Hafiz begibt sich mit uns auf eine Reise, in der die Liebe alle
persönlichen Begrenzungen auflöst und uns hinführt zu einem Sein
ewigen Wachsens und Verwandelns. Seine Gedichte sind wie die
Weisheit eines lieben, vertrauten Freundes. Seine Einsicht und sein
Mitgefühl, seine subtile und ausdrucksstarke Sprache und sein
undogmatischer Freigeist entführen uns in die Welt des
Göttlichen.
Hafiz gilt als beliebtester Dichter Persiens. Seine Gedichtsammlung
Divan zählt zu den Klassikern der Sufiliteratur und mystischer
Poesie. Unter westlichen Gelehrten herrscht seit dem 19.
Jahrhundert ein regelrechter Hafiz-Kult, die Reichweite seines
Einflusses ist erstaunlich.
In freier Übertragung versteht es der Hafiz-Kenner Daniel
Ladinsky, die Essenz und Inspiration einer der größten Stimmen
islamischer Dichtung und Spiritualität in zeitgemäßer Sprache zu
beleben. Jede Zeile seiner Verse spricht in spielerischem Übermut
von tiefer Gottesliebe, profundem Wissen, Großzügigkeit und der
Leichtigkeit einer großen Seele getragen von jener überströmenden
Freude, die darin gründet, Gott in allem zu begegnen.
Hafis (d. h. Bewahrer: der Ehrenname für diejenigen, die den Koran auswendig beherrschen), lebte von 1326 bis 1390 in Schiras. Er gilt als der größte Dichter Persiens. In seinen Liedern und Gedichten verherrlichte er nicht nur Allah und den Koran, er besang in den feurigsten Tönen die Schönheit der Natur, die Liebe zu Frauen und Knaben, zu Wein, Schenken, Gesang und Tanz. Goethe nennt ihn den "heiligen Hafis". Ein Heiliger, der das Leben in seiner ganzen Fülle und Sinnlichkeit liebte und genauso sinnlich in seinen Gedichten pries.