Deutsche Erhebungen - Seibt, Gustav

Deutsche Erhebungen

Das Klassische und das Kranke

Gustav Seibt 

Gebundenes Buch
 
versandkostenfrei
innerhalb Deutschlands
16 ebmiles sammeln
EUR 16,00
Sofort lieferbar
Alle Preise inkl. MwSt.
Bewerten Empfehlen Merken Auf Lieblingsliste


Andere Kunden interessierten sich auch für

Deutsche Erhebungen

In seiner 1945 verfassten Rede "Deutschland und die Deutschen" bescheinigte Thomas Mann seinen Landsleuten, dass ihnen immer wieder gerade das Beste zum Bösen ausgeschlagen sei - damit eine Betrachtung Goethes verschärfend, der das Klassische als das Gesunde, das Romantische als das Kranke einstufte. Gustav Seibt lässt sich von solchen Diagnosen anregen, indem er sich mit einem "deutschen Sonderweg" auseinandersetzt: dem Philhellenismus, der Sehnsucht nach einem deutschen Arkadien. Mit
ihrer schwärmerisch-melancholischen Tendenz, ihrem ästhetischen Radikalismus hat die Griechenliebe immer wieder das Mißtrauen der "lateinisch-nüchternen" europäischen Nachbarn
erweckt und insbesondere nach 1945 zum Nachdenken über ihren Anteil am nationalen Kulturhochmut der Deutschen herausgefordert. Dass die hellenisch-deutsche Wahlverwandtschaft nicht zwangsläufig Weltferne und Gegenwartsfeindschaft zur Folge haben muss, dass der Traum vom Klassischen und die historische Melancholiedurchaus kraftvoll sein, dass Sonderwege den Eigensinn gegen totalitäre Gleichschaltung befördern können, davon erzählt Gustav Seibt


Produktinformation

  • Verlag: Zu Klampen
  • 2008
  • Ausstattung/Bilder: 2008. 183 S.
  • Seitenzahl: 183
  • zu Klampen! Essay
  • Deutsch
  • Abmessung: 191mm x 123mm x 16mm
  • Gewicht: 219g
  • ISBN-13: 9783866740242
  • ISBN-10: 3866740247
  • Best.Nr.: 23344300
Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 28.04.2008

Höhenflüge, Abstürze
Von SZ-Autoren: Gustav Seibts Essayband „Deutsche Erhebungen”
Der deutsche Begriff für Revolution war lange die „Erhebung”, die so fragwürdig schillert zwischen idealischem Höhenflug und dumpfer Anmaßung. Den Krankheitskeimen im Klassischen gehen Essays nach, die Gustav Seibt, Mitarbeiter im Feuilleton der Süddeutschen Zeitung, jetzt gesammelt hat. Aber auch dem fraglos Gelungenen wenden diese kulturhistorischen Stücke sich zu, beispielsweise dem Pazifismus Goethes in seinem Kriegsbuch zur „Campagne in Frankreich” oder dem Wörlitzer Arkadien im Gartenreich des Dessauer Fürsten Franz.
Ein zweiter Teil erinnert mit Porträts von Historikern und Publizisten wie Erwein von Aretin, Golo Mann und Karl Heinz Bohrer an den Sonderweg der politischen Vernunft, den Deutschland auch gekannt hat. Ein zorniger Nachruf auf die Humboldtsche Idee der Universität und heitere Betrachtungen zum Stand deutscher Erhobenheit in der Berliner Republik mit ihren Fußballsommern beschließen diese immer auch politischen Betrachtungen zur Kultur in Deutschland. SZ
GUSTAV SEIBT: Deutsche Erhebungen. Das Klassische und das Kranke. Verlag Zu Klampen, Springe 2008. 185 Seiten, 16 Euro.
SZdigital: Alle Rechte vorbehalten – Süddeutsche Zeitung GmbH, München
Eine Dienstleistung der DIZ München GmbH

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 21.04.2008

Wie aus einem Traum ins Heute erwacht

Musterbeispiel für den überlegenen Eigensinn, mit dem Gustav Seibts Essays bestechen, ist dessen Abgesang auf die Universität als "Kadettenanstalt für die Akteure des Arbeitsmarktes".

Die eleganten Essays der kleinen Sammlung sind fast alle aus konkretem, aktuellem Anlass entstanden, sie werden aber verbunden durch einen ihnen allen gemeinsamen Grundton. Nicht nur, dass sie anscheinend von einem klugen und, ja doch, gebildeten Verfasser stammen, sondern insbesondere von jemandem, der bei, ja doch, konservativer Weltsicht seine eigenen Wege geht und vor allem seine eigenen Urteile hat. Nicht umsonst entsprachen die drei bedeutenden Historiker, auf die wir hier Nachrufe aus der Feder von Gustav Seibt lesen können, genau diesem Bild: Golo Mann, Joachim Fest und Arno Borst. Beispielsweise war ja bei Golo Mann schon immer zu beobachten, dass seine Urteile keineswegs voraussehbar waren und mit großer innerer Freiheit gefällt wurden. Dasselbe Grundmuster dann auch in Seibts Rede auf Karl Heinz Bohrer zur Verleihung des Heinrich-Mann-Preises und der Nachruf auf Erwein von Aretin, den NS-Gegner als Innenpolitikchef der …

Weiter lesen

Perlentaucher-Notiz zur F.A.Z.-Rezension

Charakterisch für diese Essays ist für Wolfgang Schuller nicht zuletzt der "überlegene Eigensinn" des Autors, die darin sich ausdrückende "konservative Weltsicht" bei "großer innerer Freiheit". Wie Gustav Seibt Orte, Personen und Gegenstände der deutschen (Geistes-)Geschichte in den Blick nimmt, hat Schuller sichtlich imponiert. Entzückt sogar zeigt er sich darüber, wie Seibt den Wörlitzer Park auferstehen lässt, die deutsche Griechen-Rezeption beschreibt (ohne Beckmesserei) oder einen Abgesang auf das Humboldtsche Universitätswesen verfasst. Die ein oder andere Blickverengung oder Unrichtigkeit in der Darstellung (etwa der Querelen um die Restaurierung der Quadriga auf dem Brandenburger Tor) ärgert den Rezensenten zwar, aufs Ganze dieser Sammlung betrachtet aber scheint er sie dem Autor durchgehen zu lassen.

© Perlentaucher Medien GmbH
Dr. Gustav Seibt wurde 1959 in München geboren. Studierte Geschichte, Latein und Italianistik. 1987-1996 Redakteur der FAZ, von 1994 bis 1996 leitete er dort das Literaturblatt. 1995 erhielt er den Sigmund-Freud-Preis für wissenschaftliche Prosa der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung. Seit 1997 Redakteur bei der Berliner Zeitung.

Leseprobe zu "Deutsche Erhebungen"

Bitte klicken Sie auf die Navigation oder das Artikelbild, um in Deutsche Erhebungen zu blättern!


2 Marktplatz-Angebote für "Deutsche Erhebungen" ab EUR 14,95

Zustand Preis Porto Zahlung Verkäufer Rating
WIE NEU 14,95 1,60 Selbstabholung und Barzahlung, PayPal, Nachnahme, Banküberweisung Buch_und_Wein 99,0% ansehen
gebraucht; gut 15,00 3,00 offene Rechnung, Kreditkarte Celler Versandantiquariat 99,4% ansehen
Mehr von