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Die Zeitwaage
Erzählungen. Ausgezeichnet mit dem Deutschen Erzählerpreis 2010
- Einband: Gebunden
- Gebundenes Buch
Produktinformation
- Verlag: Suhrkamp
- 2009
- 3. Aufl.
- Ausstattung/Bilder: 284 S.
- Seitenzahl: 284
- Best.Nr. des Verlages: 42115
- Deutsch
- Abmessung: 204mm x 128mm x 27mm
- Gewicht: 386g
- ISBN-13: 9783518421154
- ISBN-10: 3518421158
- Best.Nr.: 26390835
Produktbeschreibung zu "Die Zeitwaage"
Beschreibung
Lutz Seilers lange erwartetes neues Buch enthält neben Turksib, für die er mit dem Ingeborg-Bachmann-Preis ausgezeichnet wurde, dreizehn neue Erzählungen. Ob in der Geschichte einer gespielten Erschießung oder im alltäglichen Drama einer wirklichen Trennung - in allen Texten des Bandes Die Zeitwaage geht es um prägende Wendepunkte, um das Groteske im Leben und unser häufig vergebliches Ringen um einen anderen Verlauf.
Inhaltsangabe
Frank Im Geräusch Turksib Der Kapuzenkuß Die Schuldamsel Der Stotterer Der Badgang Schachtrilogie Und jetzt erschießen wir dich, du alter Mann Na? Die Zeitwaage
Inhaltsangabe
Frank
Im Geräusch
Turksib
Der Kapuzenkuß
Die Schuldamsel
Der Stotterer
Der Badgang
Schachtrilogie
Und jetzt erschießen wir dich, du alter Mann
Na?
Die Zeitwaage
14.10.2009
Schirmmützen stehen dem Arbeiter nicht
Als wär's die letzte Stimme in der Welt: Die Erzählungen von
Lutz Seiler sind Fragmente eines autobiographischen Romans.
Von Hans-Jürgen Schings
Lutz Seiler, bekannt geworden als Lyriker mit schmalem Werk und
vielen Preisen, erinnert an jenen Riesen, dem nur strikte
Bodenhaftung Stärke verleiht. Sobald er das Terrain seiner Herkunft
nicht mehr unter den Füßen spürt, kommt das Unheil, stellen sich
Katastrophen ein. Allerdings gibt es dann auch einen Gewinn: die
Autorschaft. Der erste größere Band mit Erzählungen, den der
gebürtige Geraer, Jahrgang 1963, jetzt vorlegt, zeigt dies in einem
Dutzend Variationen, die allesamt um das Thema der verlorenen
Ursprünge kreisen, verhalten, ja spröde und doch eindrucksvoll sie
alle, darunter ein oder zwei von herausragender Qualität.
Reisen jedenfalls tut nicht gut. Kalifornien, Los Angeles und der
Pazifik zum Beispiel: Mehr kann man nicht fremdeln als der
Erzähler, der schon Basecaps und Sonnenbrillen nicht mag. Die
Empfindlichkeit dieses Reisenden ist rasch überfordert. Überäugig,
von Details bedrängt und verkrampften Herzens glaubt er zu …
13.10.2009
Maschinist für Seifenblasen
Endlose Inspektion, immerwährende Durchsicht: In „Lichtwaage” erzählt Lutz Seiler von einer proletarischen Idealzeit, die es nie gab und die doch zu Ende ging Von Helmut Böttiger
Im Jahr 2007 geschah beim Klagenfurter Ingeborg-Bachmann-Wettlesen etwas Ungewöhnliches. Wie immer lasen Autoren und Autorinnen eine Prosa, die nicht weiter auffiel und von der man ahnte, dass man sie nach kurzer Zeit wieder vergessen haben würde. Dann aber kam Lutz Seiler an die Reihe, und nach wenigen Worten erfüllte ein fast unbekanntes Gefühl den Saal, wie wenn man plötzlich an die Literatur selbst gerührt hätte. Seilers Erzählung „Turksib” entfaltete etwas Zeitlos-Mythisches, hier eröffneten die Worte einen ganz eigenen Raum. Eine Zugfahrt in den entlegenen Weiten Kasachstans, ein Heizer, ein Lied von Heinrich Heine, und der Geigerzähler, der leitmotivisch auftaucht und die Radioaktivität misst, kündet von der untergründigen Bedrohung der gesamten Szene.
„Turksib” ist eine der dreizehn Erzählungen, die Seiler nun in einem Band vorlegt. Ob die anderen Texte dieses Versprechen, diese große Suggestion aufrechterhalten …
13.10.2009
Rezensent Helmut Böttiger stellt mit Freude und Erleichterung fest,
dass Lutz Seilers Erzählband "Die Zweitwaage" hält,
was seinerzeit die Leseprobe beim Ingeborg-Bachmann-Wettbewerb 2007
versprochen hat. Dort hatte ihn die Erzählung "Turksib"
über eine Zugfahrt durch Kasachstan, die im vorliegenden Band
enthalten ist, bereits durch ihre zeitlos-mythische Atmosphäre
fasziniert. Die restlichen 12 Erzählungen sind in Ton und Sujet
ganz unterschiedlich, sie reichen von einer zweiteiligen
Trennungsgeschichte bis zu Erzählungen aus der DDR-Kindheit und
Jugend und greifen viele Motive aus der Lyrik des Autors auf,
erzählt der Rezensent. Nicht selten fühlt er sich in den Motiven
und im Ton zudem an Wolfgang Hilbig erinnert, dem er in Seilers
Erzählungen "gehuldigt" sieht. Unter anderem greift der
begeisterte Böttiger die titelgebende Erzählung "Die
Zeitwaage" heraus, die ihm sehr gefallen hat. Sie schildert
auf beeindruckende Weise eine persönliche Umbruchzeit des Erzählers
in den Monaten vom Mauerfall bis zur D-Mark-Einführung und bringt
so diese beiden Ereignisse, ohne die politische Situation überhaupt
zu benennen, zur Deckung, so Böttiger fasziniert.
© Perlentaucher Medien GmbH
Rezension
"Lutz Seiler hat durch seine Gedichtbände Aufsehen erregt und
zuletzt Essays veröffentlicht, die den Essay als eine verdichtete,
hoch poetische Form ausweisen. Dass er sich nun der Prosa zuwendet,
wurde in literarischen Kreisen aufmerksam verfolgt, schien er doch
ein Dichter sui generis zu sein. ... Seiler erweist sich in dieser
Prosa als ein Autor, der sehr konzentriert schreibt, der in den
Details, die er nennt, immer eine tiefere Dimension mitschwingen
lässt. In fast allen Szenen liegt etwas Allegorisches, eine zeitlos
anmutende Erfahrung."
Helmut Böttiger Deutschlandradio Kultur
Rezensionen und Kritik
»Es ist ein Buch der Bilder. Prosa eines Dichters. Das merkt man jedem dieser klingenden Sätze an. … Seilers Texte thematisieren die kleinen, ganz alltäglichen Beschädigungen, die sich beiderseits der Mauer ereignet haben. Sie machen Seilers Erzählungen zu einem Erlebnis.«
Rezensionen und Kritik
»Es ist ein Buch der Bilder. Prosa eines Dichters. Das merkt man jedem dieser klingenden Sätze an. … Seilers Texte thematisieren die kleinen, ganz alltäglichen Beschädigungen, die sich beiderseits der Mauer ereignet haben. Sie machen Seilers Erzählungen zu einem Erlebnis.«
Autorenporträt zu "Lutz Seiler"
Lutz Seiler, geboren 1963, lebt und arbeitet als Schriftsteller in Wilhelmshorst bei Berlin. Er erhielt u.a. den Kranichsteiner Literaturpreis (1999) und 2007 den Bachmannpreis.
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