Die Häuser der anderen - Scheuermann, Silke

Silke Scheuermann 

Die Häuser der anderen

Roman

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Die Häuser der anderen

Christopher und Luisa haben geheiratet und sich im Leben eingerichtet: Er ist angehender Professor für Biologie, sie erfolgreiche Kunsthistorikerin. Die Altbauwohnung ihrer Studentenzeit haben sie gegen ein Haus am Stadtrand getauscht, als sichtbares Zeichen ihrer Ambitionen. Hier in der Straße am Kuhlmühlgraben muss sich ihre Ehe bewähren, hier messen sie ihre Träume am Erreichten. Doch nicht alles lässt sich mit Willenskraft und Selbstinszenierung herbeiführen, das müssen die beiden ebenso erfahren wie die anderen Bewohner des Viertels.

In kunstvollen Szenen, mit Abstechern nach Venedig und New York, erzählt Silke Scheuermann in DIE HÄUSER DER ANDEREN von zerbrechlichen Wünschen, Ängsten und Hoffnungen. Unsentimental und einfühlsam schildert sie, was geschieht, wenn Menschen ihr Leben nach anderen ausrichten und ihre vermeintliche Überlegenheit ins Wanken gerät oder wenn sie vom Glück überrascht werden.


Produktinformation

  • Verlag: Schöffling
  • 2012
  • Ausstattung/Bilder: 2012. 259 S.
  • Seitenzahl: 259
  • Deutsch
  • Abmessung: 213mm x 131mm x 27mm
  • Gewicht: 405g
  • ISBN-13: 9783895613746
  • ISBN-10: 3895613746
  • Best.Nr.: 35676921
Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 10.08.2012

Die Stunde zwischen Hund und Katze

Natur- und Kunstgeschichte der Hausfrauen und Haustiere: Silke Scheuermann taucht in ihrem neuen Roman "Die Häuser der anderen" tief in die schäbige Welt der bürgerlichen Verlierer ein.

Man muss keine besonders feine Nase haben, um die überragende Bedeutung des Hundes im Kuhlmühlgraben zu erschnüffeln: "Vorne protzte man mit den Autos, hinten mit den Hunden." Kuhlmühlgraben (wie das Naturschutzgebiet in Silke Scheuermanns Heimatstadt Offenbach) heißt die Straße im vornehmen Osten Frankfurts, in der "Die Häuser der anderen" stehen, und die Grenze zwischen Natur und Kultur läuft mitten durch ihre Bewohner.

Verzweifelte Hausfrauen in gepflegten Einfamilienhäusern verwöhnen taube Pekinesen mit Kalbsleberwurst, taufen Bulldoggen auf den Namen Mortimer und halten sich Chow-Chows, Riesenpudel und Bernhardiner als Joggingbegleiter und Statussymbole, Seelentröster und pflegeleichten Kinderersatz. Hunde machen Dreck, stören den Hausfrieden und die Harmonie von Marcel-Breuer-Leuchte und Ettore-Sottsass-Sofa, Delphincarpaccio und Essstörung. Aber im Gegensatz zu Kindern widersprechen sie selten, und notfalls …

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Perlentaucher-Notiz zur Sueddeutsche Zeitung-Rezension

Wow, derart klug und mit einer gewissen Nonchalance arrangiert, die auch Mängel lässig mit einschließt, hat Christoph Schröder die Generation Manufactum, die neobürgerliche Tristesse (hier im Frankfurter Speckgürtel) lange nicht mehr geschildert bekommen. Dabei scheint zunächst alles supi im Spießermilieu, meint Schröder, der Hund, die Venedigreise, der Monet an der Wand. Dahinter aber gähnt selbstredend der Abgrund. Silke Scheuermann vermittelt das Schröder allerdings überraschend genug, wirft laut Rezensent beunruhigende Blicke hinter die Fassaden, schafft beklemmende Lesemomente und erfasst so gesellschaftliche Wirklichkeit.

© Perlentaucher Medien GmbH

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 10.12.2012

Der Selbstbetrug im Kuhlmühlgraben
Das eigene Leben als bürgerliches Projekt: In ihrem beunruhigenden Roman „Die Häuser der anderen“
fängt Silke Scheuermann das Lebensgefühl der „Generation Manufactum“ ein
VON CHRISTOPH SCHRÖDER
So elegant ist man zu Beginn eines Romans schon lange nicht mehr auf eine falsche Fährte geleitet worden: Luisa, Mitte dreißig, studierte Kunsthistorikerin, geht an einem stillen Sonntagmorgen durch ihr aufgeräumtes Haus in einer bevorzugten Wohngegend in Frankfurt am Main. Hier wohnen Akademiker, Fernsehmoderatoren oder Promi-Tierärzte; dahinter endet die Stadt und geht in Wald und Feld über, ein Bächlein fließt, Rassehunde werden spazieren geführt. Christopher, Luisas Mann, schläft noch; ein paar Stunden später soll die achtjährige Nichte Anne für zwei Wochen zu Besuch kommen. Ein Hort der kleinen, nichtigen Alltagsprobleme, so könnte man meinen, und Silke Scheuermann gibt sich zunächst alle Mühe zu suggerieren, dass der Roman auch genau davon bestimmt sein wird: Der Hund wälzt sich im Dung und stinkt; Luisas Verhältnis zur Schwester ist problematisch; die Nichte verhält sich ganz anders als erwartet, …

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Silke Scheuermann, geboren 1973 in Karlsruhe, lebt in Offenbach. Für ihre Gedichte, Erzählungen und Romane erhielt sie zahlreiche Stipendien und Preise, u. a. den Leonce-und-Lena Preis (2001), den Hermann-Hesse-Literatur-Förderpreis (2006), den Grimmelshausen- Förderpreis der Stadt Gelnhausen (2007), den George-Konell-Preis (2008) und zuletzt den Droste-Literaturförderpreis der Stadt Meersburg (2009).

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