Der Schatten des Galiläers, Sonderausgabe - Theißen, Gerd

Gerd Theißen 

Der Schatten des Galiläers, Sonderausgabe

Jesus und seine Zeit in erzählender Form

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Der Schatten des Galiläers, Sonderausgabe

Gerd Theißen erzählt von Jesus und seiner Zeit. Die Rahmenhandlung ist fiktiv: Ein junger Jude, Andreas, wird von Pilatus dazu erpresst, Material über neue religiöse Bewegungen in Palästina zu sammeln. Dabei stößt er auf Jesus und reist ihm hinterher.Aus Erzählungen über Jesus rekonstruiert er dessen Leben.
Theißen ist ein fesselndes Buch gelungen, das dem Stand der Forschung entspricht, aber auch für die Gegenwart verständlich ist. Verkündigung und Geschick Jesu werden aus der Perspektive eines jüdischen Zeitgenossen dargestellt und im Rahmen der religiösen und sozialen Welt des Judentums verständlich gemacht.


Produktinformation

  • Abmessung: 189mm x 162mm x 25mm
  • Gewicht: 280g
  • ISBN-13: 9783579064048
  • ISBN-10: 3579064045
  • Best.Nr.: 12446415
"Spannend wie ein Krimi. " (Rhein-Neckar-Zeitung)

Spannend wie ein Krimi.

Spannend wie ein Krimi.
Dr. theol. Gerd Theißen, geb. 1943, ist Professor für Neues Testament an der Universität Heidelberg und seit Mitte 2001 auch im Herausgeber-Kreis der Zeitschrift 'Evangelische Theologie'.

Leseprobe zu "Der Schatten des Galiläers, Sonderausgabe"

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Leseprobe zu "Der Schatten des Galiläers, Sonderausgabe"

"12. KAPITEL Menschen an der Grenze (S. 124-125)

Wir zogen weiter von Kapernaum nach Bethsaida, um zwei Tage verspätet. Bethsaida ist ein kleines Städtchen am Nordufer des galiläischen Sees, jenseits der Landesgrenze. Es gehört zum Gebiet des Herodes Philippus. Vor nicht allzu langer Zeit hatte Philippus das jüdische Dorf zu einer kleinen hellenistischen Stadt ausbauen wollen.

Zu Ehren der Julia, der Tochter des Kaisers Augustus, erhielt die Neugründung den Namen Julias Bethsaida.144 Im Grunde war es noch immer ein großes Dorf. Auf dem Weg nach Bethsaida mußten wir den Zoll passieren. Der Zöllner war uns gut bekannt: ein lebensfroher Mann, der sich nach dem üblichen Feilschen um Zolltarife und Bestechungsgelder gern zu einem Schluck Wein einladen ließ. Aber diesmal wurden wir überrascht. Anstatt des Zöllners Levi trat uns ein unbekannter Mann entgegen. Er stellte sich vor:

»Mein Name ist Kostabar! Ich bin der neue Zollpächter145 an dieser Station. Welche Waren bringt ihr mit?« Der kommt aber direkt zur Sache, dachte ich. Ich fragte zurück: »Und was ist mit Levi?« »Levi ist nicht mehr Zöllner. Zukünftig habt ihr es mit mir zu tun.« »Ist ihm was zugestoßen?« Kostabar zuckte mit den Achseln: »Das kann man nicht sagen. Er wollte nicht mehr Zöllner sein. Er verschwand.«

Wieder einer, der plötzlich verschwunden war! Ich hakte noch einmal nach: »Ist er unter die Räuber gegangen?« »Ich weiß nicht. Ich habe nichts mehr von ihm gehört. Jetzt bin ich Zollpächter. Noch einmal: Welche Waren sind zu verzollen?« Wir zeigten ihm alles, was wir mitführten. Kostabar fragte mich: »Ist das alles?« Es war in der Tat wenig. Für einen Kaufmann wie mich unwahrscheinlich wenig. Ich erklärte: »Wir haben für einen Teil unserer Ware in Galiläa überraschend Abnehmer gefunden. Das ist nur der Rest.« Unsere »Abnehmer« waren die Zeloten gewesen, die einen großen Teil der Waren beschlagnahmt hatten als Anzahlung auf den jährlichen Tribut. Kostabar blieb mißtrauisch: »Und wo habt ihr den Rest verborgen?«

Ich grinste. Jetzt kam mein Trick, mit dem ich mit Zöllnem ins Geschäft kam: »Vielleicht habe ich etwas vergessen.« Kostabar wühlte in unserem Gepäck. Da hatte er es gefunden. Er zog einen mittelgroßen Weinschlauch aus den übrigen Sachen hervor: »Was ist das?« »Das ist nicht für den Verkauf bestimmt!« »Macht nichts. Es muß verzollt werden!« »Ich werde nicht zahlen.« »Natürlich wirst du zahlen. Sonst wird die Ware beschlagnahmt.« »Verzollt werden nur Waren, die ins Land eingeführt werden. Also zahle ich nicht.« »Willst du den Wein hier auf den Boden gießen?« »Nicht auf den Boden!«"

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Bewertung von buechermaus aus Rödermark am 09.09.2010 ***** sehr gut
Spannender als ein "gewöhnliches" Geschichtsbuch und somit auch für Schüler nicht nur "Pflichtlektüre". ;-)

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