Der Mann, der durch das Jahrhundert fiel - Rinke, Moritz

Moritz Rinke 

Der Mann, der durch das Jahrhundert fiel

Roman

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Der Mann, der durch das Jahrhundert fiel

"Klug und zum Versinken witzig" -- Bücher - der SPIEGEL-Bestseller jetzt als Taschenbuch. Worpswas? Worpswede! Ausgerechnet als Paul Wendland mit seinem Leben und seinen kuriosen Kunstprojekten in die Zukunft starten will, holt ihn die Vergangenheit ein: In Worpswede drohen das Haus seines Großvaters und sein Erbe im Moor zu versinken. Die Reise zurück an den Ort der Kindheit zwischen mörderischem Teufelsmoor, norddeutschem Butterkuchen und traditionsumwitterter Künstlerkolonie nimmt eine verhängnisvolle Wendung ... Mit seinem furiosen Romandebüt hat Moritz Rinke bereits unzählige Leser begeistert. Mit hinreißender Tragikomik erzählt er von un heimlichen Familiengeheimnissen, vom Künst lerleben, von Ruhm, Verführung und Vergänglichkeit, vom Lieben und Verlassenwerden und von einem Dorf im hohen Norden, das berühmt ist für seinen Himmel und das flache Land.


Produktinformation

  • Verlag: Kiepenheuer & Witsch
  • 2011
  • Ausstattung/Bilder: 2011. 483 S.
  • Seitenzahl: 483
  • KiWi Taschenbücher Nr.1218
  • Deutsch
  • Abmessung: 191mm x 126mm x 29mm
  • Gewicht: 380g
  • ISBN-13: 9783462043426
  • ISBN-10: 3462043420
  • Best.Nr.: 33360937
"Wunderbar skurrile Figuren, unglaublich fantastische Geschichten. Der Schluss ist atemberaubend!" Mario Adorf

"Wunderbar skurrile Figuren, unglaublich fantastische Geschichten. Der Schluss ist atemberaubend!" -- Mario Adorf

"Wunderbar skurrile Figuren, unglaublich fantastische Geschichten. Der Schluss ist atemberaubend!" Mario Adorf

Seit Dürrenmatt hat keiner so die Farce als Wahrheit und die Wahrheit als Farce erfasst." Frankfurter Rundschau

kulturnews - RezensionBesprechung
Bereitgestellt von kulturnews.de
(c) bunkverlag
Als Journalist ist Moritz Rinke jemand, der das Genre Reportage routiniert pflegt. Rinke kann ein einsames Schwarzwalddorf bereisen, nüchtern die Menschen dort beschreiben und, wie er nicht mit denen reden kann. Hinterher wissen wir, wie es ist, im Schwarzwald. Als Dramatiker ist Rinke jemand, der postmodernen Boulevard aus dem ff beherrscht, der Tür-auf-Tür-zu-Szenen schreibt, der seine Figuren einen Tick überzeichnet - und hinterher haben wir viel gelacht, ohne uns allzu stark unter Niveau zu unterhalten. Als Romancier ist Rinke dagegen jemand, der auf dem Grat zwischen Überzeichnung und Denunziation seiner Protagonisten manchmal den rechten Pfad verfehlt. Sein Romandebüt "Der Mann, der durch das Jahrhundert fiel" geht so: Da ist eine Berliner Kulturbetriebsnase, die ins heimatliche Künstlerdorf Worpswede reist, es geht um eine Haushaltsauflösung, gleichzeitig geht es aber auch um Faschismus, um 1968, ums Kunsthype-Berlin. Klug komponiert, ein wenig geschwätzig vielleicht, aber das gibt es ja alles: Es gibt dieses kunstsatte Worpswede, im niedersächsischen Moor, tatsächlich ist Rinke, der mittlerweile in Berlin lebt, selbst dort aufgewachsen, weswegen man nicht umhin kommt, "Der Mann ..." autobiografisch zu lesen. Aber haben wir irgendetwas gelernt, am Ende, als der gezeichnete Mikrokosmos in einer großartig apokalyptischen Sequenz langsam im Moor versinkt? So richtig? (fis)

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 14.03.2010

Liebe, Bier und Wahrheit

Hermann Kant erfindet sich ein Heldenleben, Moritz Rinke wird unter Symbolen begraben, Anne Weber verliert sich an den falschen Prinzen, und Frank Schulz trinkt und küsst und feiert: Die deutsche Literatur des Frühlings

Als Günter Grass vor zwei Wochen in einem Interview erzählte, er sei überrascht gewesen, dass Hermann Kant schon 1961 Berichte über ihn und seine Besuche in der DDR für die Stasi geliefert habe, da erschien, fast zeitgleich, Hermann Kants neuer Roman. Er heißt "Kennung", spielt im Jahr 1961 und erzählt die Geschichte eines Anwerbungsversuchs durch die Stasi. Linus Cord, ein junger, aufstrebender Literaturkritiker, soll einen ersten, scheinbar harmlosen Auftrag für die Staatssicherheit übernehmen und - er widersteht. Eine Heldengeschichte, geschrieben von einem der Top-Funktionäre der untergegangenen DDR, Präsident des Schriftstellerverbandes, Mitglied des Zentralkomitees der SED. Das Buch über seine Stasiakte, das 1995 erschien, ist 500 Seiten dick.

Was soll das? Was fällt dem Mann ein? Macht der sich lustig über uns? Ist Literatur dazu da? Zu lügen? Sich selbst zu verschönern? Das eigene …

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Perlentaucher-Notiz zur TAZ-Rezension

Möglicherweise teilt Henning Bleyl das Schicksal des Berliner Dramatikers Moritz Rinke und ist ebenfals im niedersächsischen Torfheide- und Museumsdorf Worpswede aufgewachsen. Kenntnisreich beschreibt der Rezensent den "Reminiszenzenwahn", den Rinke in seiner "wunderbaren" Romandebütanten-Abrechnung mit der "notorisch nervigen Künstlerkolonie" aufbietet: Was anfälligeren Naturen vielleicht die Adoleszenz versaut hätte, münzt Moritz Rinke in "literarisches Kapital" um, wie es der Leser sonst nur von Prousts in den Lindenblütentee gestippten Madeleines zu kennen glaubt: "Rilke-Topf" raunt der Rezensent, "wer aus Worpswede kommt…". Den Plot hat der Autor mit "einer ebenso schlichten wie schlagenden Setzung" symbolisch gestrickt: Das vom Bildhauer-Großvater vererbte Worpswede-Haus versinkt im Moor, der auf der ganzen Linie glücklos agierende Berliner Galerist sieht seine Lebensversicherung schwinden und greift, aufgrund von plötzlich auftauchenden "überlebensgroßen Statuen des Reichsbauernführers", zu unlauteren Mitteln.

© Perlentaucher Medien GmbH

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 26.02.2010

Die Rache des Himmelsmalers
Eine tapfere Wanderung durchs Teufelsmoor der Anekdoten: Moritz Rinkes Worpswede-Roman „Der Mann, der durch das Jahrhundert fiel”
Im Wikipedia-Eintrag zu Worpswede findet sich der begnadete Satz: „Der Ort profitiert landschaftlich von einer 51 Meter hohen Erhebung, dem Weyerberg, der die ansonsten flache Umgebung überragt.” Aus dem in künstlerischer Hinsicht längst ziemlich erhebungsarmen Areal der einstigen Malerkolonie ragt seit Mitte der neunziger Jahre der Dramatiker Moritz Rinke, ein waschechter, waldorfbeschulter Worpsweder mit Wohnsitz in Berlin, geradezu weyerbergmäßig hervor. Kunst und Handwerk liegen ihm im Blut, denn der Maler Lovis Corinth zählt zu seinen Vorfahren mütterlicherseits, und sein Vater, ein Goldschmied, entwarf und fertigt alljährlich den „Goslarer Kaiserring”, eine international renommierte Auszeichnung für zeitgenössische Künstler, die allerdings nie an einen Worpsweder ging.
Außer dem Text für die modernisierten Nibelungenfestspiele zu Worms verdanken wir Moritz Rinke eine Reihe mehr oder weniger geistreicher Bühnenstücke, aber in den in den letzten Jahren ist es stiller um ihn …

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Moritz Rinke wurde 1967 in Worpswede geboren, studierte "Drama, Theater, Medien" in Gießen, und zählt zu den erfolgreichsten deutschen Gegenwartsdramatikern. Sein Stück "Republik Vineta" wurde 2001 in der Kritikerumfrage der Zeitschrift Theater heute zum besten deutschsprachigen Theaterstück gewählt und 2008 für das Kino verfilmt. Im Sommer 2002 gelangte bei den Festspielen in Worms seine Neudichtung der "Nibelungen" zur Uraufführung, die in den Folgejahren ein großes Publikum fand. "Café Umberto" (2005) wurde bereits an neun Theatern gespielt. Einige seiner Reportagen, Kurzgeschichten und Essays wurden mehrfach ausgezeichnet. Moritz Rinke lebt in Berlin und ist Gastprofessor für Szenisches Schreiben am Deutschen Literaturinstitut Leipzig.

16 Marktplatz-Angebote für "Der Mann, der durch das Jahrhundert fiel" ab EUR 2,00

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