Der taumelnde Kontinent - Blom, Philipp

Philipp Blom 

Der taumelnde Kontinent

Europa 1900-1914

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Der taumelnde Kontinent

Es war eine atemlose Zeit. Freud erforschte die dunklen Seiten der Seele. Die Physik entdeckte das Geheimnis der Atome. Frauen forderten das Wahlrecht. Und der europäische Adel verabschiedete sich von der öffentlichen Bühne. In den rund 15 Jahren zwischen der Weltausstellung von 1900 und dem Beginn des Ersten Weltkriegs durchlebte Europa einen Taumel, der Alltag, Kunst, Wissenschaft und Politik erfasste. Das moderne Europa entstand: Und niemand ahnte, dass der Erste Weltkrieg seine Errungenschaften erst einmal zunichtemachen sollte. Blom inszeniert das frühe 20. Jahrhundert als spektakuläre Phase der europäischen Geschichte, in der alle Gewissheiten fragwürdig wurden.


Produktinformation

  • Verlag: Hanser
  • 2009
  • 6. Auflage.
  • Ausstattung/Bilder: 2009. 528 S. m. zahlr. Abb., 8 farb. Fototaf.
  • Seitenzahl: 528
  • Best.Nr. des Verlages: 505/23292
  • Deutsch
  • Abmessung: 440mm x 360mm x 38mm
  • Gewicht: 770g
  • ISBN-13: 9783446232921
  • ISBN-10: 3446232923
  • Best.Nr.: 25617648

Perlentaucher-Notiz zur F.A.Z.-Rezension

Gut dass der Autor sein Buch gar nicht erst als Europäische Geschichte der Vorkriegszeit präsentiert, meint Lothar Höbelt. Philipp Blom ist für Höbelt nämlich weder Wirtschaftsexperte noch Fachmann auf dem Gebiet der politischen Geschichte. Seine Interpretationen schätzt der Rezensent oft als gewagt bis naiv ein. Der Komplexität historischer Konstellationen werden Bloms sozialpsychologisch ausgerichtete Untersuchungen der Meinung des Rezensenten nach kaum gerecht. So etwa findet er im Abschnitt zu Bloms Wahlheimat Österreich "Klischees aus Freud, Zweig, Musil" reproduziert. Allerdings wiegt das alles halb so schwer. Der Enthusiasmus des Autors für seinen Gegenstand, der unterhaltsame Abwechslungsreichtum seiner Exkurse und sein oft überraschender Blick fürs Schrullige und Absurde machen dem Rezensenten das Buch sympathisch.

© Perlentaucher Medien GmbH

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 26.10.2009

Wider die Konfektionsgröße
Europa vor 1914: Philipp Blom möchte mit seiner Reportage das Bild von der guten alten Zeit korrigieren

Vor einem Vierteljahrhundert schrieb die Grande Dame der amerikanischen Historiker mit Breitenwirkung, Barbara Tuchman, eine Reportage über das Europa der Vorkriegszeit: "Der stolze Turm". Die Sammlung von Essays reichte von Richard Strauss über die Dreyfus-Affäre in Frankreich bis zu den Weekends der englischen Aristokratie. Viele dieser Topoi begegnen uns auch in den Kapiteln von Philipp Blom wieder - mit dem einen Unterschied, Blom möchte sein Buch ganz explizit nicht als eine Geschichte der Vorkriegszeit aufgefasst wissen, nicht mit "teleologischen Vorurteilen" an sie herangehen. Der Leser möge sich vorstellen, er wüsste "nichts vom Mord in Sarajevo, von der Schlacht an der Somme". Daher versucht er uns nicht auf Schritt und Tritt eine neue Lesart zu präsentieren, warum alles so kommen musste, sondern versteht es, den Leser aufs Glatteis zu führen: So geht es bei "Wagners Wahn" mitnichten um Richard, sondern um einen Namensvetter, der sich als schwäbischer Amokläufer in die Annalen einschrieb. Beim …

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Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 05.07.2011

Europa vor dem
Sturm
Für die im 19. Jahrhundert Geborenen waren die letzten 14 Jahre vor Ausbruch des Ersten Weltkriegs 1914 die „goldene Zeit“. Das Urteil verdankte sich einem verklärten Blick auf eine Zeit, die Philipp Blom in einer anspruchsvollen, sehr gut lesbaren historischen Kolportage geschildert hat. Jedem Jahr dieser letzten Frist des Friedens vor dem großen Krieg hat Blom ein Kapitel gewidmet. Am Anfang steht die Pariser Weltausstellung von 1900, die ein Emblem war für den Optimismus, mit dem die Menschen das neue Jahrhundert begrüßten. Hier kündigte sich an, was in den nächsten Jahren eine ungeheure Dynamik auslöste, die das Leben der Menschen und ihren Blick auf die Welt veränderten. Die Folgen davon zeigten sich nicht nur an den wissenschaftlichen Entdeckungen, sondern auch an sozialen künstlerischen und politischen Entwicklungen, die das 20. Jahrhundert prägten. Johannes Willms
Philipp Blom:
Der taumelnde Kontinent. Europa 1900-1914.
dtv, München 2011.
528 Seiten,
14,90 Euro.
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"Das Erzählte ist von einer geradezu überwältigenden Fülle, so dass man nicht übel Lust hat, das Buch gleich ein zweites Mal zu lesen - was gibt es über ein Geschichtswerk Schöneres zu sagen?" (Martin Ebel, Tages-Anzeiger, 17.06.09)<br/><br/>"Eine glänzende historisch-kulturwissenschaftliche Studie. Souverän lässt der Autor Wissenssysteme und Reflexionsformen passieren; er erzählt glänzend und weiß alles. ... Zu allem Verstandes-Überfluß besitzt Blom auch noch Witz!" (Brigitta Lindemann, WDR)<br/><br/>"Philipp Blom schreibt temperamentvoll, anschaulich und engagiert." (Tilman Krause, Deutschlandradio Kultur, 13.05.09)

"... eine anspruchsvolle, sehr gut lesbare Kolportage"<br />Johannes Willms, Süddeutsche Zeitung 5. Juli 2011 <br />
Philipp Blom , geboren 1970 in Hamburg, studierte Philosophie, Geschichte und Judaistik in Wien und Oxford. Er lebt heute als Schriftsteller und Historiker in Wien und schreibt regelmäßig für europäische und amerikanische Zeitschriften und Zeitungen.

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