Ludwig kennt sich selbst nicht mehr. Seit er sein Jura-Examen nicht
geschafft hat, führt er ein völlig anderes Leben. Er ist
Geschäftsführer einer Firma, die Baumwollwaren aus Pakistan
importiert, aber er zweifelt an seinem Tun. Wenn er seine Schulden
betrachtet, hält er sein Vorhaben für einen Schwindel. Und wer ist
Bella, diese weißblonde Frau, die er als Sekretärin angestellt hat
und die mit einem spanischstämmigen Stadtabenteurer verheiratet
ist? Während der Erfolg der Firma wächst, entwickelt sich zwischen
Bella und Ludwig eine Leidenschaft - und Ludwig irrt in langen
Nächten durch seine Kindheit, seine Stadt, sein Büro, seine Liebe,
seine Träume. Martin Mosebach zeichnet nicht nur liebevoll ironisch
das Charakterporträt eines jungen Mannes, er erzählt zugleich von
den Verunsicherungen der Liebe überhaupt.
"Über die Verunsicherung der Liebe schreibt Büchnerpreisträger Martin Mosebach. In Eine lange Nacht irrt ein junger Mann durch das nie ganz dunkel werdende Frankfurt, ein gescheiterter Student, der jetzt erfolgreich mit Dingen bandelt, die keiner braucht, eine verheiratete Frau liebt und am Ende aus den Illusionen seines Lebens erwacht." Maria Schorpp im Südkurier 20.02.2009
»Mosebach ist ein Meister der Zwischentöne.« Goslarsche Zeitung 24.07.2009
Martin Mosebach, geboren 1951 in Frankfurt am Main, lebt dort als Schriftsteller nach dem Studium der Rechtswissenschaften. Zahlreiche Buchveröffentlichungen. Auszeichnungen: 1980 Förderpreis der Jürgen-Ponto-Stiftung, 1999 Heimito-von-Doderer-Preis und 2002 Heinrich-von-Kleist-Peis, 2006 Großen Literaturpreis der Bayerischen Akademie der Schönen Künste, 2007 Georg-Büchner-Preis, 2013 den Literaturpreis der Konrad-Adenauer-Stiftung.
Leseprobe zu "Eine lange Nacht" von Martin Mosebach