Die Freuds - Weissweiler, Eva

Die Freuds

Biographie einer Familie

Eva Weissweiler 

Broschiertes Buch
 
Vergriffen, keine Neuauflage
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Die Freuds

Schon vor der Ehe versprach Sigmund Freud seiner künftigen Frau, es den »Biographen nicht leicht (zu) machen«. Trat jemand mit dem Wunsch, eine Biographie über ihn zu schreiben, an ihn heran, erklärte er, sein Leben sei nur in Bezug auf die Psychoanalyse interessant.
Eva Weissweiler rückt nun die Familie Freud in den Blickpunkt, und hat dafür eine Fülle von unveröffentlichten Quellen - Briefe von Martha Freud und ihren Kindern, aber auch solche von Freud selbst - ausgewertet. Sie schildert die Geschichte dieser außergewöhnlichen Familie, die von der Gründerzeit über die Weltkriege bis in die Gegenwart reicht, bis zu den Enkeln, die Sigmund Freud noch erlebt haben.


Produktinformation

  • Verlag: Fischer Taschenbuch
  • 2008
  • Ausstattung/Bilder: 2008. 479 S. 16 Fototaf.
  • Seitenzahl: 479
  • Fischer Taschenbücher Bd.17469
  • Deutsch
  • Abmessung: 19 cm
  • Gewicht: 367g
  • ISBN-13: 9783596174690
  • ISBN-10: 3596174694
  • Best.Nr.: 22812333
Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 05.03.2006

Freud, wie er grübelt und lacht
Wieder- und Neuerscheinungen zum 150. Geburtstag des Wiener Seelenforschers

Mozart, Heine, Rembrandt, Freud, es gibt wohl keinen Zweifel, wer in diesem Jahr der großen Jubiläen den Vogel abschießen wird: das Wolferl natürlich. Mozarts Landsmann Sigmund Freud ist ihm allerdings hart auf den Fersen. Landauf, landab werben Ausstellungen, Symposien, Filmretrospektiven darum, sich dem Begründer der Psychoanalyse wieder anzunähern - bis hin zu einer Wanderausstellung mit Freud-Cartoons aus dem New Yorker, die im Juli in London startet.

Seinen Niederschlag findet das auch in den Buchkatalogen. Das mag damit zu tun haben, daß der leidenschaftliche Kampf zwischen Befürwortern und Gegnern, der die Freud-Forschung von Anbeginn begleitet hat, in ruhigeres Fahrwasser geraten ist. Neuerdings konzediert auch die Neurobiologie dem Deuter des Unbewußten seine große Bedeutung im Zwischenreich von Seelenkunde und Hirnforschung. So erscheint im April eine Sammlung von Aufsätzen des Medizinnobelpreisträgers Eric Kandel, emigrierter Wiener Jude wie Freud, der sich als herausragender Vermittler zwischen Psychoanalyse und …

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Perlentaucher-Notiz zur FR-Rezension

Einen "chronologisch-synoptischen Familienroman" habe Eva Weissweiler mit "Die Freuds" verfasst, so Oliver Pfohlmann. Dabei versetzt die Autorin sich "munter" in die verschiedenen Familienmitglieder hinein, und mitunter tut sie das so beherzt, dass nicht mehr ganz klar ist, ob nun eigentlich die Biografin spricht, ob es sich um ein auf Quellen gestütztes Zitat handelt oder um pure literarische Anverwandlung. Dass man bei der Personal- und Perspektivenflut die Orientierung nicht verliert, verhindert ein Stammbaum, aber wirklich ärgerlich findet Pfohlmann, dass die Verfasserin den alten Freud nicht mag und sich ganz "distanzlos" mit Martha solidarisiert. So greife die Familienbiografin ein - von C. G. Jung in die Welt gesetztes - Gerücht auf, wonach Freud eine Affäre gehabt habe mit seiner Schwägerin Minna. Und obwohl bis heute keinerlei Beleg für dieses Gerücht aufzutreiben war, nimmt Weissweiler es als Faktum. In Folge dieser Entscheidung liefert sie einige analytische Stilblüten, wie etwa die Darmprobleme Minnas als Folge von Freuds Analverkehrspraktiken. Ansonsten aber erfahre man viel Neues, etwa, dass ein Neffe von Freud die PR begründete und ein auch auf Sigmund Freuds Einsichten beruhendes Buch mit dem Titel "Propaganda" schrieb, zu dessen eifrigen Lesern Joseph Goebbels gehörte.

© Perlentaucher Medien GmbH

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 03.05.2006

Er öffnete sich und deckte sich damit zu
„Die Biographen aber sollen sich plagen”: Altes und Neues in Büchern über Sigmund Freud zum 150. Geburtstag
Von Arthur Schnitzler, Freuds heimlichem Doppelgänger, stammt der Satz: „Nicht die Psychoanalyse ist neu, sondern Freud, so wie nicht Amerika neu war, sondern Kolumbus.” Geboren im Sterbejahr seines Lieblingsdichters Heinrich Heine und gestorben in den Tagen des Ausbruchs des Zweiten Weltkriegs, stand Sigmund Freud mit einem Bein - dem vermutlich gefestigteren von beiden - noch mitten in der bürgerlichen Epoche des 19. Jahrhunderts, mit dem anderen aber im katastrophalen 20. Jahrhundert, darin alle Bürgerlichkeit unterging. Seinem pünktlich zur Jahrhundertwende erschienenen Epochenwerk „Die Traumdeutung” hatte er als Motto Verse des Vergil vorangestellt, jenes Dichters, der damals noch im Rufe stand, „Vater des Abendlandes” zu sein. Heuer blickt
uns von den Umschlägen der zum
150. Freud-Geburtstag am 6. Mai angeschwemmten Bücherflut und von den Coverfotos der Wochenblätter und Magazine das Bild eines alternden, wenn nicht greisen Übervaters mit grauem Vollbart und phallokratisch …

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Eva Weissweiler, geboren 1951, ist eine bekannte Musikwissenschaftlerin und Biographin. Sie lebt mit ihrem Mann in Köln.