Leben lernen - Härtling, Peter

Peter Härtling 

Leben lernen

Erinnerungen

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Produktbeschreibung zu Leben lernen

Peter Härtling erzählt sein Leben. Er beschreibt, wie aus dem Flüchtlingskind und Frühwaisen ein junger Journalist, ein erfolgreicher Lektor und Verlagsleiter und schließlich der viel gelesene und vielfach ausgezeichnete Schriftsteller wurde. Fesselnd erzählt er von seinem Weg hinein in das Zentrum des kulturellen und literarischen Lebens der jungen Bundesrepublik und von den vielen Persönlichkeiten, die ihn geprägt haben.

Persönlich, anschaulich, fesselnd: ein Leben wie ein Roman!

Es ist ein einzigartiges Leben, und es ist die Geschichte einer ganzen Generation: eine Kindheit im Krieg, eine grausame Flucht, ein mühsamer Neuanfang, eine unvollständige Ausbildung, eine rasante Karriere - und eine große, lebenslange Liebe.

In seinen Erinnerungen macht uns Peter Härtling zu Zeugen einer Anverwandlung: Wir treffen ihn an seinem Schreibtisch und folgen ihm in die Vergangenheit, die in plastischen Bildern auftaucht, aber erst wieder zu Eigen gemacht werden muss. Der alte Mann steht dem Heranwachsenden oft staunend gegenüber, erlebt sich erneut in Rollen, die er längst abgelegt hat, und zeichnet nach, wie aus dem Flüchtlingskind und Frühwaisen ein junger Journalist, ein erfolgreicher Lektor und Verlagsleiter und schließlich ein viel gelesener und vielfach ausgezeichneter Schriftsteller wurde. Dabei stehen die Zeitumstände dem Leser unmittelbar vor Augen und werden in ihren Auswirkungen auf ein Einzelschicksal erfahrbar. Ungemein fesselnd erzählt Härtling seinen Weg hinein in das Zentrum des kulturellen und literarischen Lebens in der jungen Bundesrepublik und von vielen Persönlichkeiten, die ihm ihren Stempel aufdrückten. Immer hat man den Eindruck, dass Peter Härtling - der selbst schnell Einfluss gewann - die neuen Aufgaben eher zufielen oder angetragen wurden, als dass er sich um sie bemühte. Wie Recht er damit hatte, sich ganz dem Schreiben zu verschreiben, beweist gerade auch dieses ergreifende Buch, das viele Motive aus seinem literarischen Werk ins Leben zurückholt und zugleich zeigt, wie das Leben in die Literatur führt und Literatur aus dem Leben entspringt.

Produktinformation


  • Verlag: Dtv
  • 2007
  • 2. Aufl.
  • Ausstattung/Bilder: 362 S.
  • Seitenzahl: 368
  • dtv Taschenbücher Bd.13288
  • Deutsch
  • Abmessung: 192mm x 121mm x 22mm
  • Gewicht: 300g
  • ISBN-13: 9783423132886
  • ISBN-10: 3423132884
  • Best.Nr.: 12875550
Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 04.11.2003

Ein Sitzchen im Leben
Peter Härtling läßt sich fortreißen / Von Friedmar Apel

Ein Landgericht hat kürzlich versucht, den Rechtsfrieden durch die Behauptung zu stärken, Autobiographien seien Sachbücher, weil sie für sich in Anspruch nähmen, tatsächlich Geschehenes wiederzugeben (F.A.Z. vom 20. August). Die Literatur aber weiß, seit sie sich als Individuation versteht, spätestens seit Goethe, daß das ein "kaum Erreichbares" voraussetzt: "daß nämlich das Individuum sich und sein Jahrhundert kenne, sich, inwiefern es unter allen Umständen dasselbe geblieben, das Jahrhundert, als welches sowohl den Willigen als Unwilligen mit sich fortreißt, bestimmt und bildet".

Peter Härtling, Jahrgang 1933, gehört einer Generation an, die wie keine andere des 20. Jahrhunderts in Kindheit und Jugend fortgerissen wurde, gleichviel ob willig oder unwillig. Da nimmt es nicht wunder, daß Härtling der Idee einer Kontinuität des Ich zutiefst skeptisch gegenübersteht: "Es liegen fünfzig Jahre zwischen uns, ein halbes Jahrhundert, und der, mit dem ich mich fragend auseinandersetze, weiß nichts von mir, während ich viel von ihm vergessen, verdrängt …

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Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 17.12.2003

Der Betriebsnudelauflauf dampft
Anekdoten, Anekdoten, Anekdoten: Peter Härtling erzählt sein Leben
Peter Härtling erzählt mit Vorliebe die Biographien von kanonisch abgesicherten Kulturheroen nach: Franz Schubert, Friedrich Hölderlin, E. T. A. Hoffmann, Robert Schumann. Jetzt also Peter Härtling. Nach siebzig Lebensjahren blickt der Autor zurück. Plastisch beschreibt er seine Chemnitzer Kindheit im Dritten Reich und seine Jugend als Flüchtlingskind, das nach einer Odyssee über Wien im schwäbischen Nürtingen ankommt. Der Vater stirbt in einem Kriegsgefangenenlager, die Mutter nimmt sich das Leben. Die Schilderung dieser Jugend eines Frühwaisen sind der gelungenste Teil von Härtlings Erinnerungen. Der Autor lässt eine Epoche wieder auferstehen, erinnert sich an entbehrungsreiche Zeiten.
Härtling ist ein geübter Erzähler. Nicht zu viel Analyse, einfache Diktion, vor allem aber Anekdoten, Anekdoten, Anekdoten. Der Mensch setzt sich im Großen und Ganzen zusammen aus „Gemüt”, „Herz” und „Seele”, wenn er Pech hat, schwärt irgendwo in seinem unübersichtlichen Innern noch eine „Wunde”. Das Leben ist ein Volkslied. Schnell entfacht der …

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»Es ist ein einzigartiges Leben, und es ist die Geschichte einer ganzen Generation. (...) Peter Härtling erzählt in seinen Erinnerungen offen und ungemein fesselnd, wie er, Flüchtlingskind und Frühwaise, ein junger Journalist, ein erfolgreicher Lektor und Verlagsleiter und schließlich ein vielgelesener Autor wurde.« Ostthüringer Zeitung

Perlentaucher-Notiz zur F.A.Z.-Rezension

Ausgesprochen gern hat Rezensent Friedmar Apel Peter Härtlings biografische Selbsterkundung gelesen. Ihre Wahrhaftigkeit beziehen diese Erinnerungen für ihn aus der Tatsache, dass er ihren Autor im Verlauf der Lektüre dabei beobachten kann, wie sich "im Prozess des erinnernden Schreibens" die "Gedankengewohnheit eines mit sich selbst identischen Ich" auflöst. Hier erkennt der Rezensent die politische und moralische Dimension, mit der der 1930 geborene Härtling sein Leben befragt: von der nationalsozialistischen Jugendpolitik über erste Erfahrungen mit dem Literaturbetrieb bis zum Aufstieg in das Innere dieses Betriebs: als mächtiger Lektor und erfolgreicher Autor. Es seien, stellt Apel fest, die Zeiten der Übergänge, an die sich Härtling am lebhaftesten erinnere. Dass Härtling fast alle, die er kennt, in seinen Erinnerungen auch erwähnt, macht die Lektüre für den Rezensenten gelegentlich etwas mühsam. Doch immer wieder beglückt sie ihn auch. Zum Beispiel wenn die berühmten Namen in den Anekdoten der Berliner Geselligkeit zu Personen werden: Wie die trunkene Ingeborg Bachmann, welcher der selbst angetrunkene Härtling zusammen mit Peter Szondi mit den Armen einst ein "Sitzchen" formte, um sie darauf zu ihrem Nachtquartier zu tragen. Ach, wie gern wäre der Apel dabei gewesen.

© Perlentaucher Medien GmbH
Peter Härtling wurde 1933 in Chemnitz geboren. Er arbeitete als Redakteur und Herausgeber bei Zeitungen und Zeitschriften. Anfang 1967 Cheflektor des S. Fischer Verlages in Frankfurt a.M., dort von 1968 bis 1973 Sprecher der Geschäftsleitung, seit 1974 freier Schriftsteller. Zahlreiche Preise und Auszeichnungen.

Peter Härtlings gesamtes literarisches Werk ist lieferbar bei Kiepenheuer & Witsch. Zuletzt erschien im Jahr 2001 "Hoffmann oder Die vielfältige Liebe, Eine Romanze."

Leseprobe zu "Leben lernen" von Peter Härtling

"Der Winter endet. Seit drei Wochen scheint die Sonne. Der Himmel hat vergessen, dass es Wolken gibt. Ich überspringe dreißig Jahre und hole sie ein. Ohne mich an die Chronologie zu halten, an Lebensabschnitte. Ich sammle, was ich brauche, was mein Gedächtnis festhält. Was ich erzähle, ist in Varianten, immer vorhanden. Es ist der Bestand, die Spur, die von dem Vierzigjährigen, der absprang, um auf sich zu hören, zu dem führt, der das Tempo seines Erzählens nicht nur notgedrungen wechselt: vom Allegro zum Andante. Wieder öffnen sich Räume, weiten sich aus, rufen ihr Personal. Ich kenne ihre Rollen, weiß für alle die Stichwörter. Sie treten auf, treten ab und bleiben."

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