ich sitze nur GRAUSAM da - Mayröcker, Friederike

ich sitze nur GRAUSAM da

Friederike Mayröcker 

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ich sitze nur GRAUSAM da

Es ist Sommer in diesem Buch, auch wenn sich die Natur oftmals nicht daran hält, die Blumen erst winzige Knospen tragen oder längst schon wieder verblüht sind. Es ist Sommer in diesem Buch, weil das Sommerlicht angeknipst ist: mal gleißend hell, mal gewitterwolkig verdüstert, ein magisches Licht zugleich, das Uhr und Kompaß außer Kraft, zeitlich und räumlich Getrenntes dafür mühelos in eins setzt etwa wenn die Rußlandreisende in die rollenden Wellen der Newa und das dampfende Bassin des städtischen Freibads zugleich blickt. Die Poetik dieser Gleichzeitigkeit alles Ungleichzeitigen formuliert die Schreiberin selbst: "es sind nicht die Szenen die ich erinnere, es sind vielmehr die diese Szenen begleitenden Sensationen, sage ich zu Ely."
"ich sitze nur GRAUSAM da", die neue Prosaschrift Friederike Mayröckers, so streng gefügt in Form und Sprache wie üppig wuchernd in Tag- und Nachtträumen, ist ein weiterer Band im radikalen Alterswerk der großen Wiener Dichterin.


Produktinformation

  • Verlag: Suhrkamp
  • 2012
  • Ausstattung/Bilder: 2012. 141 S. 204 mm
  • Seitenzahl: 140
  • Deutsch
  • Abmessung: 204mm x 128mm x 20mm
  • Gewicht: 264g
  • ISBN-13: 9783518422830
  • ISBN-10: 3518422839
  • Best.Nr.: 34536306
Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 20.03.2012

Das Wuchern der Schrift
Denken und träumen: Friederike Mayröckers neues Buch

Walther von der Vogelweide hat die Pose anschaulich beschrieben, Rodin plastisch dargestellt: Das bloße, ruhige Dasitzen kann Ausdruck höchster Konzentration und intensiven Nachdenkens sein. So ist auch der Titel von Friederike Mayröckers jüngsten Aufzeichnungen zu verstehen, der sich wie ein Refrain durch das Buch zieht: "ich sitze nur GRAUSAM da". Das ist zum Teil eine Reflexion auf die zunehmende Immobilität der Dichterin, die in ihrem 88. Lebensjahr Veränderungen ihres körperlichen Zustands akribisch und ohne Wehleidigkeit beobachtet. Mit ihrer Selbstcharakterisierung als Da-Sitzende porträtiert sich Friederike Mayröcker indes vor allem als Denkerin, als Träumerin und als Sprachkünstlerin, in deren Wahrnehmung sich Vergangenheit und Gegenwart, Traum und Realität, Gelesenes und Erlebtes miteinander verbinden.

Entstanden ist ein Erinnerungs-, Traum- und Dialogbuch. Ereignisse des Jahres 2010 - Spaziergänge, Besuche, Begegnungen mit Freunden und Kollegen - werden mit teilweise weit zurückreichenden Erinnerungen und Lektüreeindrücken eng verwoben. Nicht …

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Perlentaucher-Notiz zur ZEIT-Rezension

Gedichte? Geschichten? Friederike Mayröckers neues Buch "ich sitze nur GRAUSAM da" entzieht sich der Einordnung. Als "schwer klassifizierbare poetische Meditation in Prosa" beschreibt es Alexander Cammann und zeigt sich fasziniert und verzaubert. Manches sei ihm aus dem früheren Werk der Wiener Dichterin vertraut, etwa die Liebe zur Musik, die Bewunderung für den französischen Philosophen Jacques Derrida, florale Motivik, die Nähe zum Traum. Anderes sei neu, davon am auffälligsten die Figur des "Ely", eine Fiktionalisierung ihres verstorbenen Lebensgefährten Ernst Jandl. Als Traumgestalt sei er bereits in früheren Werken aufgetaucht, so der Rezensent, doch hier beschwört Mayröcker ihren geliebten Dichterkollegen mit einer "Intensität und Nähe, als ob er kaum fort wäre".

© Perlentaucher Medien GmbH

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 27.03.2012

Hand aufs
Herz
Friederike Mayröckers neuer
Prosaband feiert das Flüchtige
Auf einer Parkbank sitzt ein kauernder Mensch, die Beine angezogen, die Arme vor der Brust verschlungen. Zwei Hunde umhegen ihn. Der eine leckt ihm das Gesicht, der andere liegt zu seinen Füßen und bietet sich als Kissen an. „ich sitze nur GRAUSAM da“ heißt das neueste Prosawerk der mittlerweile 87-jährigen Österreicherin Friederike Mayröcker. Doch ist es so beweglich wie stets, von großer Freude getragen und von einer Hingegebenheit an das Kreatürliche, die erkennen lässt, dass es im Schöpfungsplan dieser Schriftstellerin keine Hierarchien gibt. Alles ist gleich viel wert in ihrem Kosmos, eine Begegnung mit Freunden, das „ältliche“ Gesicht einer Frau am Nachbartisch im Caféhausgarten, „Glas“, das Buch des Philosophen Jacques Derrida, das sie immer noch und immer wieder liest, Anspielungen auf Hölderlin und die neuen Gedichte von Peter Waterhouse, die Blumen, der Wurm und der Schwan auf dem Traunsee, wie er anmutig ein Bein auf den Rücken legt, ein Inbild schönster Entspannung.
Vielleicht noch deutlicher denn je ist das Vermischen von Erinnerung und …

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»ich sitze nur GRAUSAM da fügt sich da nahtlos ein in die formal und sprachlich avancierten, der Avantgarde verpflichteten und seit mehr als sechs Jahrzehnten wundervoll wuchernden Text- und Bilderlandschaften dieser Autorin.«
Friederike Mayröcker, Jahrgang 1924, ist eine besessene Vielschreiberin und Sprach-Experimentiererin, die mit den Methoden der freien Assoziation und der surrealistischen Collage arbeitet und deren dichterisches Werk über 80 Bände umfasst. 2009 wurde sie mit dem Hermann-Lenz-Preis geehrt, im Jahr 2010 wird ihr der Horst-Bienek-Preis für Lyrik der Bayerischen Akademie der Schönen Künste verliehen.

3 Marktplatz-Angebote für "ich sitze nur GRAUSAM da" ab EUR 15,00

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