca und ihr Bruder mit den schäbigsten Jobs durchschlagen. Ihre Freizeit verbringen sie mit Pornofilmen und Quizshows - bis eines Tages der Plan reift, den Tresor von Maciste zu knacken, einem erblindeten Bodybuilder und B-Star aus den fünfziger Jahren. Um den Safe auszukundschaften, gibt sich Bianca Nacht für Nacht dem glatzköpfigen Muskelprotz hin. Doch als das Verbrechen vergeblich scheint, dreht sie schließlich den Spieß um. Die erste Auflage des Buches erscheint wieder in bibliophiler Ausstattung.


Produktinformation

  • Verlag: Hanser
  • 2010
  • Ausstattung/Bilder: 2010. 109 S.
  • Seitenzahl: 109
  • Best.Nr. des Verlages: 505/23546
  • Deutsch
  • Abmessung: 219mm x 149mm x 18mm
  • Gewicht: 274g
  • ISBN-13: 9783446235465
  • ISBN-10: 3446235469
  • Best.Nr.: 29504466
Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 17.08.2010

Köderfisch
Roberto Bolaños „Lumpenroman“ erzählt von einer räudigen Jugend und vom Erwachsenwerden als Höllenfahrt
Die einzige Bianca, die in die Literaturgeschichte eingegangen ist, hat drei kurze Auftritte in Shakespeares Tragödie „Othello“. Diese Bianca ist räudige Hure und große Liebende zugleich, vereint also Treue und Treulosigkeit in sich. Jetzt gilt es, eine neue Bianca kennenzulernen, und auch diese Bianca ist Weltliteratur. Und treulos-treu wie ihr Vorbild. Die Ich-Erzählerin aus Roberto Bolaños nachgelassenem „Lumpenroman“ („Una novelita lumpen“), der jetzt auf Deutsch erscheint, macht sich die sexuelle Hörigkeit der Männer zunutze, um sich von ihnen zu befreien.
Shakespeares Bianca ist eine betrogene Betrügerin, Bolaños allenfalls eine betrügerische Betrogene, obwohl sie sich selbst eine „Kriminelle“ nennt, eine „Ratte“, einen „Maulwurf“ oder einen „Köderfisch“. Denn auf die Frage, welcher Fisch sie gerne wäre, wenn sie ein Fisch sein könnte, antwortet Bianca: „Einer von denen, die man als Köder verwendet“. Die Frage steht in einem Fragebogen aus einer der Frauenzeitschriften, die in dem Friseursalon …

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Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 28.11.2010

14. Der Blinde und das Mädchen

Erst diese Woche wurde bekannt, dass es von Roberto Bolaño, dem vor sieben Jahren viel zu früh gestorbenen großen chilenischen Schriftsteller noch einen neuen Roman geben wird. Damit hatte nun wirklich niemand gerechnet - bis auf seine Witwe vielleicht, Carolina López, die, als ihr Ehemann starb, ein Arbeitszimmer in chaotischem Zustand vorgefunden hatte: Manuskripthaufen und Ordner, Notizen und Schreibmaschinenabschriften seiner eigenen PC-Dateien türmten sich hier. Es war das Gegenteil von Ordnung.

Carolina López war es nun, die im allmählich sich lichtenden Dickicht das 300 Seiten umfassende Manuskript von "Los sinsabores del verdadero policía" ("Die Unannehmlichkeiten des echten Polizisten") gefunden hat, das sich, wie der Leiter des Anagrama-Verlags, Jorge Herralde, diese Woche gegenüber "El País" versprach, "auf demselben Niveau wie das Meisterwerk ,2666'" bewege und in dem zwei Figuren aus "2666" sogar wieder auftauchen sollen. 13 Jahre lang soll Bolaño an diesem bisher unbekannten Buch gearbeitet haben. Es entstand in der Zeit zwischen seinem Roman "Die wilden Detektive" und "2666". So schön kann Unordnung …

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kulturnews - RezensionBesprechung
Bereitgestellt von kulturnews.de
(c) bunkverlag
Bianca und ihr Bruder stehen am Anfang ihrer Pubertät, als ihre Eltern bei einem Autounfall ums Leben kommen. Auf einen Schlag ist ihre Kindheit vorbei. Schon bald verlassen beide die Schule und gehen jobben, da die Rente des Vaters nicht zum Leben reicht. Den Rest der Zeit verbringen sie bei Quiz-Shows und Pornos vor dem Fernseher. Als der Bruder zwei dubiose Freunde aus dem Fitnessstudio mitbringt, die sich im Elternschlafzimmer einnisten, verliert Bianca nicht nur ihre Unschuld, sondern allmählich auch jeglichen Bezug zum "rechten Weg". Schließlich prostituiert sie sich bei Maciste, einem blinden Ex-Bodybuilder und Schauspieler, um heimlich dessen Tresor zu knacken. Und was vielleicht das schlimmste ist: Niemand im Umfeld der Geschwister scheint sich für ihre Situation zu interessieren."Lumpenroman" ist das letzte Werk des 2003 verstorbenen Roberto Bolaño, der zu den größten literarische Entdeckungen des letzten Jahrzehnts gezählt wird. Mit karger, knapper Sprache, beizeiten durchsetzt von blumig-poetischen Einschüben, zeichnet er eine beklemmende Traurigkeit und Lethargie, die den Leser mit der Ich-Erzählerin fühlen lassen. So ist "Lumpenroman" ein eindringliches Bild von der Perspektivlosigkeit allein gelassener Jugendlicher. (ve)

Perlentaucher-Notiz zur ZEIT-Rezension

Dieser Roman verwebt auf 110 Seiten "schlechterdings alles Essentielle der vergangenen Jahrtausende", schreibt Adam Soboczynski höchst ergriffen über dieses aus dem Nachlass Roberto Bolanos publizierte Buch, das aus seiner Sicht auch eine grandiose, archaische Männerfantasie ist. Darin sieht der Kritiker Mythen der Antike und christlicher Weltschöpfung sowie die ewigen Gegensätze von Hell und Dunkel, Aufklärung und Barbarei, Reinheit und Schuld miteinander im Bild einer Frau verschmelzen. Bianca (die Weiße) heißt sie, wie man liest, und lebt in der ewigen Stadt Rom nach dem Unfalltod der Eltern mit ihrem Bruder in der elternlosen Wohnung, "wie das erste Menschenpaar". Freunde des Bruders kommen hinzu, Sex, sinnloser Fernsehkonsum und irgendwann ein blinder Bodybuilder, der Bianca wie eine Hure nimmt, die daraufhin wie eine Madonna schwanger wird. So eine auf den Kopf gestellte Schöpfungsgeschichte habe nur ein gefallener Engel erfinden können, seufzt der Kritiker am Schluss.

© Perlentaucher Medien GmbH

"Die gelungene Umsetzung einer tragisch fesselnden Erzählung in ein ebenso fesselndes Hörerlebnis"
Roberto Bolaño wurde 1953 in Santiago de Chile geboren. Mit 13 zog die Familie nach Mexiko City, wo er das Leben eines wilden Poeten führte. 1973 kehrte nach einer langen Busreise nach Chile zurück, um Allende zu unterstützen, geriet ins Gefängnis und kam erst nach Monaten nach Mexiko zurück. Später beginnt er in Spanien mit dem Schreiben von Romanen, um seine Familie durchzubringen. 2003 starb er, als er auf eine Lebertransplantation wartete und gerade an seinem Meisterwerk 2666 arbeitete.

Leseprobe zu "Lumpenroman"

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