Der Fall Dreyfus: Teufelsinsel, Guantánamo, Alptraum der Geschichte - Begley, Louis

Der Fall Dreyfus: Teufelsinsel, Guantánamo, Alptraum der Geschichte

Louis Begley 

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Der Fall Dreyfus: Teufelsinsel, Guantánamo, Alptraum der Geschichte

Im September 1894 entdeckte der französische Geheimdienst eine undichte Stelle im Generalstab der Armee: Militärische Geheimnisse wurden verraten, ausgerechnet an die Deutschen. Indizien für eine Täterschaft fehlten, doch ein Verdacht genügte. Nur wenige Wochen später wurde Hauptmann Alfred Dreyfus verhaftet, des Landesverrats für schuldig befunden und zu lebenslanger Verbannung auf der Teufelsinsel verurteilt. Kaum jemand zweifelte an der Richtigkeit des Urteils: Dreyfus war Jude. Dass ein "echter" Franzose einer solchen Tat fähig wäre, schien undenkbar.
Louis Begley, der in diesem Buch zum ersten Mal aus seinem reichen Wissen als Anwalt schöpft, rekonstruiert den heute fast vergessenen Fall Dreyfus: die Hintergründe und Intrigen, die kriminellen Manipulationen in höchsten Kreisen, die Spaltung der französischen Gesellschaft in "Dreyfusards" und ihre konservativen Gegner. Begley zeigt, wie Antisemitismus und Rassismus in einer vermeintlich liberalen Gesellschaft funktionieren, damals wie heute: Vorannahmen führen zur Anklage, Racial Profiling ersetzt die Suche nach der Wahrheit, Beweise werden fabriziert. Und Guantánamo liegt der Teufelsinsel näher, als man glauben mag.


Produktinformation

  • Verlag: Suhrkamp
  • 2009
  • Ausstattung/Bilder: 2009. 247 S.
  • Seitenzahl: 247
  • Deutsch
  • Abmessung: 204mm x 128mm x 22mm
  • Gewicht: 342g
  • ISBN-13: 9783518420621
  • ISBN-10: 3518420623
  • Best.Nr.: 25547875
Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 08.07.2009

Die Erfindung der Teufelsinsel
Aktualität einer Rechtsbeugung: Der amerikanische Anwalt und Schriftsteller Louis Begley über den „Fall Dreyfus” und Guantánamo
Wenn ein bekannter amerikanischer Schriftsteller, der sich auch als Anwalt einen Namen machte, heute das aus vielen Lügen, Fälschungen und antisemitischen Vorurteilen dicht gewebte Labyrinth, das den Fall Dreyfus so exemplarisch macht, minutiös aufdröselt und darstellt, führt er Aufklärung sehr gegenwärtiger Vorkommnisse im Schild. Das macht bereits der deutsche Titel des jüngsten Buches von Louis Begley unmissverständlich deutlich: „Der Fall Dreyfus: Teufelsinsel, Guantánamo, Alptraum der Geschichte.”
Die Peripetien der „Dreyfus-Affäre”, die das Frankreich der III. Republik Ende des 19. und zu Beginn des 20. Jahrhunderts erschütterten und das Land in zwei miteinander tief verfeindete Lager spalteten, bieten unter sehr unterschiedlichen Perspektiven ein erschütterndes Spektakel. Ein Aspekt dabei ist etwa die aus politischen Rücksichten geförderte Verabsolutierung des Militärs, das im Ruf stand, der den Parteienkämpfen enthobene Sachwalter der nationalen Interessen zu sein.

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Perlentaucher-Notiz zur TAZ-Rezension

Enttäuscht hat Rezensentin Katharina Granzin Louis Begleys jüngstes Buch wieder zugeklappt, dem es aus ihrer Sicht sowohl an einer ernsthafte These als auch an Schwung und Gestaltungswillen fehlt. Dabei hätte sie vom ehemaligen Anwalt Begley gerade bei diesem Thema einiges erwartet. Das Buch behandelt den Informationen der Rezensentin zufolge nämlich den Justizskandal um den französischen Artillerieoffizier Alfred Dreyfus, der als elsässischer Jude doppelt diskriminiert, Ende des 19. Jahrhunderts wider besseres Wissen der Spionage angeklagt und auf eine Insel verbannt wurde, die hier mit der Gefangeninsel Quantanamo verglichen werden solle. Doch befasse sich Begley auf ganzen 18 der 213 Seiten mit Guantanamo, eher "pflichtschuldig" wie Granzin scheint. Die Dreyfus-Affäre findet sie dann mit uninspirierter Detailgenauigkeit, aber ohne literarisch packenden, womöglich polemischen Zugriff auf das Thema präsentiert. Auch der sperrige Titel der deutschen Ausgabe dieser Auftragsarbeit schneidet schlecht bei der Rezensentin ab.

© Perlentaucher Medien GmbH

Enttäuscht hat Rezensentin Katharina Granzin Louis Begleys jüngstes Buch wieder zugeklappt, dem es aus ihrer Sicht sowohl an einer ernsthafte These als auch an Schwung und Gestaltungswillen fehlt. Dabei hätte sie vom ehemaligen Anwalt Begley gerade bei diesem Thema einiges erwartet. Das Buch behandelt den Informationen der Rezensentin zufolge nämlich den Justizskandal um den französischen Artillerieoffizier Alfred Dreyfus, der als elsässischer Jude doppelt diskriminiert, Ende des 19. Jahrhunderts wider besseres Wissen der Spionage angeklagt und auf eine Insel verbannt wurde, die hier mit der Gefangeninsel Quantanamo verglichen werden solle. Doch befasse sich Begley auf ganzen 18 der 213 Seiten mit Guantanamo, eher "pflichtschuldig" wie Granzin scheint. Die Dreyfus-Affäre findet sie dann mit uninspirierter Detailgenauigkeit, aber ohne literarisch packenden, womöglich polemischen Zugriff auf das Thema präsentiert. Auch der sperrige Titel der deutschen Ausgabe dieser Auftragsarbeit schneidet schlecht bei der Rezensentin ab.

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Louis Begley wurde am 6. Oktober 1933 unter dem Namen Ludwik Begleiter als Sohn polnischer Juden in einer kleinen Stadt im Osten Polens (heute Ukraine) geboren. Er selbst und seine Mutter entgingen, als katholische Polen getarnt, dem Holocaust. Nach dem Ende des Krieges kam die Familie wieder zusammen. Vier Monate blieben sie in Paris, wo Vater und Sohn Englisch lernten. Im März 1947 siedelte die Familie Begleiter in die USA über und ließ sich in Flatbush/Brooklyn nieder, wo sie den Namen Begley annahm.1950 erhielt Louis Begley ein Harvard-College-Stipendium und wurde damit zum Harvard College zugelassen; 1954 legte er sein Examen in Englischer Literatur ab. Von 1956 bis 1959 studierte er an der Harvard Law School und arbeitete im Anschluss bis zum Jahr 2004 als Anwalt in der Kanzlei Debevoise & Plimpton. Ende der sechziger Jahre arbeitete er bei der französischen Niederlassung von Debevoise in Paris. 1991 legte Louis Begley seinen ersten Roman vor. Seine Werke wurden in 15 Sprachen übersetzt und vielfach ausgezeichnet. Louis Begley lebt in New York.

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