Lied vom Hunger - Le Clézio, Jean-Marie G.

Jean-Marie G. Le Clézio 

Lied vom Hunger

Roman

Aus d. Französ. v. Uli Wittmann
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Lied vom Hunger

Der neue Roman des aktuellen Literatur-Nobelpreisträgers - eines seiner schönsten Frauenporträts (Le Monde).

Hunger ist die Grundmelodie ihres Lebens. Ethel lernt ihn während des Zweiten Weltkriegs kennen, aber nicht nur den Hunger nach Brot, sondern auch den nach Glück, nach Gerechtigkeit und Wahrheit. J.M.G. Le Clézio erzählt in diesem ungewöhnlichen Roman von einer jungen Frau, die in Zeiten des Hungers zur Heldin wird.

Ethel Brun wächst zwischen den beiden Weltkriegen in Paris auf. Mittelpunkt der Familie Brun, die von der Insel Mauritius stammt, ist Ethels Vater Alexandre, ein schwadronierender Schönling. Er lebt großspurig von seinem Erbe und schwafelt von der Vergangenheit. Die Gegenwart wird zunehmend bestimmt von nationalistischen und antisemitischen Tönen in Frankreich. Ethel leidet vor allem unter der unglücklichen Ehe der Eltern und dem ständigen Streit um Geld, denn Alexandre hat sein Vermögen verschleudert. Den drohenden Bankrott versucht er mit dem Geld, das Ethel von einem Onkel geerbt hat, abzuwenden. Vergeblich. Ethel, kaum zwanzig Jahre alt, erkennt, dass sie die Verantwortung für die Familie übernehmen muss. Couragiert kümmert sie sich um die zerrütteten Finanzen und flieht mit den hilflosen Eltern in den Süden Frankreichs, nachdem die Deutschen Paris besetzt haben. In Nizza muss sie bittere Jahre des Hungers und der Demütigung durchstehen. Von ihren Eltern hat sie sich innerlich gelöst. Sie heiratet und wird nach Kanada auswandern, in eine Welt ohne Antisemitismus, ohne Kriege, ohne Hunger.

Völlig unpathetisch, in einer klaren, poetischen Sprache entwirft Le Clézio das Bild einer dramatischen Zeit und einer unerschrockenen jungen Frau.

In Frankreich wochenlang auf den Bestsellerlisten: 350.000 verkaufte Exemplare


Produktinformation

  • Abmessung: 212mm x 136mm x 25mm
  • Gewicht: 340g
  • ISBN-13: 9783462041361
  • ISBN-10: 3462041363
  • Best.Nr.: 26366207

Perlentaucher-Notiz zur F.A.Z.-Rezension

Schnörkellose Sprache, beiläufig wirkende Blicke auf alltägliche Details - so entsteht laut Lena Bopp in den Texten Jean-Marie Le Clezios unversehens eine Welt neu. Und so sieht die Rezensentin auch in diesem von Uli Wittmann, wie sie findet, "vorzüglich" übersetzten Roman Zeitgeschichte zunächst als Hintergrundmelodie einer behüteten Kindheit im Paris der 30er Jahre. Bis die Dinge in Bewegung geraten und Existentielles verhandelt wird, Wahrhaftigkeit und Leidenschaft, und das kleine Frauenporträt sich zu einem Sittenbild der französischen Gesellschaft wandelt.

© Perlentaucher Medien GmbH

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 27.07.2010

Die Jugend meiner Mutter
Lebensverwandlung: Neues von Jean-Marie Le Clézio

Als der Schriftsteller Jean-Marie Gustave Le Clézio im Herbst 2008 den Literaturnobelpreis erhielt, gab sein populärer Kollege Michel Houellebecq im französischen Radio ein Interview. Er bekannte darin, noch nie eine einzige ganze Seite aus der Feder des frisch gekürten Preisträgers gelesen zu haben. Das war zwar eine Frechheit, aber auch bezeichnend für die Art von Literatur, mit der man Le Clézio nicht ganz zu Unrecht in Verbindung brachte. Nach wie vor gibt es nur wenige zeitgenössische französische Autoren, die in so schnörkelloser Sprache beiläufig wirkende Blicke auf die Details des Alltags werfen, um dahinter die Welt neu entstehen zu lassen.

In dem im Jahr 2008 in Frankreich und nun in der vorzüglichen Übersetzung von Uli Wittmann auch in deutscher Sprache vorliegenden Roman "Lied vom Hunger" widmet sich Le Clézio zuvorderst den Jugendjahren seiner Mutter. Als Kind wohlhabender Einwanderer von der Insel Mauritius wächst sie, die im Roman Ethel Brun heißt, in Paris auf. Es ist die Zeit, in der man an den Wochenenden im Bois de Vincennes die …

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Jean-Marie Gustave Le Clézio wurde 1940 in Nizza geboren und studierte in Frankreich und England Literatur. Er veröffentlichte über dreißig Bücher - Romane, Erzählungen und Essays. Der promovierte Literaturwissenschaftler zählt zu den bedeutendsten zeitgenössischen französischen Schriftstellern. 2008 wurde Jean-Marie Gustave Le Clézio der Nobelpreis für Literatur verliehen.

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