Die Verfeinerung der Deutschen - Seitz, Erwin

Erwin Seitz 

Die Verfeinerung der Deutschen

Eine andere Kulturgeschichte

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Die Verfeinerung der Deutschen

Diese neue Kulturgeschichte beendet eine Legende: daß die Deutschen traditionell ohne Lebensart seien und weit hinter der feineren Gesittung ihrer romanischen Nachbarn zurückgeblieben. In einer großen Bewegung führt Erwin Seitz von der germanischen Vorzeit über die römischen Wurzeln und das keltische Erbe bis in die Großstadtkultur der Gegenwart und ihre kulinarischen Tempel. Durch mehr als zweitausend Jahre einer wechselhaften Geschichte, in der die Deutschen nach Tiefpunkten und Durststrecken immer wieder zu höchster Form der Verfeinerung aufliefen.
Seitzens Darstellung zeugt von stupendem Wissen, ist stimulierend eigenwillig, hinreißend perspektivenreich und höchst elegant stilisiert. Ein besonderes Interesse hat der Autor an der reichen Entwicklung deutscher Kochkunst und Tischsitten. Auch für die Praktiker unter den kulturhistorisch Interessierten fällt dabei mancherlei ab: Mit vielen Hinweisen verführt er sie, scheinbar nebenher, zu lukullischen Exkursen und Entdeckungsreisen durch deutsche Lande. So entsteht innerhalb einer umfassenden Kulturgeschichte zugleich eine Topographie des guten Geschmacks.


Produktinformation

  • Verlag: Insel, Frankfurt
  • 2011
  • Ausstattung/Bilder: 2011. 823 S. m. Abb., 32 farb. Bildtaf. u. 1 SW-Ktn.-Skizz.
  • Seitenzahl: 823
  • Best.Nr. des Verlages: 17505
  • Deutsch
  • Abmessung: 220mm x 149mm x 46mm
  • Gewicht: 1008g
  • ISBN-13: 9783458175056
  • ISBN-10: 3458175059
  • Best.Nr.: 33379013
"Auf 800 faktenreich fundierten Seiten spannt der Autor einen genussvollen und weiten Bogen über zweitausend Jahre ziemlich wechselhafter deutscher Geschichte - von der germanischen Vorzeit bis zu den kulinarischen Pilgerstätten des heutigen Berlin. 100 Bilder illustrieren diesen kühnen historischen Ritt, der sinnfällig Kulinarisches mit Historischem verquickt. So entsteht ein lesenswertes, delikates Seitenstück sonst üblicher Geschichtsschreibung."<br />Reiner Veit inforadio, rbb

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 06.03.2012

Was dachte sich Luther nur, als er die gemeine Hausspeise in den Himmel hob?
Ein Menü mit vielen historischen Zutaten, doch nicht durchweg raffiniert abgeschmeckt: Erwin Seitz schreibt eine ausladende Kulturgeschichte deutscher Kochkünste

Nach langen Jahren einer etwas einseitigen Geschichtsschreibung hat sich allgemein das Bild verfestigt, dass die Entwicklung der besseren Küche etwas mit den alten Römern, der italienischen Renaissance und vor allem den Franzosen zu tun hat. Deutschland kommt dabei nicht vor. Erwin Seitz will mit seinem Buch beweisen, dass dieses Bild nicht stimmt.

Der Autor ist von seiner Ausbildung her dazu geradezu prädestiniert. Er hat Metzger und Koch gelernt, ist dann Historiker geworden und schreibt seit vielen Jahren kulinarische Texte. Den Leser erwartet eine ausgesprochen komplex angelegte Arbeit mit einer Vielzahl von historischen Quellen, denen immer wieder Impressionen aus der kulinarischen Kultur der deutschen Gegenwart gegenübergestellt sind. Im Kapitel über den "ausgewählten Geschmack" etwa finden sich Ausführungen über die römische Stadt Trier und den antiken Humanismus und dazu ein Text über "Wein …

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Perlentaucher-Notiz zur F.A.Z.-Rezension

So ganz souverän verfügt der Autor nicht über die Fülle seines Stoffes, moniert Jürgen Dollase, der dem Titel des Buches bereitwillig folgt und sich dann ein bisschen allein gelassen fühlt, weil es dem Autor dann doch mehr ums Bodenständige geht, als um die titelgebende Verfeinerung. Da verliert sich Erwin Seitz dann in persönlichen kulinarischen Präferenzen, anstatt dem Rezensenten schön analytisch das historische Material auseinanderzusetzen, das er so fleißig herbeischafft, über Moselwein und Humanismus, Barbarossa und Luthers geringe Lust auf Geflügel. Systematisch, meint Dollase, ist das nicht immer und oft sogar sehr unkritisch. Am besten gefällt ihm das Buch aber noch in seinen historischen Teilen, für die spitzenkulinarische Gegenwart scheint der Autor sich indes nur am Rand zu interessieren.

© Perlentaucher Medien GmbH

»Das Beste aus der deutschen Kulturgeschichte hat Erwin Seitz herausgeholt. Sein Buch Die Verfeinerung der Deutschen ist ein überaus kulinarisches Buch... Er… räumt mit dem gängigen Vorurteil auf, die Pasta komme aus Italien, und legt dar, warum ›typisch deutsch‹ gar nicht so schlecht ist. Für Thorsten Jantschek und Jürgen Kaube war das Buch ein großes Lesevergnügen.«
Erwin Seitz, geboren 1958 in Wolframs-Eschenbach als Sohn einer Gastwirts- und Metzgermeisterfamilie, Besuch einer Klosterschule, Lehre als Metzger und Ausbildung zum Koch im Kempinski, Berlin. Studium der Germanistik, Philosophie und Kunstgeschichte an der FU Berlin und am St. John s College in Oxford. Dissertation über Goethes Autobiographie.
Seitz lebt als freier Journalist in Berlin und schreibt über Feinschmeckerei. Regelmäßige gastrosophische Beiträge in der F. A. Z.
Seitz ist seit 2002 Herausgeber von"Cotta s kulinarischem Almanach.

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