Der Tote von Nablus / Ein Fall für Omar Jussuf Bd.3
Kaltblütige Verbrechen aus 1001 Nacht
Ein junger Mann, Mitglied der kleinen, aber sehr alten Gemeinde der
Samaritaner in Nablus, ist grausam ermordet worden. Er hatte für
Jassir Arafat gearbeitet und die Gelder für die palästinensische
Autonomiebehörde verwaltet, von denen jetzt 300 Millionen fehlen.
Omar Jussuf ist wegen einer Hochzeit in Nablus, doch die ist
plötzlich nicht mehr wichtig: Erst muss er den Mord aufklären und
das Geld finden, bevor alle Hilfsgelder an Palästina eingestellt
werden. Ein Wettlauf mit der Zeit beginnt.
Als guten Krimiautor lobt Lina Kokaly den in Jerusalem lebenden Briten Matt Beynon Rees, der die biblische Geschichte von Isaak, der von seinem Vater geopfert werden soll, mit der heutigen Lage im palästinensischen Nablus verbinde. Im Zentrum stehe der Tod eines jungen Samaritaners, dessen Leiche auf eben jenem Stein gefunden werde, auf dem einst Isaak geopfert werden sollte. Der Roman führe, lesen wir, in die Verstrickungen von Hamas und Fatah, spiele mit westlichen Klischees von diesen Organisatoren. Vieles bleibt der Kritikerin fremd, woran ihrer Ansicht nach die mitunter sehr blumige Übersetzung arabischer Redewendungen nicht unschuldig ist, die sie vor der harten Kulisse nicht recht passend findet. Grundsätzlich aber lobt sie das Buch und mag auch den ermittelnden Omar Jussuf.
Matt Beynon Rees wurde 1963 in South Wales geboren. Er war lange Jerusalemer Bürochef der Time, für die er weiterhin schreibt. Er spricht u. a. Arabisch und Hebräisch und ist der Autor von 'Cain's field: Faith, Fratricide and Fear in the Middle East'. Bei C.H.Beck erschienen mit großem Erfolg auf Deutsch seine Omar Jussuf-Krimis 'Der Verräter von Bethlehem' (2008) und 'Ein Grab in Gaza' (2009), für die er u. a. den John Creasey Dagger der CWA erhielt. Matt Beynon Rees lebt mit seiner Familie in Jerusalem.
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