Briefwechsel mit Kollegen - Schmidt, Arno

Arno Schmidt 

Briefwechsel mit Kollegen

Hrsg. v. Gregor Strick
Buch mit Leinen-Einband
 
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Produktbeschreibung zu Briefwechsel mit Kollegen

Arno Schmidt bemerkte einmal, er sei ein "fauler" Briefschreiber: "meine näheren Bekannten denn ich habe deren tatsächlich wissen das, & harren in Geduld. (Und der schönste Brief , den ein Autor versenden kann, ist & bleibt ja doch wohl das Neue Buch . )" Diese Selbsteinschätzung paßt zwar zu dem öffentlichen Vorurteil über den "Solipsist in der Heide", ist aber nur die halbe Wahrheit, wie der vierte Band der Arno-Schmidt-Briefausgabe beweist.
Die komplett dargebotenen Korrespondenzen Schmidts mit Böll, Deschner, Döblin, Edschmid, Hesse, Jahnn, Kreuder, Rühmkorf, Stefl, Steinberg und Martin Walser (nebst einer Fülle von Einzelbriefen) zeigen Schmidt als einen Autor, der aus einer selbstgewählten Randposition sehr wohl die Mechanismen des Literaturbetriebs auf seine Weise zu bedienen wußte.
Der ausführliche Kommentar des Kölner Literaturwissenschaftlers Gregor Strick macht den Band zu einem Kompendium bundesrepublikanischer Literaturgeschichte, das weit über den Kreis der Schmidt-Leser hinaus Beachtung finden wird.

Produktinformation


  • Verlag: Suhrkamp
  • 2007
  • Ausstattung/Bilder: 2007. 467 S.
  • Seitenzahl: 467
  • Eine Edition der Arno Schmidt Stiftung
  • Best.Nr. des Verlages: 80225
  • Deutsch
  • Abmessung: 268mm x 179mm x 36mm
  • Gewicht: 1192g
  • ISBN-13: 9783518802250
  • ISBN-10: 3518802259
  • Best.Nr.: 22805370
Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 01.12.2007

Die fatalste Art, Zuneigung an den Tag zu legen
Grimassen der Genialität: Arno Schmidt, der kein einfacher Zeitgenosse war, im Briefwechsel mit seinen Kollegen
Vielleicht wäre es einem verstorbenen Autor, zumal einem großen, zu wünschen, dass recht schnell in Vergessenheit geriete, was er seinen Mitmenschen sein konnte. Aber wenn sich Instanzen der Nachwelt um den Fortbestand seiner Schriften kümmern, geraten unweigerlich auch diejenigen Texte in die Maschinerie der erhaltenden Fürsorge, die den Verkehr des Genies mit seinen Zeitgenossen dokumentieren. Und schon sitzt dem Werk ein fragwürdiges Stiefbrüderchen auf dem Schoß.
Dank der Arbeit der Arno-Schmidt-Stiftung wird alles, was Arno Schmidt, der nachhaltigste Prosa-Autor der alten Bundesrepublik, geschrieben hat, in der Bargfelder Ausgabe zugänglich gemacht. Jetzt liegt ein weiterer Band vor: Schmidts Korrespondenz mit insgesamt vierzig Kollegen, dreiunddreißig Männern und sieben Frauen. Der Herausgeber Gregor Strick hat 354 Briefe ausführlich kommentiert und um aufschlussreiche Dokumente ergänzt. Neben weiterhin vielgenannten Namen wie Böll oder Kempowski, Rühmkorf oder Walser, neben …

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Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung von 10.10.2007

Grüße an den Großmeister
Die Faust im Walde: Arno Schmidts Briefwechsel mit Kollegen / Von Tilman Spreckelsen

Heinrich Böll sollte ihm eine Wohnung in Irland besorgen, Walter Kempowski bat ihn, mehr zu schreiben, der Rowohlt-Verleger winkte mit einem Scheck: Arno Schmidts Briefwechsel mit Autoren erzählt die tollsten Sachen.

Sirenenklänge waren es, die der junge Martin Walser 1953 an den noch nicht gar so alten Arno Schmidt aussandte: Ob der verehrte Kollege nicht doch einmal die Tagung der Gruppe 47 besuchen wolle? "Es sind ein paar Menschen da, mit denen man nicht ohne Gewinn spricht", schreibt Walser, "ich denke da vor allem an Heinrich Böll und Ilse Aichinger, auch an Dürrenmatt." Schmidt möge doch bitte kommen, auch damit die "47er" einmal "eine Faust unter sich spüren". Kurz: "Wenn Sie lesen würden, hätte die ganze Veranstaltung mehr Sinn."

Als Schmidt ablehnte, wie er zuvor schon Alfred Anderschs Anfrage in derselben Sache abgelehnt hatte, schaltete sich als Dritter sein damaliger Verleger Heinrich Maria Ledig-Rowohlt ein und winkte dem klammen Autor förmlich mit einem Scheck: "Vertraulich gesprochen - ich habe so …

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Perlentaucher-Notiz zur ZEIT-Rezension

Sehr aufschlussreich findet Rezensent Henrik Feindt diesen fünften Band der Arno-Schmidt-Brief-Edition, und wundert sich, dass dieser schonungslose Briefschreiber und Zeitgenosse trotz seines legendären Temperaments genügend Briefpartner in der Literaturszene fand, um einen ganzen Band zu füllen, nämlich vierzig, wie Feindt gezählt hat. Zitierte Kommunikationsunfälle dienen dem Rezensenten als Nachweis für das Leben Schmidts als ”schriftstellender Solitär”. Es sind jedoch für den Rezensenten weniger die berühmten Briefpartner Schmidts wie Heinrich Böll, Thomas Mann oder Peter Rühmkorf, die die Lektüre des Bandes spannend machte, sondern Vergessene wie Max Stefl, der Begründer der Stifter-Forschung, Max Ueberhör oder Paul Elbogen mit seinen ungewöhnlichen Thesen zu Karl May. Zu deren Wiederentdeckung inspiriert dieser Briefband den Rezensenten nämlich ungemein. Begeisterung löst auch der Abdruck von bislang unveröffentlichten Tagebuchauszügen aus, die Schmidts Frau Alice verfasste, und die die Hintergründe mancher Korrespondenz oder darin berichteter Ereignisse erhellen oder gar konterkarieren.

© Perlentaucher Medien GmbH

"Ihren ersten Brief beginnt Friederike Mayröcker, im Oktober 1964, mit den Worten: "Lieber Arno Schmidt: mein Gott, sind Sie ein Meister! Ich vergrabe mich in Ihr Buch Nobodaddy's Kinder und ich muss sagen: ich habe kaum etwas ähnlich Schönes gelesen. Es stimmt einfach jedes Wort." Walter Kempowski hält sich in einem Schreiben 1965 ziemlich kurz: "Lieber Herr Schmidt! Ich habe nichts mehr zu lesen, schreiben Sie nicht bald ein neues Buch?" ... Der Band, man kann das nicht genügend rühmen, ist ausserordentlich sorgfältig und liebevoll kompiliert, bis in Details; die Annotationen und Kommentare des Literaturwissenschafters Gregor Strick sind von einer philologischen Akribie, die zugleich spannend ist. Sie tragen dazu bei, dass die Lektüre von Arno Schmidts Briefaustausch mit Kollegen und Kolleginnen zu einem unterhaltsamen Gang durch die jüngere deutsche Literaturgeschichte wird." Martin Zingg Neue Zürcher Zeitung

»Ihren ersten Brief beginnt Friederike Mayröcker, im Oktober 1964, mit den Worten: ›Lieber Arno Schmidt: mein Gott, sind Sie ein Meister! Ich vergrabe mich in Ihr Buch Nobodaddy's Kinder und ich muss sagen: ich habe kaum etwas ähnlich Schönes gelesen. Es stimmt einfach jedes Wort.‹ Walter Kempowski hält sich in einem Schreiben 1965 ziemlich kurz: ›Lieber Herr Schmidt! Ich habe nichts mehr zu lesen, schreiben Sie nicht bald ein neues Buch?‹ ... Der Band, man kann das nicht genügend rühmen, ist ausserordentlich sorgfältig und liebevoll kompiliert, bis in Details; die Annotationen und Kommentare des Literaturwissenschafters Gregor Strick sind von einer philologischen Akribie, die zugleich spannend ist. Sie tragen dazu bei, dass die Lektüre von Arno Schmidts Briefaustausch mit Kollegen und Kolleginnen zu einem unterhaltsamen Gang durch die jüngere deutsche Literaturgeschichte wird.«
Arno Schmidt, geboren am 18. Januar 1914 in Hamburg, starb am 3. Juni 1979 in Celle. Nach Kriegsdienst und Gefangenschaft arbeitete er als Übersetzer und Schriftsteller. Seit 1949 veröffentlichte Schmidt zahlreiche Erzählungen, literarische Radio-Essays und eine umfangreiche Fouque-Biographie (1958). Seit "Zettels Traum" (1970) erschienen seine Prosawerke in großformatigen Typoskriptbänden. Arno Schmidt erhielt den Goethe-Preis der Stadt Frankfurt am Main

Inhaltsangabe

Aus dem Inhalt:
ARNO SCHMIDT. BRIEFWECHSEL MIT KOLLEGEN
Heinrich Böll / Karlheinz Deschner / Alfred Döblin / Kasimir Edschmid / Hermann Hesse / Hans Henny Jahnn / Ernst Kreuder / Peter Rühmkorf / Max Stefl / Werner Steinberg / Martin Walser / Ingeborg Bachmann / Martin Beheim-Schwarzbach / Karl-Heinz Berndt / Peter O. Chotjewitz / Hilde Domin / Paul Elbogen / Ernst Wilhelm Eschmann / Marieluise Fleißer / Hubert Gersch / Eugen Gomringer / Peter Hacks / Walter Kempowski / Sarah Kirsch / Alexander Kluge / Ferdinand Kriwet / James Krüss / Kurt Marti / Friederike Mayröcker / Libuse Monikova / Robert Neumann / Heinz Rein / Werner Riegel / Hilde Rubinstein / Heinrich Schirmbeck / Ilse Schneider-Lengyel / Wolfdietrich Schnurre / Max Uebelhör / Wolf Wondratschek / Gerhard Zwerenz

ANHANG
Abkürzungen / Editorische Notiz, Dank / Auszüge aus Alice Schmidts Tagebuch / Auszüge aus Arno Schmidts Tagebuch / Dokumente

BIOGRAMME, QUELLEN
Böll / Deschner / Döblin / Edschmid / Hesse / Jahn / Kreuder / Rühmkorf / Stefl / Steinberg / Walser / Quellen

REGISTER
Werke von Arno Schmidts Kollegen / Werke Arno Schmidts / Nachschlagewerke, Rundfunkanstalten, Verlage, Zeitungen, Zeitschriften / Personen

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